Briefe an Ludwig Tieck, Dritter Band

Karl von Holtei · Kapitel 36 von 173

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Briefe an Ludwig Tieck, Dritter Band

Paalzow, Henriette, geb. Wach.

 

Geb. zu Berlin 1788, gestorben daselbst am 30. Oktob. 1847.

Godwie Castle, 3 Bde. (1836.) — Saint-Roche, 3 Bde. (1839.) — Thomas Thyrnau, 3

Bde. (1843.) — Jakob van der Nees, 3 Bde. (1847.) — Daß es hauptsächlich der vielbelobte „blühende Styl“ gewesen, welcher diesem weiblichen Autor so rasch die schwärmerische Vorliebe jugendlicher Leserinnen erwarb, wird Niemand befremden, der Periodenbau wie nachstehenden zu würdigenden weiß: „Wenn sie in jungfräulicher Einsamkeit ihn aus der Tiefe ihres Herzens heraufbeschwor, so öffneten sich die Pforten desselben von seliger Fülle gesprengt, und ihr ganzes Wesen blieb lauschend stehen, und horchte der Wunder, die einen magischen Kreis sanft betäubend um sie her zogen!“

 

I.

 

Den 14. November 1841.

Sie sind nun hier, und Ihr Königlicher Freund verreist! Sie glauben nicht was mir da Alles einfällt!

Gestern Abend war mein hübsches grünes Wohnzimmer so schön beleuchtet, es war mir als hätte es was vor, wollte mir was erzählen — ich horchte:

„Bin ich denn nicht hübsch genug um ihn aufzunehmen? Soll ich denn nicht aus seinem Munde hören, wie er den großen Meister, dem er huldigt, zu Ehren hilft mit dem Zauber seiner Rede? Wie würde es ihn so gut kleiden, wenn er hier in dem bequemen Lehnstuhl säße — vor sich das Tischchen mit den Lichtern — die Geister die er herauf beschwört, sie hätten hier Raum und die Besten die Du kennst, die müßtest Du sammeln!“

Denken Sie einmal, wie mich solche Phantasien treiben müssen! ich erzähle es Ihnen und hoffe auf Ihr liebes versöhnliches Lächeln!

Die nächste Woche ist so lang — aber die letzte — den 28: erwartet man den zurück, der dann die königliche Hand unerwartet nach Ihnen ausstrecken kann!

Jeder Tag also in dieser, den Sie wählen könnten — und dann! soll das ein Fest werden!

Ihnen wir Beide recht wahrhaft ergeben