Die Chronik der Sperlingsgasse
Am Abend.
Ich bin zurückgekommen von meinem Spaziergang und sitze wieder allein und
einsam vor den zerstreuten Bogen meiner Chronik. Der Karikaturenzeichner hat
wirklich ein Blatt vollgekritzelt, alle meine Federn verdorben, einen Tintenklex
auf dem Fußboden gemacht, meinen Siegellackvorrat zerbissen, zerdreht und
zerbrochen und — eine Ecke von meinem Schreibtisch abgeschnitzelt. — Er hat
mir fast die Fortsetzung der Aufzeichnung meiner Phantasien verleidet, und es
war doch so süß, wenn der Blick an irgend einen Gegenstand meines Zimmers,
dort an jenes kleine leere Messingbauer, an jenen Sessel vor dem Nähtischchen,
an ein altes Blatt, eine vertrocknete Blume, eine bunte Zeichnung in meiner
Mappe sich fest hing, und allmählich eine Erinnerung nach der andern aufstieg
und sich blühend und grünend darumschlang. Wir sind doch törichte Menschen!
Wie oft durchkreuzt die Furcht vor dem Lächerlichwerden unsere innigsten,
zartesten Gefühle! Man schämt sich der Träne und — spottet; man schämt sich
des fröhlichen Lachens und — schneidet ein langweiliges Gesicht; die Tragödien
des Lebens sucht man hinter der komischen Maske zu spielen, die Komödien
hinter der tragischen; man ist ein Betrüger und Selbstquäler zugleich! — Mit
einem Kinderbaukasten verglich Strobel diese bunten Blätter ohne
Zusammenhang? Gut, gut, — mag es sein, — ich werde weiter damit spielen,
weiter lustige, tolle Gebäude damit bauen, da d i e fern sind, welche mir die
farbigsten Steine dazu lieferten? Ich werde von der Vergangenheit im Präsens
und von der Gegenwart im Imperfektum sprechen, ich werde Märchen erzählen
und daran glauben, Wahres zu einem Märchen machen, und zuerst die
bekritzelten Blätter des Meisters Strobel der Chronik anheften! Hier sind sie:
Strobeliana
3 Uhr. Ich habe mir eine Zigarre angezündet, den Bogen neben mich ins Fenster
gelegt und beginne meine Beobachtungen. Zuerst bringe ich zu Papier natürlich
das Wetter: das holdseligste Himmelblau, den prächtigsten Sonnenschein. Hätte
ich nur einen Funken poetischen Feuers in mir, so würde ich mir beide durch ein
junges, schönes Paar personifizieren, welches da hoch oben im Himmelszelt auf
seinem weißen, weichen Wolkendivan tändelt und kost und total vergessen hat,
daß noch so viel hunderttausend deutsche Hausfrauen auf — Märzschnee warten
zum Seifekochen! Wahrhaftig, da ist ja eine Fliege! Welch ein Fund für einen
Chronikschreiber! Summend stößt sie gegen die sonnenbeschienenen Scheiben, die wir schnell schließen wollen, um das arme Tierchen zu seinem Besten vor
dem heuchlerischen Frühling da draußen zu bewahren. Sie scheint auch jetzt ihre
Torheit einzusehen, sie läßt ab und umfliegt mich. Halt, jetzt setzt sie sich auf
meine Knie, nach mehreren vergeblichen Angriffen auf meine Nasenspitze; sie
nimmt den Kopf zwischen beide Vorderbeine, kratzt sich hinter den Ohren und
— — — kleiner …! — Dahin geht sie, eine Spur hinterlassend auf meinem Knie
und — in der Chronik der Sperlingsgasse. Ich wollte, es gäbe ein Sprichwort:
„Schämt Euch vor den Fliegen an der Wand.“ Um wie viel menschliche
Tollheiten und Torheiten schnurren diese winzigen Flügelwesen. Wer weiß, was
der Punkt, den der kleine Tourist da eben niedergelegt hat, eigentlich bedeutet?
Wer weiß, ob es nicht ein deponiertes Tagebuch ist, voll der geistreichsten
Bemerkungen; ein Tagebuch, das man nur aufzurollen und zu entziffern
brauchte, wie einen ägyptischen Papyrus um wunderbare, unerhörte Dinge zu
erfahren. Welch eine Revolution würde es hervorbringen, wenn dem so wäre;
wenn man sich vor den Fliegen an der Wand schämen müßte! Wie würden die
Fliegenklatschen in Gang kommen. Arme Fliegen! Kein „redlicher Greis in
gestreifter kalmankener Jacke“ würde euch mehr verschonen „zur
Wintergesellschaft“. Wie den Vogel Dudu würde man euch ausrotten, und
höchstens — einige in Uniform gesteckt, mit einer Kokarde auf jedem Flügel,
als Regierungsbeamte besolden. Es wäre schrecklich, und ich breche ab. —
3¼ Uhr. — Welche Reisegedanken dieser blaue Himmel schon wieder in mir
erweckt! An solchen Vorfrühlingstagen, wo der Geist die Last des Winters noch
nicht ganz abgeschüttelt hat, ist’s, wo die Sehnsucht nach der Ferne uns am
mächtigsten ergreift. Es ist ein sonderbares Ding um diese Sehnsucht, die wir nie
verlieren, so alt wir sein mögen. Da zupft etwas an unserem tiefsten Innern:
Komm heraus, komm heraus, was sitzest du so still, du Tor, und hältst Maulaffen
feil? Hier findest du nicht, worüber du grübelst, wonach du dich sehnst, ohne es
zu kennen. Sieh, wie blau, wie duftig die Ferne! Viel, viel weiter liegt’s! Komm
heraus, heraus!
Bah, diese blaue, duftige Ferne; wie oft hab’ ich mich von ihr verlocken
lassen. Die Erde läßt uns ja nicht los; wir sind ihre Kinder, und sie ist nichts ohne
uns, wir nichts ohne sie. — Folge jetzt der lockenden Stimme, deine Füße
werden schon in dem weichen Boden versinken; närrische Sprünge wirst du mit
den Erdklößen an den Stiefeln machen! Fühle, daß zur Zeit, wo die Sehnsucht
am stärksten ist, auch die Fesseln am stärksten sind; kehre um, ziehe Pantoffeln
an und nimm die gestrige Zeitung vor die Nase: das Glück liegt nicht in der
Ferne, nicht über dem wechselnden Mond! —
3½ Uhr. — Da höre ich eben unten in der Gasse eine merkwürdige Redensart
aus dem Munde eines Tagelöhners, der einen andern, sehr übelgelaunt Aussehenden, mit den Worten auf die Schulter klopft: „Man muß nie
verzweifeln; kommt’s nicht gut, s o k o m m t ’ s d o c h s c h l e c h t
h e r a u s !“ In demselben Augenblick öffnet sich nebenan ein Fenster. Eine
beschmierte rote Sammetmütze auf einem Wald schwarzer Haare beugt sich
hervor; es ist mein würdiger Freund Monsieur Anastase Tourbillon,
seines Zeichens ein französischer Sprachlehrer. Er scheint die Redensart drunten
auch gehört und — verstanden zu haben und gähnt: „Ah, ouf, quelle
bête allemande! Eh vogue la galère, jusqu’à la mort
tout est vie!“
Da habt ihr die beiden Nationen und …… Wetter! — da gebe ich nicht acht
und — meine Fliege von vorhin entschlüpft summend aus dem wiedergeöffneten
Fenster! Nie mehr wird sie wieder meinen Freund Wachholder umschwirren, nie
mehr auf dem Rande der Zuckerdose umherspazieren oder gegen die Scheiben
stoßen! Sie hat, was sie wollte — unbegrenzte Freiheit, aber ach — heute Abend
— keinen warmen Ofen mehr, sich daran zu wärmen; in den Rinnsteinen der
Sperlingsgasse fließt weder Milch noch Honig! — Verflucht sei die Freiheit!
Amen! —
3¾ Uhr. Die meisten Dichterwerke der neuesten Zeit gleichen dem Bild jenes
italischen Meisters, der seine Geliebte malte als Herodias, und sich in dem
Kopfe des Täufers auf der Schüssel porträtierte. Da pinseln uns die Herren ein
Weibsbild, Tendenz genannt, hin, welches anzubeten sie heucheln, und welches
auf dem Präsentierteller, hochachtungsvoll und ergebenst, uns das verzerrte
Haupt des werten Schriftstellers selbst überreicht. Die Nützlichkeit solchen
Treibens läßt sich nicht abstreiten, also — nur immer zu! — Wie komm’ ich
d a r a u f . —
4 Uhr. — Es ist merkwürdig; seit ich dieses Blatt bemale, ist dieselbe
Traumseligkeit über mich gekommen, welche dieser Chronik ein so zerfetztes,
zerlumptes Ansehen gegeben hat. Wachholder hat recht, es ist ein eigentümlich
behagliches Gefühl, seinen Gedankenspielen sich so ganz und gar hinzugeben,
ohne sich Geist-herausquälend im Kreise zu drehen, wie ein hartleibiger Pudel.
Wo war ich eben, als das Kindergeschrei drunten auf der Straße mich
aufweckte? Ich will es versuchen, es der Chronik einzuverleiben, worin zugleich
für meinen ehrenwerten Freund Wachholder die größte Genugtuung für meine
vorigen Reden liegen wird.
Es war an einem Sonntagmorgen im Juli, als ich auf braunschweigschem
Grund und Boden am Uferrand der Weser lag und hinüberblickte nach dem
jenseitigen Westfalen. Früh vor Sonnenaufgang war ich, über Berg und Tal
streifend, mit dem ersten Strahl im Osten, in ein gleichgültiges Dorf
hinabgestiegen. Ich hatte Kaffee getrunken unter der Linde vor dem Dorfkrug, hatte behaglich das Treiben des Sonntagsmorgens im Dorf belauscht und
andächtig der kleinen Glocke zugehört, die in dem spitzen, schiefergedeckten
Kirchturm läutete. Manchem hübschen, drallen, niedersächsischen Mädchen, das
sich über den sonderbaren, plötzlich ins Dorf geschneiten Fremdling wunderte,
hatte ich lächelnd zugenickt; ich hatte Bekanntschaft mit der gesamten Kinder-,
Hühner-, Gänse- und Entenwelt des „Krugs“ gemacht, dem weißen Spitz den
Pelz gestreichelt und manche Frage über „Woher und Wohin“ beantwortet. Mit
meinem Wirt (der zugleich Ortsvorsteher war) hatte ich das Bienenhaus besucht;
darauf die Gemeinde, den Kantor und Pastor in die Kirche gehen sehen, und
hatte mich zuletzt allein im Hofe unter der Linde gefunden, nur umgeben von
der quakenden, piepsenden, geflügelten Schar des Federviehs. Aus diesem
dolce far niente hatte mich plötzlich das Schreien eines Kindes
aufgeschreckt. Es drang aus dem Haus hinter mir und bewog mich, aufzustehen
und in das niedere, vom Weinstock umsponnene Fenster zu sehen. Eine alte Frau
war eben beschäftigt, einen widerspenstigen, heulenden, strampelnden Bengel
von vier Jahren mit Wasser, Seife und einem wollenen Lappen tüchtig zu
waschen, welcher Prozedur drei bis vier andere kleine „Blaen“ angstvoll
zusahen, wartend, bis die Reihe an sie kommen würde.
„Nun, Mutter,“ sagte ich, mich auf die Fensterbank lehnend; „und Ihr seid
nicht in der Kirche?“
Die Alte sah auf und sagte lachend: „Et geit nich immer; ek mott düsse lüttgen
Panzen waschen und antrecken — Herre — Kinderschrieen is ok een
Gesangbauksversch!“
Ich nahm den Hut ab und trat unwillkürlich einen Schritt zurück. Welch eine
wunderbar schöne Predigt lag in den fünf Worten des alten Weibes! Eine
Schwalbe beschrieb eben ihren Bogen um mich, ihrem Neste unter dem
niedrigen Dachrande zu, und klammerte sich, ihre Beute im Schnabel, an die Tür
ihrer kleinen Wohnung, begrüßt von dem jubelnden Gezwitscher der federlosen
Brut. Ich konnte der alten Frau kein Wort mehr sagen.
„Kinderschrieen is ok een Gesangbauksversch!“ murmelte ich leise, zu
meinem Tisch unter der Linde zurückgehend. Ich riß ein Blatt aus meiner
Brieftasche, schrieb darauf: Kinderschrieen is ok een Gesangbauksversch, und
zog es mit einem Strauß Waldblumen unter das Hutband.
Träumend schritt ich dann durch die Tür des Dorfkirchhofs, vorüber an den
bunten, geputzten Gräbern, zu dem offenen Kirchtor (auf dem Lande braucht der
Protestantismus seine Kirchen während des Gottesdienstes noch nicht zu
schließen) und lehnte andächtig an der Esche davor. Mit großer Freude hörte ich,
wie der junge Pastor eine Gellertsche Fabel in das Gleichnis aus dem fernen
Orient schlang; während die Schwalben in dem heiligen Gebäude hin und her schossen, und ein verirrter Schmetterling seinen Weg durch die geöffnete
Kirchtür eben wieder zurückfand.
„Kinderschrieen is ok een Gesangbauksversch!“ rief ich, über die niedere
Mauer in das freie Feld springend, und durch die gelben Kornwogen mit ihrem
Kranz von Flatterrosen am Rande, der Weser zuwandernd. Da hatte ich mich ins
Gras unter einen Weidenbusch geworfen und träumte in das Murren des alten
Stromes neben mir hinein; während drüben im katholischen Lande eine
Prozession singend den Kapellenberg zu dem Marienbild hinaufzog, und hinter
mir die protestantischen Orgeltöne leise verklangen. Welch ein wundervoller,
blauer, lächelnder Himmel über beiden Ufern, über beiden Religionen, welch
eine wogende Gefühlswelt im Busen, anknüpfend an die fünf Worte der alten
Bäuerin! Ich war damals jünger als jetzt und legte das Gesicht in die Hände:
„Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott!
Ich habe keinen Namen
Dafür! Gefühl ist alles“ — — — —
Ein näher kommender Gesang weckte mich plötzlich; ich blickte auf. Brausend
und schnaufend, die gelben Fluten gewaltig peitschend, kam der „Hermann“ die
Weser herunter. Der Kapitän stand auf dem Räderkasten und griff grüßend an
den Hut, als das Schiff vorbeischoß. Hunderte von Auswanderern trug der
Dampfer an mir vorüber, hinunter den Strom, der einst so viele Römerleichen
der Nordsee zugewälzt hatte. Ein Männerchor sang: „Was ist des Deutschen
Vaterland,“ und die alten Eichen schienen traurig die Wipfel zu schütteln; sie
wußten keine Antwort darauf zu geben, und das Schiff flog weiter. Die Weser
trägt keine fremden Leichen mehr zur Nordsee hinab; wohl aber murrend und
grollend ihre eigenen unglücklichen Söhne und Töchter! — Ich verließ meinen
Ruheplatz und ging durch den Buchenwald den nächsten Berg hinauf bis zu
einer freien Stelle, von wo aus der Blick weit hinausschweifen konnte ins schöne
Land des Sachsengaus. Welch eine Scholle deutscher Erde! Dort jene blauen
Höhenzüge — der Teutoburger Wald! Dort jene schlanken Türme — die große
germanische Kulturstätte, das Kloster Corvey! Dort jene Berggruppe — der Idth!
cui Idistaviso nomen sagt Tacitus. Ich bevölkerte die Gegend mit den
Gestalten der Vorzeit. Ich sah die achtzehnte, neunzehnte und zwanzigste Legion
unter dem Prokonsul Varus gegen die Weser ziehen und lauschte ihrem fern
verhallenden Todesschrei. Ich sah den Germanicus denselben Weg kommen und
lauschte dem Schlachtlärm am Idistavisus; bis der große Arminius, der
„turbator Germaniae“ durch die Legionen und den Urwald sein weißes
Roß spornte, das Gesicht unkenntlich durch das eigene herabrieselnde Blut,
geschlagen, todmüde. Ich sah, wie er die Cheruska von neuem aufrief zum neuen Kampf gegen die „urbs“; wie das Volk zu den Waffen griff: pugnam
volunt, arma rapiunt; plebes, primores, juventus,
senes!
Aber wo ist denn die Puppe? kam mir damit plötzlich in den Sinn. Ich
schleuderte den Tacitus ins Gras, stellte mich auf die Zehen, reckte den Hals aus,
so lang als möglich, und schaute hinüber nach dem Teutoburger Walde. Da eine
vorliegende „Bergdruffel“ (wie Joach. Heinr. Kampe sagt) mir einen Teil der
fernen blauen Höhen verbarg, gab ich mir sogar die Mühe, in eine hohe Buche
hinaufzusteigen, wo ich auch das Fernglas zu Hilfe nahm. Vergeblich; —
nirgends eine Spur vom Hermannsbild! Alles, was ich zu sehen bekam, war der
große Christoffel bei Kassel, und mit einem leisen Fluch kletterte ich wieder
herunter von meinem luftigen Auslug. Hatte ich aber eben einen leisen
Segenswunsch von mir gegeben, so ließ ich jetzt einen um so lauteren los. Ich
sah schön aus! „Das hat man davon,“ brummte ich, während ich mir das Blut aus
dem aufgeritzten Daumen sog, „das hat man davon, wenn man sich nach
deutscher Größe umguckt: einen Dorn stößt man sich in den Finger, die Hosen
zerreißt man, und zu sehen kriegt man nichts als — den großen Christoffel.“
Ärgerlich schob ich mein Fernglas zusammen, steckte den Tacitus zurück in die
Tasche und ging hinkend den Berg hinunter, wieder der Weser zu. Ärgerlich warf
ich mich, am Rande des Flusses angekommen, abermals ins Gras. Was hatte sich
alles zwischen die gefühlsselige Stimmung von vorhin und den jetzigen
Augenblick gedrängt! Der Himmel war noch ebenso blau, die Berge noch
ebenso grün, der Papierstreifen von vorhin steckte noch neben den Waldblumen
an meinem Hute, und doch — wie verändert blickte mich das alles an! Hätte das
Dampfschiff mit seinen Auswanderern nicht später kommen können, da es doch
sonst immer lange genug auf sich warten läßt! Hätte ich Narr nicht unterlassen
können, nach dem Hermannsbild auszuschauen? Wie ruhig könnte ich dann jetzt
im Grase meinen Mittagsschlaf halten, ohne mich über den großen Christoffel,
den so viele brave Katten mit ihrem Blute bezahlt haben, zu ärgern! — Ich
versuchte mancherlei, um meinen Gleichmut wieder zu gewinnen; ich kitzelte
mich mit einem Grashalm am Nasenwinkel, ich porträtierte einen dicken,
gemütlichen Frosch, der sich unter einem Klettenbusch sonnte, — es half alles
nichts! — Der Dämon Mißmut ließ mich nicht los, wütend sprang ich auf,
schrie: Hole der Henker die Wirtschaft! und marschierte brummend auf Rühle zu
— — — — — — Wetter, was ist das für ein Lärm in der Sperlingsgasse?! Heda,
— da ist ein Hundefuhrwerk in einen Viktualienkeller hinabgepoltert, und ich —
ich, der Karikaturenzeichner Ulrich Strobel, sitze hier und schmiere Unsinn
zusammen! Hol’ der Henker auch die Chronik der Sperlingsgasse! — Adieu,
Wachholder!