Briefe an Ludwig Tieck, Erster Band

Karl von Holtei · Kapitel 7 von 166

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Briefe an Ludwig Tieck, Erster Band

Kapitel II

Ich wohne in Copenhagen

Nyharn. Nr. 280.

Dem Dichter

Ludwig Tieck

in Dresden.

Ihr herzlich ergebner

H. C. Andersen.

 

II.

 

Copenhagen, 8. April 1842.

Der Buchhändler Longmann aus London, geht zum ersten Mahl nach Deutschland, und da es sein sehnlichster Wunsch ist, Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen, so erlaube ich mir Ihnen diesen sehr wackeren Mann vorzustellen; indem ich dabei auch die Gelegenheit ergreife mich selbst vor Ihr Gedächtniß wieder einzuführen.

Als ich im vorigen Sommer aus dem Orient zurückkam, suchte ich Sie vergebens in Dresden. Als eine Frucht meiner Reise erscheint jetzt im Dänischen — und bald nachher im Deutschen — eine neue Arbeit von mir: „Der Bazar eines Dichters,“ in sechs Bogengängen: „Deutschland, Italien, Griechenland, der Orient, die Donau und nach Norden!“ Den Bazar „Deutschland“ habe Ihnen und dem Mendelsohn-Bartholdy gewidmet, den Orient, Oehlenschläger und dem österreich. Internuntius Stürmer in Constantinopel.

Die deutsche Ausgabe wird Ihnen in diesem Sommer geschicht werden. Ich kann — wie Sie sehen, — gar nicht Deutsch schreiben!

N. S.

Grüsen Sie Frau von Serre

und Dahl (?).

An

den Dichter Deutschlands

Ludwig Tieck!

Ihr sehr ergebener

H. C. Andersen.