Der Dichter Lenz und Friedericke von Sesenheim

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 26 von 29

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Der Dichter Lenz und Friedericke von Sesenheim

Fußnoten

 

[1] Gesammelte Schriften von J . M . R . L e n z, herausgegeben von L. Tieck.

Berlin, bei Reimer 1828, 3 Theile. Das Trauerspiel das l e i d e n d e W e i b, hat

Tieck fälschlich unter die Lenzischen Schriften gesetzt; es ist von K l i n g e r , wie

Gervinus (Neuere Geschichte der deutschen Nationalliteratur Th. I. S. 584)

nachgewiesen hat.

[2] S. Salzmann’s Nekrolog von M o r i z E n g e l h a r d t, Morgenblatt 1812. —

Gelegentlich stehe hier, daß Göthe während seines Aufenthaltes in Straßburg, 1770 bis

1771 auf dem alten Fischmarkte, im Hause Nr. 80 wohnte. Die von Salzmann

präsidirte Tischgesellschaft, bei den Jungfern Lauth, kam in der Krämergasse Nr. 13

zusammen.

[3] Das Andenken des Pfarrers J o h a n n J a k o b B r i o n und seiner von Göthe

als Muster einer tüchtigen, einsichtsvollen und verständigen Hausfrau geschilderten

Gattin, Maria Magdalena, geb. Schöll, steht noch immer in Sesenheim in Segen. Das

alte Pfarrhaus ist seitdem abgerissen worden und hat einem größern, stattlichen

Wohngebäude Platz gemacht. Die Jasminlaube, die seitdem auch verpflanzt worden

ist, wird häufig von Reisenden, namentlich von Deutschen und Engländern,

aufgesucht und geplündert. — Göthe’s damalige Vorliebe für Ossian war auch auf

Friedericke übergegangen. Ich besitze den schon besprochenen Gesang: „Stern der

dämmernden Nacht“, welchen er für Friedericke übersetzte, und sodann, sehr

verändert, in den Werther aufnahm, von seiner Hand geschrieben und hin und wieder

verbessert. Er folgt im Anhange. Die älteste Tochter, M a r i e S a l o m e (bei Göthe

O l i v i e ), war an einen Pfarrer Marx in Meißenheim, bei Lahr, verheirathet; bei ihr

starb F r i e d e r i c k e (November 1813) im 58. Lebensjahre. Der Bruder (M o s e s )

starb 1817 als Pfarrer zu Barr. Die jüngste Schwester, zu Göthe’s Zeit ein kleines,

munteres Mädchen, hieß S o p h i e ; sie lebte eine Zeit lang mit Friedericke im

Steinthale, wo beide eine Mädchenschule leiteten; später zog sie nach Niederbronn,

wo sie im Dezember 1838 in hohem Alter starb. Sie war bis an ihr Ende heiter und

sprach von Göthe nicht anders als mit Achtung; sie klagte ihn nie an und wußte nichts

von einer förmlichen Verlobung zwischen ihm und ihrer Schwester. Sie wurde oft von

Fremden besucht und war unter dem Namen „Täntele“ in Niederbronn und in der

Umgegend bekannt und allgemein geschätzt. Die bis dahin ungedruckten Gedichte

Göthe’s, die ich in Chamisso’s und Schwab’s Musenalmanach 1838 einrücken ließ,

hatte ich von ihr erhalten; sie sind aber nicht eigenhändig von Göthe geschrieben.

[4] Strobel, hist. du Gymn. de Strasb. 1838. S. 159 u. 160.

[5] G e r v i n u s , neuere Geschichte der poetischen Nationalliteratur der Deutschen.

Th. I. S. 581 u. 584.

[6] Viele Beiträge der Gesellschaft wurden in den damals in Straßburg erscheinenden

B ü r g e r f r e u n d eingerückt, an welchem namentlich B l e s s i g thätigen Antheil

hatte.

[7] Dieser in der E r w i n i a 1839, S. 6 u. ff., mitgetheilte Aufsatz bildet die

Grundlage der leider Fragment gebliebenen Novelle „Lenz“ meines verstorbenen

Freundes G e o r g B ü c h n e r. Er trug sich schon in Straßburg lange Zeit mit dem

Gedanken Lenz zum Helden einer Novelle zu machen, und ich gab ihm zu seinem

Stoffe alles, was ich an Handschriften besaß. Das Fragment ist abgedruckt im T e l e g r a p h e n 1839, Nummer 5 u. ff.

[8] K a u f m a n n aus Winterthur.

[9] Daß diese — Friedericke aus Sesenheim war, geht aus den Briefen von Lenz an Salzmann unzweifelhaft hervor.

[10] Oberlin schrieb und sagte später immer W a l d b a c h ; dies ist auch der offizielle Name, den das Dörfchen trägt.

[11] Aus O b e r l i n ’ s Papieren gezogen und ohne Veränderungen abgedruckt.

[12] Herr Kommerzienrath V o g e l , in Emmendingen, hatte die Güte mir einige Notizen über Lenz’s Aufenthalt daselbst mitzutheilen; sie beziehen sich meistens auf die Ausbrüche seines Wahnsinns, an deren Erzählung der Leser, aus Oberlin’s Aufsatze, gewiß schon volle Genüge hat.

[13] Schlosser.

[14] Es war ihm nämlich eine Wasserkur verordnet; namentlich das Baden im fließenden Wasser, was er oft und gerne im Rheine that.

[15] Die Uebersetzungen aus Ossian, Band 3 u. 4, sind von ihm. Er war auch ein eifriger Mitarbeiter am d e u t s c h e n M u s e u m; die Jahrgänge 1776 und 1777 enthalten viele Beiträge von ihm; auch am d e u t s c h e n M e r k u r und V o s s i s c h e n M u s e n a l m a n a c h.

[16] Der erste starb als Lehrer an einem Institut in Paris. Der zweite war Professor am Buchsweiler Gymnasium; beide waren früher Gehülfen Basedow’s.

[17] Gesammelte Schriften von J . M . R . L e n z, Bd. I. S. CXX.

[18] Sesenheim.

[19] Ich weiß nicht was hier gemeint. Es liegen einige unvollständige Blättchen bei den Briefen, welche einzelne philosophische und theologische Betrachtungen, besonders über Leibniz, enthalten.

D. H.

[20] A n d r e a s L a m e y, gebürtig aus Münster, im oberen Elsaße; ein Mann von niederer Abkunft, den aber sein Fleiß und seine Talente, so wie seine wunderbaren Lebensschicksale, zu einem großen, wichtigen Wirkungskreise führten. Er war ein Freund und Gehilfe S c h ö p f l i n ’ s , leistete dem Churfürsten der baierischen Pfalz wesentliche Dienste durch Auffindung verlorener Dokumente und starb in Mannheim, allverehrt und allgesegnet, als Hofrath, Oberbibliothekar und beständiger Sekretar der Gesellschaft der Wissenschaften. Der geistreiche L u c e hat die wunderbaren Fata Lamey’s in einer lieblichen Geschichte „die Wunder des Fäßchens“ erzählt. S. a l s a t i s c h e s T a s c h e n b u c h auf d. J. 1807.

D. H.

[21] Spatziergang, bei Straßburg. D. H.

[22] In einem Briefe P f e f f e l ’ s an meinen sel. Vater (Kolmar 13. Dezember 1806) finde ich hierüber folgende Stelle: „Die Geschichte an der Aar hat Luce irrig ungedruckt geglaubt. Der gute Lenz verfertigte das Stück nach unserer Erzählung (denn er hatte damals die Schweiz noch nicht gesehen) an einem Winterabende auf meiner Stube, und ich erinnerte mich sogar, daß ich ihm einen Reim dazu lieferte. Er hinterließ Luce und mir eine Abschrift des Gedichtes, das ich mit seiner Bewilligung in den Göttinger Musenalmanach von 1777 oder 1778 einrückte; es verdiente aber mit

allem Recht wieder auferweckt zu werden.“

D. H.

[23] Mit Beibehaltung der Orthographie des Originals abgedruckt.

D. H.

[24] Das Echo. G.

[25] Göthe nahm diesen Gesang nur bis dahin in seinen Werther auf.

D. H.

[26] Ossianen. G.

[27] B e m e r k u n g . Diese Gedichte, die ich 1838 schon im Musenalmanach von

Chamisso und G. Schwab mittheilte, waren im Besitze von Sophie Brion,

Friederickens jüngster Schwester; die Originalien kamen ihr abhanden; allein sie

versicherte, die Abschriften seien getreu. Außer den hier mitgetheilten stand noch

abgerissen dabei:

„Es schlägt mein Herz, geschwind zu Pferde!“

bis

„Sah schläfrig aus dem Duft hervor.“

Ebenso das bekannte

„Kleine Blumen, kleine Blätter.“

D. H.

 

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