Briefe an Ludwig Tieck, Erster Band

Karl von Holtei · Kapitel 91 von 166

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Briefe an Ludwig Tieck, Erster Band

Förster, Karl. Förster, Luise, geb. Förster. Förster, Friedr.

Förster, Karl.

 

Förster, Luise, geb. Förster.

 

Förster, Friedr.

 

Karl Förster, geb. den 31. April 1784 zu Naumburg, gestorben den 18. Dec. 1841 zu

Dresden, wo er seit 1807 Professor am Kadettenhause gewesen. Als Uebersetzer des Petrarca, Tasso, Dante gerühmt, hat er auch einen „Abriß der allgemeinen Litteraturgeschichte“ geliefert, 4 B. (1827–30.) — Poesieen enthält das Buch: Raphael, ein Cyclus von Gedichten. Ueber des Dichters wie über des Menschen Werth sprechen am Schönsten die hier mitgetheilten Briefe der Gattin:

Luise Förster, geb. Förster, welche sie nach des edlen Mannes Tode an Ludw. Tieck

richtete, der das Ehepaar herzlich liebte und achtete. Er auch hat die von der Wittwe herausgegebenen „Gedichte“ Karls, 2 B. (1842) mit einem Vorworte begleitet. Vier Jahre später erschienen, von Luisen verfaßt: Biographische und litterarische Skizzen aus der Zeit Karl Försters.

Luise ist die Schwester von

Friedrich Förster, geb. am 24. Sept. 1792, des tüchtigen Mannes, der das Schwerdt

wie die Feder zu führen verstand, der weder im Kriege noch im Frieden hinter’m Berge hielt, der manch’ kühnes Wort sprach, ohne die anhänglichste Treue für den Thron in Zweifel zu stellen, und dem deshalb der berliner Witz den Beinamen „der Hofdemagoge“ beilegte. Preußischer Offizier kehrte er 1815 mit dem Ehrenzeichen der Tapferkeit geschmückt aus Frankreich heim, und zeigte sich als Lehrer, Historiker, Publicist, Redakteur und Dichter nach allen Richtungen, in den verschiedensten Gebieten. Oftmals hat er für momentane Zeit- oder Gelegenheitsstimmungen auf bewundernswerthe Weise den Ton getroffen, und Lieder von ausnehmender Schönheit geliefert, in Ernst und Scherz. Wie lange galt sein „ Demagogisch: Es wollt’ einmal im Königreich &c.“ für eine Schöpfung Goethe’s, und als solche für eine der genialsten! — Er ist lange jung geblieben, auch mit ergrauendem Haare, und nachstehender burschikos-gemüthlicher Brief des Fünfundzwanzigjährigen liegt dem Wesen des hohen Sechszigers noch gar nicht fern.

 

I.

 

V. J., d. 20st. Juni 1831.

Innigst verehrter Herr Hofrath,

 

Seit drei Tagen sitze ich unter den Heften meiner Zöglinge, deren Arbeiten mir zur Correctur vorliegen; Sie verzeihen mir daher gewiß, wenn ich, was ich gestern und heute mündlich thun wollte, aber leider nicht konnte, jetzt mit zwei Worten schriftlich thue.