Briefe an Ludwig Tieck, Dritter Band

Karl von Holtei · Kapitel 22 von 173

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Briefe an Ludwig Tieck, Dritter Band

Kapitel VII

 

30. März 1824.

Ich hätte Ihnen vielerlei zu schreiben, mein innigst verehrter Freund, aber ich kann in der That von dem Vielen zu nichts Einzelnem kommen. Die Hauptsache werden Sie schon durch eine Karte erfahren haben, die Ihnen hoffentlich vor einigen Wochen abgegeben worden ist; andre Neuigkeiten von unserm Göttinger Leben erhalten Sie unendlich besser durch unsern besonnenen und ruhigen Freund Thorbecke, als durch einen leidenschaftlich Verliebten. Meine Pauline bittet mich, sie Ihnen zu empfehlen; ich freue mich darauf, sie bei einer Reise, die wir wohl einmal nach Schlesien machen werden, Ihnen und Ihrer liebenswürdigen Familie vorstellen zu können.

Ihr

treuergebner

K. O. Müller.

 

VIII.

 

18. April 1827.

Herr Ampère aus Paris, der Ihnen, mein hochverehrter Freund, diese Zeilen als eine Empfehlung überbringt, ist ein enthusiastischer Freund Deutscher Litteratur, und ein großer Verehrer von Ihnen, der es vielleicht auch unternehmen wird, wie er mir sagt, Theile Ihres Phantasus der Französischen Welt durch Uebersetzung bekannt zu machen, dabei eine aufrichtige und offne Seele, ein heitres und liebenswürdiges Gemüth, dessen lebendige Aeußerungen Sie gewiß ergötzen werden. Was ich sonst zu schreiben hätte, spare ich lieber auf mündliche Mittheilung auf, da ich schon wieder eine Reise nach Schlesien projektire und also die Hoffnung habe, Sie und die Ihrigen in diesem Herbst wiederzusehn, worauf ich mich sehr freue.

Mit der wärmsten Anhänglichkeit

Ihr

C. O. Müller.