Hermann Lauscher

Hermann Hesse · Kapitel 26 von 27

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Hermann Lauscher

Italienische Nacht.

Lassen traurig meine Hände

Die geschmückte Leier sinken.

 

Italienische Nacht.

 

Ich liebe solche bunt beglänzte Nächte

Im Flackerlicht der Lampen, und ich flechte

Gern meiner Lieder fiebernd Rot darein.

Sieh, Liebste, wie sich dort die Jugend drängt

Im späten Tanz, und wie für uns allein

Der Sichelmond im Rauch der Fackeln hängt.

 

In solchen Nächten lauscht mein zitternd Herz

Mit Qual und Lust heimat- und jugendwärts,

Und schlägt im Takt verliebter Melodien.

Mein Auge aber schaut den fremden Mond

Im Silberkahn auf sichern Wegen ziehen

Und ist wie er der Einsamkeit gewohnt.

 

Sieh, meine Jugend war ein farbig Spiel,

Ein Tanz im Fieber, wild und ohne Ziel

Und schwand verknisternd wie ein Meteor.

Dann kreuzt’ ich unstät durch die Welt und fand

Dem Haupt kein Lager, meinem Lied kein Ohr,

Und nur im Traum ein blasses Heimwehland.

 

Schau dort! Die heiße Menge wogt im Tanz

Und glüht vor Lust und wirft den Loderkranz

Der kurzen Freude jauchzend in die Lüfte.

Ists doch, als spielte meine Jugend dort

Im süßen Rausch fremdländisch heißer Düfte

Das alte Spiel in neuen Tänzen fort.

 

Das alte Spiel! Nur daß ich jetzt abseits

Zuschauend lehne und den süßen Reiz

Des Taumeltranks auf kühler Lippe wäge,

Und daß mein Geist gleichgültig Umschau hält

Und meines Herzens heimwehrasche Schläge

Lächelnd wie Takte eines Liedes zählt.