Hermann Lauscher

Hermann Hesse · Kapitel 23 von 27

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Hermann Lauscher

Letzte Gedichte. (Sommer und Herbst 1900.)

Letzte Gedichte.

(Sommer und Herbst 1900.)

Meiner Liebe.

 

I.

 

An meine Schulter lehne

Dein schweres Haupt und schweige

Und koste jeder Träne

Wehsüße, lasse Neige.

 

Es werden Tage kommen,

Da du nach diesen Tränen

Verdürstend und beklommen

Dich wirst vergebens sehnen.

 

II.

 

Leg mir aufs Haar

Die Hand; schwer ist mein Haupt.

Was meine Jugend war,

Hast du geraubt.

 

Unwiederbringlich ist dahin

Der Jugend Glanz, der Freude Born,

Der mir so unerschöpflich golden schien,

Und überblieben Weh und Zorn

Und Nächte, Nächte ohne End,

In denen wild und fieberheiß

Der alten Liebeslüste Kreis

Mein waches Träumen wund durchrennt.

 

Nur noch in Stunden seltner Rast

Tritt manchmal meine Jugend her

Zu mir, ein scheuer blasser Gast,

Und stöhnt, und macht das Herz mir schwer . . .

 

Leg mir aufs Haar

Die Hand. Schwer ist mein Haupt.

Was meine Jugend war,

Hast du geraubt.

 

Dennoch.