Venetianische Epigramme

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 29 von 44

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Venetianische Epigramme

Kapitel CXII

Was auch Helden gethan, was Kluge gelehrt, es verachtet's Wähnender christlicher Stolz neben den Wundern des Herrn. Und doch schmückt er sich selbst und seinen nackten Erlöser Mit dem besten heraus was uns der Heide verlies. So versammelt der Pfaffe die edlen leuchtenden Kerzen Um das gestempelte Brod das er zum Gott sich geweiht.

 

CXIII.

Viele folgten dir gläubig und haben des irdischen Lebens Rechte Wege verfehlt, wie es dir selber erging.

Folgen mag ich dir nicht; ich möchte dem Ende der Tage Als ein vernünftiger Mann, als ein vergnügter mich nahn. Heute gehorch ich dir doch und wähle den Pfad ins Gebirge, Dießmal schwärmst du wohl nicht, König der Juden leb wohl.

 

CXIV.

Offen steht das Grab! Welch herrlich Wunder!

Auferstanden! - Wer's glaubt! Schelmen, ihr trugt ihn ja weg.

 

CXV.

Was vom Kristenthum gilt, gilt von den Stoikern, freyen Menschen geziemet es nicht Krist oder Stoiker seyn.

 

CXVI.