Briefe an Ludwig Tieck, Dritter Band

Karl von Holtei · Kapitel 96 von 173

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Briefe an Ludwig Tieck, Dritter Band

Kapitel II

Genehmigen Sie, Herr Geheimerath, daß ich mich unterzeichne als Ihr

ganz gehorsamster

A. v. Schack ,

Großherzogl. Mecklenburgischer

Legations-Rath.

P. S. Sollten Ew. Hochwohlgeboren einzelne von den bezeichneten Bänden von Lope’s Comödien nicht besitzen, so würde ich statt derselben ganz gehorsamst um Band 8, 11, 21 oder 23 bitten.

Das „spanische Theater“ folgt mit der Fahrpost nach.

 

II.

 

Frankfurt a. M., den 6ten August 1845.

Hochwohlgeborener Herr!

Hochverehrter Herr Geheimer Rath!

 

Schon vor nunmehr fast zwei Monaten, gleich nachdem meine „Geschichte der dramatischen Literatur und Kunst in Spanien“ im Druck vollendet war, übergab ich einem hier durchreisenden Freunde ein für Ew. Wohlgeboren bestimmtes Exemplar derselben, welches er in Berlin abzugeben versprach. Ich begleitete diese Sendung mit einem Schreiben, in welchem ich Ew. Hochwohlgeboren meinen verbindlichsten Dank für die mir mit so großer Gefälligkeit geliehenen Bände von Lope sagte. So eben erfahre ich nun zu meinem größten Schrecken, daß mein Freund auf der Durchreise in Cöln von einer schweren Krankheit befallen worden ist, an welcher er bisher darnieder gelegen hat, und daß durch diesen unglücklichen Zwischenfall die Beförderung des Briefes und der Bücher an Ew. Hochwohlgeboren unterblieben ist. Mögen Sie daher, hochgeehrter Herr Geheimer Rath, die Verspätung, mit welcher mein Buch in Ihre Hände kommt, entschuldigen, und dasjenige, was ganz ohne mein Verschulden durch eine unglückliche Fügung der Umstände herbeigeführt worden ist, nicht einer Versäumniß meiner Pflicht zuschreiben. Wenn ich glaubte hoffen zu dürfen, daß die beifolgenden Bände so wie der innige Ausdruck meines Dankes noch jetzt von Ihnen mit Wohlwollen aufgenommen würden, so würde mir dies eine große Beruhigung sein.