Hermann Lauscher

Hermann Hesse · Kapitel 25 von 27

PDF-Seiten

Hermann Lauscher

Das ist mein Leid.

Lüste bunt und freudefarb

Senken müdgewordene Hände,

Ihr Gelächter ist zu Ende,

Ihre rote Flamme starb.

 

Sterbend, blaß und fieberwund

Wollen sie, der Welt vergessen,

Müd auf harte Stufen pressen

Den verblühten Liebesmund.

 

Das ist mein Leid.

 

Das ist mein Leid, daß ich in allzuvielen

Bemalten Masken allzu gut zu spielen

Und mich und andre allzu gut

Zu täuschen lernte. Keine leise Regung

Zuckt in mir auf und keines Lieds Bewegung,

In der nicht Spiel und Absicht ruht.

 

Das muß ich meinen Jammer nennen:

Mich selber so ins Innerste zu kennen,

Vorwissend jedes Pulses Schlag,

Daß keines Traumes unbewußte Mahnung

Und keiner Lust und keines Leides Ahnung

Mir mehr die Seele rühren mag.

 

Spielmann.

 

Frühlinge und Sommer steigen

Grün herauf und singen Lieder,

Schmücken bunt die Welt, und neigen

Müde sich zur Erde wieder.

 

Träumend aus dem Kranz der Tage

Grüßen flüchtig helle Stunden

Mir herauf wie schöne Sage,

Lächeln, leuchten, sind verschwunden.

 

Schauernd in der Tage Wende, Mag auch Gold und Liebe winken,