Briefe an Ludwig Tieck, Dritter Band

Karl von Holtei · Kapitel 135 von 173

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Briefe an Ludwig Tieck, Dritter Band

Kapitel XXIX

bitte Dich, beschwöre Dich, Deine [19] Cevennen zu vollenden. Es ist nicht nur ein hinreißendes Werk, sondern auch in den jetzigen Zeitläufen eine männliche Handlung.

Komm doch einmal an den Rhein, laß Dich von Deinem Bruder mitbringen. Du solltest herzlich willkommen sein, und würdest mich ganz artig eingerichtet finden.

Meine Gesundheit hatte sehr gelitten, hat sich aber wieder befestigt. Fast täglich durchfliege ich die schöne Umgegend auf edlen und muthigen Rossen. Ich bin heiterer, wie je, die alte Neigung zum Scherze ist auch immer da.

Lebe tausendmal wohl und behalte mich in freundschaftlichem Andenken.

Ewig Dein

A. W. v. Schlegel.

 

XXIX.

 

Bonn, d. 7ten October 1829.

Geliebtester Freund!

 

Ich empfehle angelegentlich Deiner wohlwollenden Aufnahme Herrn Bildhauer Cauer, einen geistreichen und talentvollen Künstler, der sich einige Jahre bei uns aufgehalten hat. Wir, nämlich Welcker und D’Alton mit mir, hätten ihn gern als Zeichenlehrer hier behalten; allein wir haben es nicht durchsetzen können: und so ist es natürlich, daß er einen Ort verläßt, wo wenig Aufmunterungen und Hülfsmittel für die Kunst vorhanden sind. Ich bin Hrn. Cauer noch besonders verpflichtet wegen der Gefälligkeit, womit er einem armen Knaben, den ich zum Künstler zu erziehen unternommen, sehr schätzbaren Unterricht ertheilt hat.

Lebe mit den Deinigen recht wohl, und behalte mich in freundschaftlichem Andenken.