Briefe an Ludwig Tieck, Erster Band

Karl von Holtei · Kapitel 14 von 166

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Briefe an Ludwig Tieck, Erster Band

Atterbom, Peter Daniel Amadeus.

 

Schwedischer Dichter, gedanken- und phantasiereich, geb. d. 19. Jan. 1790 im

Kirchsprengel Asbo in Ostgothland, Hauptvertreter der idealistischen gegen die alternde Akademie kämpfenden Richtung. Eine von ihm redigirte Zeitschrift Phosphorus (1810– 1813) galt gewissermaßen für das Organ dieser Bestrebungen. Im Jahre 1822 ernannte man ihn zum Docenten und Professor an der Universität Upsala, und 1839 nahm man ihn gar als Mitglied in die Akademie auf, gegen die er so lange gestritten.

Der poetische Kalender (1812–1822) — die Insel der Glückseligkeit (1831–1833) —

Samla de Dikter (1836–1837) — und andere historische und philosophische Schriften.

Die drei hier von ihm vorgefundenen Briefchen, so kurz und unbedeutend sie sein

mögen, wurden abgedruckt, wie Alles abgedruckt werden soll, was Zeugniß giebt von Ludwig Tieck’s Bedeutung im Auslande. Wen die Guten und Edlen fremder Nationen huldigend anerkennen, den dürfen wir mit zweifacher Berechtigung zu den Besten der unsrigen zählen.

 

I.

 

Upsala, den 25. Jun. 1835.

Verehrter Meister!

 

Der Ueberbringer dieser Zeilen ist ein junger mir sehr theurer Freund, Docens in der Ethik und Amanuens bei der hiesigen Bibliothek, Magister Böttiger; unter den jüngeren Dichtern meines Vaterlandes einer der vorzüglichsten. Wenn mein Nahme nicht Ihrem Gedächtniß entschwunden ist, wage ich den reisenden Freund, der nach Italien geht, hiemit Ihrem Wohlwollen zu empfehlen. Und da er, was mich und meine Unternehmungen betrifft, den Dienst eines lebendigen Briefes leisten kann: so hab’ ich für jetzt nichts mehr hinzuzusetzen, als mich mit der innigsten Bewunderung und Liebe zu unterzeichnen

Ihr treu ergebenster

P. D. A. Atterbom.