Der Klosterjäger

Ludwig Ganghofer · Kapitel 32 von 32

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Der Klosterjäger

Kapitel 30

 

 

Am andern Morgen, zu früher Stunde schon, verließ Desertus das Stift und ging

dem Klösterlein der frommen Schwestern zu.

Einige Stunden später wanderte Herr Heinrich nach dem See. Als er am

Eggehof vorüberkam, sah er beim Hag, der das Gehöft vom Polzerlehen trennte,

den Eggebauer mit Wolfrat beisammenstehen. Der Bauer ließ den Kopf hängen.

Wolfrat hatte ihm den Einarm um die Schultern gelegt und schien dem

Bekümmerten herzlich zuzusprechen.

Mit sinnendem Lächeln schritt Herr Heinrich dahin unter dem welkenden

Laubdach der die Straße geleitenden Bäume. „Wieder einer, der im Schatten die

Sonne fand! Freilich, nur einer! Aber laß einen einzigen Tropfen in den See

fallen, er zieht doch immer seine Wellen und rühret hundert andere!“

Nach einer Stunde erreichte Herr Heinrich die Seelände. Die beiden

Fischerknechte, die mit dem Spannen der feuchten Netze beschäftigt waren,

zogen die Kappen und traten ihm entgegen.

„Habt ihr den Jäger nicht herkommen sehen über den Steig?“

„Den Haymo? Nein, Herr!“

„Dann habet acht eine Weil! Er wird wohl kommen. Doch braucht ihr ihm

nicht zu sagen, daß ich nach ihm fragte. Saget ihm nur: wenn er mich etwa

sprechen wollte, dann fänd er mich beim neuen Haus.“

Herr Heinrich ging, und die Knechte glotzten ihm nach.

Es währte nicht lang, so hörte man auf dem Steig ein Griesbeil klirren und

klappernde Schritte näher kommen.

Haymo tauchte unter den Bäumen auf. Sein Gang war langsam und müde; das

Gesicht sah verhärmt aus, obwohl es gerötet war, denn er hatte schwer getragen;

die Armbrust war um seinen Hals gehängt, und der Rücken mit einem

vollgestopften Bergsack beladen.

„Was tragst du da?“ fragte einer der Knechte.

„Mein Sach!“ erwiderte Haymo mit zuckenden Lippen.

„Was ist denn? Es liegt doch allweil noch kein Schnee droben? Ziehst du

schon ab von der Röt?“

Der Jäger nickte.

„Mußt du in ein anderes Revier? Auf den Roint oder auf den Griesberg

hinauf?“

Haymo schüttelte den Kopf.

„Wo willst du denn hin jetzt?“

„Ins Kloster hinein zum Herrn.“

„Den kannst du näher haben. Grad ist er zum neuen Haus hinaufgegangen.“

„Zum neuen Haus?“ Haymo sah verloren auf und tat einen schweren

Atemzug. „Kann ich bei euch derweil meinen Sack einstellen?“ Ohne eine

Antwort abzuwarten, ging er in die Fischerhütte, legte den Bergsack in die

Stube, nickte den Knechten einen Gruß zu und folgte der Straße.

Das ‚neue Haus‘ war leicht zu finden. Über die goldig schimmernden

Baumwipfel leuchtete das weiße Schindeldach herüber mit dem

bändergeschmückten Tannenbäumchen. Als sich Haymo zögernd dem Tor

näherte, das den frisch geflochtenen Hag durchbrach, blieb er stehen, wie von

freudigem Schreck betroffen. Es war ihm, als hätte er aus einem der offenen

Fenster ein klingendes Lachen gehört. Er lauschte. Alles blieb still. Ein bitteres

Lächeln zitterte um seinen Mund. War ihm das in diesen langen, bangen Wochen

nicht zu hundertmalen geschehen? Wenn er durch den stillen Bergwald

gestiegen, oder gipfelwärts über ödes Gestein, versunken in seine träumende

Sehnsucht, dann hatte er plötzlich diese liebe, klingende Stimme gehört, bald

wie aus weiter Ferne, bald wieder, als wäre sie dicht an seinem Ohr. Und hatte er

sich mit stockendem Herzschlag umgewandt, so waren rings um ihn her nur die

leeren Lüfte gewesen, der stille Wald und die schweigenden Felsen. Und wenn

er in dunkler Nacht auf der Wolfshaut lag, vor Ermüdung fiebernd an allen

Gliedern, wenn nach martervollem Sinnen und Grübeln der Schlaf ihm die Lider

schwer machte, daß sie sanken, dann klang es plötzlich hell und weckend in

seinen Schlummer: „Haymo!“ Und er fuhr in die Höhe, strich die zitternde Hand

über die Stirn und lauschte, und fand sich allein, umgeben von tiefer Finsternis,

und nur seine Seufzer klangen in der stummen Hütte.

„Es geht mir überall nach!“ murmelte er, während er mit irrem Blick das

stattliche Haus überflog.

Zögernd betrat er den Hofraum und erbleichte, als er einer alten Ulme zu

Füßen, auf einem moosigen Steinblock, Herrn Heinrich sitzen sah.

„Haymo? Du?“

Der Jäger zog die Kappe, und während er sie zwischen den Händen zerknüllte,

trat er näher mit gesenktem Kopf.

„Grüß Gott, Herr!“

„Wie kommst du da her? Was hat dich ins Tal geführt?“

„Herr!“ Die Stimme des Jägers schwankte. „Heut ist der Michelstag.“

„Der Michelstag?“ sagte Herr Heinrich erstaunt. „Richtig, der Michelstag! So,

so! Der Michelstag? Und deshalb kommst du herunter?“

„Wohl! Ich hätt nimmer bleiben dürfen, auch wenn ich mögen hätt.“ Immer

leiser wurde Haymos Stimme. „Heut geht mein Dienst aus.“

„Richtig, richtig! Von heut an hab ich um einen Klosterjäger weniger. Und

weniger um den besten. Und nun bist du gekommen und willst mir Behüt Euch

Gott sagen, gelt? Und dann willst du dir einen neuen Herrn suchen?“

Haymo knüllte an der Kappe, verdrehte den Kopf, als quäle ihn ein Krampf

im Nacken, und zog die Brauen zusammen wie einer, der auf der Folter liegt und

doch keinen Schmerzenslaut will hören lassen.

„So rede doch, Haymo, schau mich an!“

Nur noch tiefer senkte Haymo den Kopf, während er mit heiserer Stimme

Wort um Wort vor sich hinstieß: „Ich bitt, Herr, daß Ihr es kurz machet! Wenn’s

mich auch gleich nimmer fortlassen will — von Euch — fort muß ich doch.“

„Mußt du? So? Und was willst du jetzt?“

„Was ich wollen muß! Ein einziges halt! Grad noch ein einzigs im Leben!

Allweil das einzig! Und ich weiß kein Straßl nimmer, wo ich’s find. Ich hab

mich verschuldigt, jetzt muß ich’s büßen. Und wenn ich gleich einmal noch

hinlauf an mein Glück — es bleibt nur ein halbes.“ Er wandte sich ab.

„Haymo!“

Der Jäger erzitterte bei dem warmen, herzlichen Klang seines Namens.

„Hab ich recht gehört? Du möchtest gern bleiben bei mir?“

Haymo sagte nicht Ja und nickte nicht mit dem Kopf; er wandte sich nur noch

mehr von Herrn Heinrich ab und drückte das Kinn an die Brust.

Der Propst betrachtete ihn eine Weile mit leisem Lächeln. „Also bleiben

möchtest du? Schau, Haymo, das merk ich gern, daß ich dir lieb geworden bin

als Herr. Schade! Warum hast du nicht früher gesprochen? Denn jetzt — jetzt

wird es zu spät sein. Heut ist der Michelstag. Du bist nicht mehr mein

Klosterjäger.“

Ein schwerer Atemzug erschütterte die Brust des Jägers.

Immer fröhlicher lächelte Herr Heinrich. „Wer weiß, wir zwei hätten vielleicht

noch können auf gleich kommen miteinander.“

Haymos Augen streiften den Propst mit einem scheuen Blick.

„Aber Pater Desertus hat im letzten Kapitel einen Antrag gestellt, und der ist

durchgegangen. Das Stift hat einen Wildmeister ernannt, von heut an. Der soll

über die ganze Jägerei des Klosters gesetzt sein. Er ist ein weidgerechter und

strenger Jäger. Wie ich ihn kenne, wird er seine Leute fest an der Schnur halten.

Und mit einem, der aus Mutwill oder Narretei seinen Dienst aufsagt, mit solch

einem wird er sich schwer befreunden. Meinst du nicht auch? — Was hast du

denn? Schaust du dir das Haus dort an? Ein schmuckes Haus, gelt? Da soll der

neue Wildmeister wohnen. Über vier Wochen hält er Hochzeit. Schau, Haymo, dort unter der Tür, das ist sein Bräutl.“

Haymo, dem die Kappe entfallen war, stand mit zitternden Händen und

wankenden Knien. Jetzt erblassend, dann wieder die Wangen überflogen von

brennendem Rot, riß er Mund und Augen auf und starrte nach der Tür, aus

welcher Pater Desertus trat, Gittli an seiner Hand. Wie hold und schmuck war

das Mädchen anzusehen! Ein roter Rock umfloß in weichen Falten ihre schlanke

Gestalt, aber er war nicht kurz geschnitten nach Bauernart, sondern reichte, wie

bei einem Fräulein, bis auf die Fußspitzen; schneeweißes Linnen umbauschte die

Schultern und Arme, und knapp spannte sich ein dunkelgrünes, mit Silber

verschnürtes Mieder um die junge Brust. Gittlis Augen leuchteten, wie glühende

Rosen lag es auf ihren Wangen, und gleich einer schwarzen Krone schmückten

die straff geflochtenen Zöpfe ihre Stirn.

Haymo lallte mit schwerer Zunge. Aber da hatte ihn Gittli schon erblickt und

kam auf ihn zugeflogen mit freudigem Schrei. Stammelnd und schluchzend hing

sie an seinem Hals, während Haymo, durch das über ihn herstürzende Glück um

alle Besinnung gebracht, noch immer mit den Händen ins Leere tappte. Gittli

nahm sich nicht einmal die Zeit zu einem Kuß. Hastig löste sie sich wieder von

Haymos Brust, und mit der einen Hand seinen Arm umfassend, griff sie mit der

anderen nach der Hand des Paters.

„Gelt, Herr Pater, gelt, ja? Ich darf ihm gleich alles zeigen?“

Desertus nickte mit frohen Augen. Und da zog sie den Stammelnden mit sich

fort, unter sprudelnden Worten: „So schau doch, Haymo, schau! Was sagst du?

Schau dir das schöne Haus an! Da sollen wir wohnen miteinander, hat der gute

Pater gesagt! Und schau nur, das steinerne Bankl vor der Tür! Da können wir

sitzen und Haimgart halten auf den Abend, hat der gute Pater gesagt. Und er

selber wird manchmal kommen, hat er gesagt. Wie der uns mögen tut, ich sag

dir’s, ein Vater kann seine Kinder nit lieber haben. Und schau, Haymo, schau, in

das leere Nischerl über der Tür, hat er gesagt, da kommt ein Muttergottesbild

hinein. Das tut unser Haus hüten und unser Glück! Aber schau nur, das Anwesen

da drüben, das hast du noch gar nit gesehen! Da kommen zwei Pferd hinein, hat

er gesagt, und vier Küh, daß wir Milch haben, grad was wir brauchen. Und, du

—“ Sie schlug die Hände ineinander, und ihre Augen gingen über vor

Entzücken. „Du! Das Kucherl muß ich dir zeigen! Ich sag dir, da glänzet alles

vor lauter Kupferzeug! So komm doch, komm —“

Mit beiden Händen faßte sie seinen Arm und zog ihn zur Tür hinein.

Im dämmerigen Hausflur stand er still und preßte die Fäuste auf die Brust.

Noch immer begriff er nicht. Aber eines schien er doch endlich zu glauben:

daß wirklich und leibhaftig sein Mädchen vor ihm stand. Und plötzlich, unter

stammelndem Laut, umschlang er Gittli mit heißem Kuß.

Draußen stand der Propst neben dem schweigsamen Chorherren.

„Komm, Dietwald!“ sagte Herr Heinrich lachend. „Den Kuß warten wir nicht

ab, bis er ein Ende nimmt. Komm, laß uns gehen! Sie sollen diese Stunde für

sich allein haben. Wenn sie so weit aus ihrem seligen Rausch erwachen, um nach

einem Dritten fragen zu können, dann suchen sie dich schon.“

Noch lange hing Desertus mit den Augen an der Tür, bis er sich loszureißen

vermochte, um dem Propst zu folgen. Zwischen goldig leuchtenden Hecken

schritten sie der Straße zu. Weiß glänzte ihnen im Sonnenschein der See

entgegen.

Desertus legte die Hand auf Herrn Heinrichs Arm.

„Ich will Euch ein Rätsel zu lösen geben! Was ist wärmer als diese Sonne,

lichter als dieser Tag, reiner als dieser klare See?“

„Deines Kindes Glück. Und deines Herzens Freude. Ja, Dietwald, du hast

recht getan! Ich habe dir meinen Rat nicht aufgedrängt. Hier mußte dein eigenes

Herz die richtige Sprache finden, ganz allein. Und du hast sie gefunden.“

„Hätt ich mich besinnen sollen? Nur einen Augenblick? Was wollte ich mehr

als meiner Tochter Glück? Jeder andere Weg hätte Weh und Elend über sie

gebracht, hätte ihr Leben zerstört und alle Blüten abgestreift von ihrem holden

Dasein. Und kein Rang und Name, nicht Glanz und Reichtum hätte sie dafür

entschädigt. Ist das Leben noch Leben, wenn ihm die Sonne fehlt, das Glück?

Hätte mich in jener finsteren Nacht, die mir alles nahm, das Schicksal vor die

Wahl gestellt: willst du bleiben, was du bist, oder willst du ein Bettler werden

und nur das Glück deines Herzens mit hinübertragen in die arme Hütte? —

glaubt Ihr, ich hätte mich besonnen? Und hätt ich nun anders wählen sollen für

mein Kind? Was sie um ihres Glückes willen verliert? Entbehrt sie es denn?

Würde sie den Geliebten ihrer Liebe werter halten, wenn er den Schild am Arm

und die Helmzier über den Locken trüge? Und ich?“ Desertus lächelte. „Haymo

ist ein freier Mann. Und verwahrt er auch keinen Adelsbrief in seinem Schrank,

er trägt auf seiner Stirn den Adel tüchtiger Mannheit und eines treuen, redlichen

Gemüts. Ich lieb ihn. Er ist mein Sohn.“

„Und väterlich hast du für ihn gesorgt!“ lachte Herr Heinrich. „Wäre der

Propst von Berchtesgaden nicht dein treuer Freund, und hätte er nicht selber

seine Freude an diesem jungen Glück, er hätte böse Augen gemacht zu dem

tiefen Griff, den du in den Klostersäckel getan. Ich vermute, es war noch lange

nicht der letzte. Aber sag —“ Die Stimme des Propstes wurde ernst. „Du hast

auch heute nicht mit ihr gesprochen?“

„Nein, Herr! Ich konnte nicht.“

„Und das Mädel hat genommen und genommen? Und mit keinem Gedanken

ist es ihr aufgefallen: woher kommt das alles?“

„Wäre ihr Glück denn voll und ganz, wenn sie fragen könnte: warum?“

Herr Heinrich nickte, und schweigend schritten sie weiter.

Immer wieder blickte Desertus zurück nach dem hellen, zwischen

schimmerndem Laub verschwindenden Dache. „Oft lag mir das klärende Wort

auf der Zunge,“ sagte er nach einer Weile, „aber wenn ich sah, wie dieses große

kleine Herz so übervoll war von Liebe, dann schwieg ich wieder. Hätt ich sie

schrecken und betäuben sollen mit Neuem, Unerwartetem? Jetzt? Kommt sie in

ihrem Glück erst wieder zu Atem, dann wird sich von selbst die Stunde finden,

in der sie mich als Vater erkennen und Vater nennen wird. Es dürstet wohl mein

Herz nach dem süßen Laut von meines Kindes Lippen. Aber ich will mich gern

gedulden. Vaterliebe, das heißt nicht: nehmen, sondern: geben! Und bin ich nicht

schon reich geworden nach aller Armut meines Herzens? Tag und Nacht darf ich

sinnen und schaffen für meines Kindes Glück, an seiner Freude darf ich

mitgenießen, darf mich erquickt und getröstet fühlen durch seine Nähe.“

Desertus blieb stehen und faßte den Arm des Propstes. „Seht, Herr, wie

freundlich das Heim meines Kindes herschimmert durch die Bäume!“

„Ein schönes Bild! Komm, wir wollen rasten!“

Aus dem Fuß eines Hügels, der dicht an die Straße reichte, schob sich eine

Felsplatte gleich einer Bank hervor. Hier ließen sie sich nieder. Kleine Schatten

und große Lichter zitterten auf der Erde, denn durch die halbentlaubten Bäume

fand die Sonne fast freien Weg. Ein leichter Windhauch raschelte durch alles

Gezweig, und langsam, wie in gaukelndem Spiel, fielen die welken Blätter. Mit

stillen Augen betrachtete Desertus ihren lautlosen Fall.

Herr Heinrich fragte: „Stimmt es dich trübe, daß die Blätter fallen?“

„Nein, Herr, der Winter kommt nur, um den Frühling zu bringen!“

„So? Es gab eine Zeit, da du sagtest: der Sommer blüht nur, damit seine Blust

vom Winter verschüttet werde unter Schnee und Eis!“

Desertus preßte die Hände auf seine tiefatmende Brust. „Mein Auge ist sehend

worden. Ich fühle die Sonne wieder, und Schatten um Schatten weicht von mir.

Vor dem holden Antlitz meines Kindes löst sich aller Jammer meines Lebens in

süßen Trost, und in Verklärung schweben die Gestalten der Verlorenen um mich

her.“

Herr Heinrich lächelte. „Ist alles Geschehene denn anders geworden?“

„Nein, Herr, aber ich seh es mit anderen Augen. Glaubet mir, so tief, wie ich,

hat noch kein Mensch erfahren, daß wir nicht leben können, wenn wir die Sonne

nicht suchen, und daß uns zum Leben so nötig, wie Luft und Brot, noch ein

drittes ist: Das helle Sehen!“

„Eine schöne Wahrheit, Dietwald! Aber sie ist nicht neu. Das hat vor mir und

dir schon ein anderer gesagt, der allen Schmerz des Lebens fühlte und dennoch die Liebe nicht verlor. Besinne dich: Matthäus, 6. Kapitel, 22. Vers!“

Mit leiser Stimme sprach Pater Desertus die Worte der Bergpredigt vor sich

hin: „Dein Auge sei deines Lebens Leuchte. Ist nur dein Auge lauter, so wird

auch dein Leben in der Helle wandeln. Ist aber die Finsternis in dir, und dein

Auge sieht finster, so wird auch die Finsternis dich umgeben auf allen Seiten.“

Er faßte die Hände des Propstes und stammelte: „Herr! Nehmet meinen Namen

von mir! Ich will nicht länger Desertus heißen.“

„So heiße Pater Theophilus!“[37]

Sie saßen schweigend. Über Tal und Höhen leuchtete die warme Sonne des

Herbstes, und die sinkenden Blätter in ihrem schimmernden Gelb waren

anzusehen wie fallende Feuerzungen.

Plötzlich streckte der Chorherr in Erregung den Arm. „Sehet, Herr!“

Ein weißer Falter gaukelte vorüber.

„Das ist wohl der letzte!“ sagte Herr Heinrich. „Auch er wird sterben. Aber er

war mit der Sonne gut Freund und darf nun einen Tag genießen, den Tausende

seinesgleichen nicht erlebten.“

Sie sahen dem Falter nach. Er folgte mit seinem Flug dem Lauf der Straße,

flatterte um die weißen Steine, hob sich empor zu den Wipfeln der Bäume,

gaukelte zurück auf die niedere Hecke, aus deren Gezweig der Wind die silberig

blitzenden Spinnfäden wehte, und bald sich verhaltend, bald wieder eilig

weiterfliegend, erreichte er die große Wiese vor dem neuen Haus. Hier suchte er

jede verspätete Blume auf und sog aus dem welkenden Kelch noch einen

Tropfen Seim.

Dann flatterte er an der weißen Mauer empor, und lange, lange gaukelte er um

das mit Bändern geschmückte Tannenbäumchen auf dem First.

Hand in Hand, mit brennenden Gesichtern, traten Haymo und Gittli aus der

Tür.

„Wo sind sie denn?“ stammelte Gittli. „Schau nur, Haymo, sie sind nimmer

da!“

Suchend blickten die beiden umher. Da näherten sich langsame Schritte dem

Tor. Ulei, der Bildschnitzer, betrat das Gehöft. Er trug auf den Armen eine hohe

Figur, die von grüner Leinwand umhüllt war.

„Das soll ich abgeben, hat’s geheißen. Es gehört über die Tür hinauf!“ sagte

er.

Ulei stellte die Figur auf die Steinbank und löste mit zitternden Händen das

Tuch.

„Haymo, schau nur! So was Liebes und Schönes! Wie wenn’s lebig wär und

tät uns anschauen!“

Leichte Röte huschte über Uleis bleiche Züge. Das Lob hatte ihm Freude gemacht. Wortlos wandte er sich ab und verließ das Gehöft. Haymo und Gittli

merkten nicht, daß er ging. Sie standen schweigend aneinandergelehnt und

betrachteten das mit Farben bemalte Schnitzwerk.

Der Sockel stellte eine graue Wolke dar, umringelt von einer Schlange, auf

deren Kopf das Bildnis mit beiden Füßen stand. Ein blaues Kleid verhüllte mit

eng gereihten, strengen Falten den ganzen Körper; die schlanken Finger hielten

einen Lilienstengel; das weiße Gesicht mit den blauen Augen war leicht geneigt,

und gleich einem Mantel fiel das gelöste Blondhaar um die Schultern. Die Stirne

schmückte ein Kranz aus blühenden Schneerosen.

„Haymo! Schau doch ihr Gesicht an!“ flüsterte Gittli. „Merkst du nit, wem es

gleich schaut?“

Er nickte und stand in den Anblick des Bildes versunken.

Gittli faltete die Hände, und während glitzernde Tropfen über ihre Wangen

rollten, sprach sie leise ein Gebet.

„Was meinst du?“ sagte Haymo. „Wenn ich’s gleich hinaufstellen tät? Die

hütet unser Haus. Die schon!“

Er wälzte einen hohen Pflock herbei, und während er das Bildwerk achtsam

emporhob in die Mauernische, eilte Gittli davon; sie suchte und suchte, aber sie

fand nur welkende Blumen. Da sah sie das rankende Immergrün, das sich neben

dem Hoftor um den Stamm der alten Ulme spann. Sie brach alle Ranken, und

Haymo flocht sie um den Sockel des Bildes.

Nun standen sie wieder Seite an Seite, eines den Arm um den Hals des andern

gelegt, und blickten zu dem Bild empor.

„Gelt?“ flüsterte Haymo. „Die soll die ersten Blumen haben all Jahr!“

„Allweil die schönsten. Und wenn es lenzen tut, steigen wir miteinander

hinauf in die Röt. Und da kann der Schnee haustief liegen. Wir holen einen

Rosenstrauß herunter, gelt?“

Sie reichten sich die Hände.

Nach einer Weile sagte Haymo, tief atmend: „Komm, Schatz, wir müssen die

Herren suchen! Mein Gott, sag nur, wie sollen wir so viel Guttat heimzahlen

können?“

„Gelt, ja?“ lispelte Gittli. Eine bessere Antwort wußte sie nicht.

Haymo sperrte die Tür und zog den Schlüssel ab. Als sie das Hoftor schon

erreicht hatten, fragte Gittli: „Hast du auch richtig zugesperrt? Und zweimal

umgedreht?“

„Wohl!“

„Schauen wir lieber nochmal hin!“

Sie gingen zur Tür zurück, und eins nach dem anderen rüttelte an der Klinke.

Nun machten sie sich auf den Weg. Beim Hoftor blieben sie noch lange stehen, betrachteten das Haus, und immer wieder kehrten ihre Blicke zu dem

Bild über der Tür zurück.

Haymo schüttelte immer wieder den Kopf. Plötzlich zog er das Weidmesser

aus der Scheide und drückte die scharfe Spitze in den Rücken seiner Hand.

„Jesus, was treibst du denn!“ stammelte Gittli erschrocken.

„Spüren möcht ich, ob ich wach! Allweil mein’ ich, daß ich träumen tu und

müßt aufwachen mit jedem Augenblick!“

„Geh! Wie du einen ängstigen kannst!“ Gittli klammerte die Arme um seinen

Hals.

Er küßte sie — wieder und wieder — und schien dabei doch endlich die

Überzeugung zu gewinnen, daß er völlig wach wäre.

Langsam gingen sie zwischen den Hecken dahin. Sie mußten sich dicht

aneinanderschmiegen, denn der Pfad war schmal.

 

* *

*

 

Herr Heinrich hatte wahr prophezeit. Über vier Wochen hielt der neue

Wildmeister Hochzeit. Pater Theophilus legte die Hände des jungen Paares

ineinander; als er den Segen sprach, schwankte vor freudiger Bewegung seine

Stimme, daß sie bei jedem Wort zu erlöschen drohte. Gittlis Augen waren

leuchtend zu ihm emporgerichtet. Seit dem vergangenen Abend wußte sie, daß

es ihr Vater war, dem sie alles Glück verdankte.

Bis auf den letzten Platz war die Kirche gefüllt. Zuvörderst im Herrenstuhl,

neben Herrn Heinrich, kniete der Vogt, in dessen nicht gar feierlichem Antlitz

eine merkwürdige Erregung zuckte. Er zwirbelte den dicken Schnauzbart und

schielte immer wieder zu Herrn Heinrich auf. Die Hochzeit des Haymo mit der

Schwester des Wolfrat hatte ihm ein Licht aufgezündet.

Als die Trauung vorüber war, wurde das junge Paar von Glückwünschenden

umdrängt. Nur Seph und Wolfrat fehlten. Weshalb nur waren sie nicht

gekommen?

Als einer der letzten trat Herr Schluttemann zu dem Paar. Er machte einen

Bückling vor der errötenden Braut und faßte Haymos Hand. „Also Herr

Wildmeister, viel Glück fürs Leben! Und einen guten Rat will ich Euch geben

dazu: lügen, Herr Wildmeister, lügen müßt Ihr nimmer!“

„Herr Vogt?“ fragte Haymo lachend. „Wie meint Ihr das?“

„Schon gut, schon gut! Ich weiß, was ich weiß!“

Stolz erhobenen Hauptes stapfte Herr Schluttemann davon. Er war wohl auch

zum Brautmahl geladen; aber er wollte zuvor noch in der Vogtstube Nachschau halten. Als er das Kloster betrat, klangen von der Kirche herüber die Hörner der

Jäger, die das junge Brautpaar mit schmetterndem Weidmannsgruß empfingen.

Herr Schluttemann fand in der Wartestube nur wenige Leute vor, die er eilig

abfertigte. Schon wollte er die Vogtei verlassen, da kam noch einer mit

polterndem Eilschritt herbeigerannt.

„Herr Vogt! Herr Vogt!“

Beim Klang dieser Stimme spitzte Herr Schluttemann die Ohren.

„Was? Der traut sich noch herein zu mir?“

Er runzelte die Brauen und stemmte die Fäuste in die Hüften, als er seine

Vermutung bestätigt sah und den Rottmann Polzer erkannte.

Wolfrat blieb an der Tür stehen und stützte sich mit dem Einarm an den

Pfosten, keuchend vom raschen Lauf, das lachende Gesicht von glitzerndem

Schweiß überronnen.

„Was ist denn das schon wieder für eine Narretei?“ donnerte Herr

Schluttemann. „Will man vielleicht den Vogt wieder uzen? Wart nur, jetzt will

ich dir aber zeigen —“

Weiter kam Herr Schluttemann nicht, denn Wolfrat, der die Worte des Vogtes

gar nicht zu hören schien, sagte mit Lachen: „Herr Vogt! Nehmet nur gleich das

Leutbuch her! Und schreibet hinein: wir haben ein Kindl gekriegt — ein Dirnl,

Herr Vogt, ein liebes Dirnl! Blaue Äugerln hat’s und bluhweiße Löcklen! Und

Mariele soll’s heißen — Polzer Mariele! Schreibet, Herr Vogt, schreibet! Ich

muß zum Pfarrer laufen —“

Da rannte er schon davon, lachend und keuchend.

Herr Schluttemann stand noch immer mit gespreizten Beinen, die Fäuste in

die Hüften gestemmt. „Natürlich!“ knurrte er. „Nur allweil Kinder, allweil

Kinder, daß nur die Lugenschüppel nicht minder werden auf der Welt! Aber wart

nur! Du kommst mir schon wieder! Dann sollst du merken, daß ich mich nur ein

Mal hab anschmieren lassen!“ Er hob die Fäuste gegen die Stubendecke.

„Ooooh! Die Menschen sind doch schlechte Leut!“ Zornig riß er an der Glocke.

Der Fronbot trat ein. „Geh hinüber in die Küch und nachher zum Kellermeister,

laß dir einen richtigen Korb voll Freßzeug geben und einen Krug Wein — trag

alles hinunter zum Rottmann Polzer und sag: Das schick ich ihm zur Kindstauf!

Dem Gauner!“

Mit vollen Backen blasend, ging Herr Schluttemann auf den Schrank zu,

nahm das in Schweinsleder gebundene Leutbuch heraus, schlug es bedächtig auf,

tauchte brummend die Gänsefeder ein und schrieb:

„Den 26. des Anderherbst, a. d. 1338, dem Rottmann Wolfrat Polzer ein

Dirnlein geboren, heißt Mariele.“

„Punktum!“ sagte Herr Schluttemann und spritzte die Feder aus.

Durch das offene Fenster klangen jauchzende Stimmen und die schmetternden

Klänge der Jagdhörner.

 

[37] Theophilus = der Gottliebende.

Anmerkungen zur Transkription

 

 

Fußnoten wurden am Ende des jeweiligen Kapitels gesammelt.

 

Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Im Original g e s p e r r t hervorgehobener Text wurde in einem anderen Schriftstil markiert. Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt sind, wurden in einer anderen Schriftart markiert.

 

Die Schreibweise des Originals wurde weitgehend beibehalten. Lediglich offensichtliche Druckfehler wurden, teilweise unter Verwendung weiterer Ausgaben des Textes, wie hier aufgeführt korrigiert (vorher/nachher):

 

... dem Herd war fast erloschen; nur ein dünne Flamme ...

... dem Herd war fast erloschen; nur eine dünne Flamme ...

... „Gott behüt, Herr! Diemal bin ich schon aufgekommen.“ ...

... „Gott behüt, Herr! Diesmal bin ich schon aufgekommen.“ ...

... Der Sudman wollte sprechen; Blut trat über ...

... Der Sudmann wollte sprechen; Blut trat über ...

... Tiefer und tiefer sank das kreisende Feuerrrad, ...

... Tiefer und tiefer sank das kreisende Feuerrad, ...

 

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1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the collection are in the public domain in the United States. If an individual work is unprotected by copyright law in the United States and you are located in the United States, we do not claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, displaying or creating derivative works based on the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant state of change. If you are outside the United States, check the laws of your country in addition to the terms of this agreement before downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating derivative works based on this work or any other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning the copyright status of any work in any country outside the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have to check the laws of the country where you are located before using this ebook.

1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not contain a notice indicating that it is posted with permission of the copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in the United States without paying any fees or charges. If you are redistributing or providing access to a work with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

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1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm License terms from this work, or any files containing a part of this work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

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1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided that

* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has agreed to donate royalties under this paragraph to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid within 60 days following each date on which you prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty payments should be clearly marked as such and sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

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* You comply with all other terms of this agreement for free distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread works not protected by U.S. copyright law in creating the Project Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic works, and the medium on which they may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.

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1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance with this agreement, and any volunteers associated with the production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of electronic works in formats readable by the widest variety of computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will remain freely available for generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation information page at www.gutenberg.org

 

Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at www.gutenberg.org/contact

For additional contact information:

Dr. Gregory B. Newby

Chief Executive and Director

gbnewby@pglaf.org

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide spread public support and donations to carry out its mission of increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form accessible by the widest array of equipment including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating charities and charitable donations in all 50 states of the United States. Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these requirements. We do not solicit donations in locations where we have not received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state visit www.gutenberg.org/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make any statements concerning tax treatment of donations received from outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including checks, online payments and credit card donations. To donate, please visit: www.gutenberg.org/donate

Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be freely shared with anyone. For forty years, he produced and distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper edition.

Most people start at our Web site which has the main PG search facility: www.gutenberg.org

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