Ein ganz normaler Tag(?), Die verrückteste WG der Welt
Der Anfang vom Ende
Alex van Kleks
Ein ganz normaler Tag(?)
- Die verrückteste WG der Welt -
Für all die, die dem Alltag in eine völlig verrückt verdrehte Welt
entfliehen wollen. Danke Lisa und Nori für eure tatkräftige
Unterstützung!
Der Anfang vom Ende
Dieses Buch ist aus Sticheleien, verstörenden Gesprächen und grenzenloser Langeweile entstanden. Jeder Rechtschreibfehrler ist natürlich Absicht und wird als besonderer Schreibstil gewertet.
(Satan=L, Tod=T, Alex= A)
"Niemand kann deine Schönheit bewundern", sprach der Teufel zu Gott in der Höh'.
Und ich hab mich selbst an die Wand gemalt, auch das kann niemand sehen! Wozu diese ewige Finsternis? Entschuldige, du Gott, ich verstehe das nicht!" -- "Du hast recht!" rief der Herr zum Teufel und er sprach: "Es werde Licht!"
"Gut", sprach der Teufel zum Herrn, "du hast Tag und Nacht geschaffen, doch wenn es Tag ist,
wo wirst du spielen, wenn es Nacht ist, wo wirst du schlafen?" -- "Du hast recht!" rief der liebe Gott, "du weißt, der Herr baut nie auf Sand!"
Und er nahm sich sogleich den Himmel und besetzte ihn instand.
"Gut gemacht", sprach der Teufel", du wohnst jetzt wie sich's gehört. Nur der Ausblick,
den du hast, der ist deiner noch nicht wert! -- "Ja, bunte Blumen sollen blühen auf der Erde, ich will Farben sehen", rief der Herr, und er schuf auch die grünen Wälder, und er schuf das blaue Meer.
"Welch eine Pracht!" jubilierte der Teufel", Psalmen sollen erklingen, doch das Problem ist, edler Herr, es ist niemand da, sie zu singen!"
-- "Dann müssen Sänger her!" rief Gott, "die zu mir schnattern, miauen, tirilieren,
die zu mir bellen, die zu mir röhren!" Und der Herr schuf die Tiere.
"Geliebter Herr", schleimte der Teufel", fünf Wunder hast du vollbracht,
aber fehlt nicht noch ein Wesen, nach deinem Ebenbild gemacht?"
-- "Das mach' dir selbst!" sprach der liebe Gott, "ich bin müde, ich will schlafen!"
Und so hat am sechsten Tag der Teufel den Menschen erschaffen.
Ludwig Hirsch
A: Morgen Jungs! (gähnt)
L:(kichert) Da schau an, auch wieder unter dem Lebenden?
A: Ich kann mich nicht erinnern, je tot gewesen zu sein...
L: Du schläfst wie ein Toter, als wärst du tot, wie ein toter Toter-
T: Schon gut ich hab den Witz verstanden...
A: Ach komm schon, nicht böse sein und du Luci, reiß dich zusammen!
L: Ich bin der Leibhaftige! Menschen ärgern ist mein Job.
A: Der Tod ist aber kein Mensch, was keine Beleidigung ist...
T: Schon gut. Hast ja Recht....
A: Sind wir jetzt friedlich?
T&L: Jahaa...
A: Gut. ... Och nö, der Kaffe ist ja ganz kalt...das Schicksal muss mich echt hassen...
T: Selbst schuld, du wolltest mit auf die Familienfeier, und was du meinem Bruder an den Kopf geworfen hast, ich glaube ich würde dich auch ha-
A: Halt`s Maul Tod!
L: (lacht) Du kennst sie doch, keine Diskussionen bevor sie nicht ihren Kaffee hat. Gib mir mal deine Tasse.
A: (kriegt die Tasse zurück) Hmm..danke du bist ein Schatz. Warum kannst du so was nicht Tod?
T: Kaffe mit dem Höllenfeuer erhitzen?? Halohoo? Ich= Tod, Herr der Unterwelt, Satan= Höllenlord? Dreimal darfst du raten?
L: Ist ein Argument...
A: mhmm... Was steht heute an?
L: Bei mir nix neues, eher das Übliche. Vormittags muss ich noch ein paar Dämonen entsenden, gegen Mittag Verzweiflung, Hunger und Tod verbreiten und dann am Nachmittag sich von Satanisten anbeten lassen, heute gibts Fuchs...ach ja und versuchen die Welt zu erobern, scheitern und noch weitere 1'000 Jahre aufgebrummt bekommen...
T: Ja ja du hasts schon nicht leicht... Heute will Herr Meier die Mikrowelle reparieren, danach noch eine Massenkaramulage in Rio, ein Erdbeben in Äthiopyen und ein paar Vertreter die einen Busunfall haben...
L: Uhh..Vertreter? Da komme ich dann gleich mit...
T: Schön, dass dir deine Arbeit so Spaß macht...
L: Natürlich, du bist ja nur eifersüchtig, weil dir niemand einen Fuchs opfert.
T: Was will ich mit noch einem Fuchs? Weißt du überhaupt wie viele Füchse täglich sterben? Und die holt dann der Weihnachtsmann, oder wie?
A: Jungs. Jungs! JUNGS! RUHE! Geht doch... Sag mal, warum musst du nur hin und wieder weg, ich meine, es stirbt doch in jeder Sekunde irgendwo irgendwer?
T: Na du machst mir ja Spaß... Dann würde ich ja nie zur Ruhe kommen... Ich kümmere mich nur um die besonders starken Seelen, welche abhauen könnten, die selten Blöden, die es nicht schaffen einen geraden Tunnel immer dem Licht nach zu laufen oder die, wo nicht ganz sicher ist, ob sie nicht eventuell doch noch leben sollen, den Rest erledigen meine Schatten.
L: Es gibt echt Leute die es nicht durch den Tunnel schaffen?
T: Und jetzt habe ich echt schon alle Risse und Abzweigungen zugemauert.. (seufzt)
A: Deswegen holst du auch diesen Meier, oder?
T(nickt)
L: Nanu, das telefon klingelt. Alex, geh du rann.
A: Hallo?
...Oh, hallo Schicksal, wie gehts?..hmm wünsche ich dir auch. Ob Tod da ist?
(T schüttelt panisch den Kopf)
..Nee der ist grad auf Arbeit.... Ja ich hasse dich auch. ...Hm?
...Wirklich? Ich weiß, dass du jeder Zeit mit dem Finger auf mich zeigen kannst.
... Ja das weiß ich auch... aber weißt du was? Du wirst es nicht tun. ... Warum? Ganz einfach, wenn ich sterbe, lande ich garntiert nicht im Himmel und Luci- äh Satan wird mich garantiert nicht bei sich aufnehmen-
T(ruft im Hintergrund): STIIMMT!
A: ...also würde ich im Totenreich bleiben, was sich nun wieder Tod nicht antun wird, was also denkst du wird passieren? ... Stimmt genau, also wäre es im Prinzip nur Zeitverschwendung. ... Wachkoma, Blindheit und so weiter? Wäre eine Idee,dann könnte ich aber die Miete nicht mehr bezahlen, weil ich arbeitsunfähig wäre und du hättest deinen Bruder wieder an der Backe. ... Warum wohl? Weil man heutzutage als Tod nix verdient und weil keiner den Tod bei sich wohnen lässt.
... Eben siehst du?
... Ja.
... Hm.
... Ok.
... das Schimpfwort ist neu ... aha ... ja ich wünsche dir auch noch einen schönen Tag. Ciao.
T: Woow L: Beeindruckend... aber echt mal wie habt ihr euch eigentlich kennen gelernt?
T: Auf der Arbeit, so ein Typ wollte von 'nem Hochhaus springen und wir haben beide unten gewartet, da sind wir etwas ins Gespräch gekommen...
L: Ach soo...Also ich muss dann mal los. Tschüssi!
(Tür fällt zu)
A: Seit wann sagt der Leibhaftige Tschüssi?
T: Seit wann lebt eine junge Frau mit ihm und dem Tod unter einem Dach und macht das Schicksal fertig?
A: Das ist was anderes...
T: Wenn du meinst...
A: Lass das...du weißt das ich diesen Satz hasse...
T: wenn du meinst (rennt lachend und sich die Kutte überwerfend aus der Wohnung)
A: Kindskopf...
Später, bei Besatter Kaltgesicht:
X: Hey, Alex!
A: Verdammt noch einmal, WAS IST?!
X: Na, na was ist denn mit dir los?
A: Irgendso ein Witzbold musste sich vor den Zug werfen und rate mal wer ihn jetzt wieder zusammentackern muss...
X: Hä? Warum denn das?
A: Das wollen die werten Angehörigen so... Also was willst du?
X: Wir haben grad einen Familienvater reinbekommen, Stromschlag.
A: Sag mir jetzt bitte nicht, dass er Meier heißt?
X: Du kennst ihn?
A: Nein? Also nicht persönlich...
X: Sondern?
A: Äh ein...Bekannter hat mit ihm ne Tunnelführung gemacht...
X: Ahaa...? Na ja, hilfst du mir. Ich muss den Hübschen noch herrichten.
A: Sorry, ich muss auf eine Beerdigung...
X: Wann denn?
A: Genauuu... jetzt. Ciao und noch viel Spaß mit unserem "Hübschen"
Auf der Beerdigung eines Mordopfers:
P: ..und so spreche ich im Namen aller Anwesenden, ruhe in Frieden...
T: Laaaannnnggggweeiiiilllliggg
A: (zuckt zusammen)Großer Gott, hast du mich jetzt erschreckt...
T: (sehr amüsiert) Weißt du was merkwürdig ist?
A: Das ich meine Ausbildung zum Bestatter mache und mit dir unter einem Dach wohne und trotzdem vor dir erschrecke?
T: Quatsch...obwohl...Auf jeden Fall ist mir aufgefallen, dass ich der Tod bin und heute zum ersten mal, seit meiner Existenz auf einem Friedhof...in Deutschland bin.
A: Stimmt...was zum Teufel...äh... Warum zum Henker bist du hier?! Der Mann ist Tod, scheintot ist unmöglich, außer seinen Nägeln und seinem Hirn ist nix mehr übrig...du willst nicht wissen in welchem Zustand das Hirn ist...
T: Ich weiß es, ich weiß sogar wer der Killer ist. Es sind zwei etwas merkwürdige und ziemlich kreative Frauen, die-
A: Ich will es nicht wissen, Tod. Mein Job war es einen netten Sarg zu besorgen, das Zeug, was mal ein Mensch war rein zustopfen und die Beerdigung zu organisieren. Mehr will ich damit gar nicht zu tun haben.
T: Also ich weiß gar nicht was du hast, ich bewundere solche Menschen, es geht doch nichts über etwas Kreativität.
A: Um noch einmal auf das Hauptthema zu kommen: Was tust du hier?
T: Du mit deinen ewigen Themawechsel, du bist schon was komisches...
A: Sprach der Tod zum Bestatter...
T: (seufzt) Also gut...siehst du die fette Frau mit dem grauenhaften Haarschnitt? Nein, dort hinten, hat nen roten Jogginganzug an? Na die mit dem Handy, bist du blind?
Na endlich. Die stirbt gleich an Herzinfakt.
A: Aha...moment. Bitte was?!
T: Die fette Kuh fällt gleich tot um.
A: Und du kannst damit nicht bis nach der Zeremonie warten??
T: Nö.
A: Man. Nichts als Arbeit hat frau mit dir.
T: Selbst Schuld. Kein normales Mädchen macht eine Ausbildung zum Bestatter.
A: (maulend) Trottel.
T: Dir ist schon klar, dass du grad mich, den Tod, als Trottel beschimpft hast, oder?
A: Und ich mache es nur zu gerne wieder...
T: Tja ich fürchte damit werde ich leben müssen, außerdem halten dich jetzt alle für einen Trottel.
A: Wieso?
T: Weil du inmitten einer Beerdigung stehst und Selbstgespräche führst? Du weißt doch, während des Dienstes bin ich unsichtbar.
A: Ach ich hasse dich.
T: (schmunzelnd) 200...199...198...
A nimmt sich fest vor den Tod zu ignorieren und nicht nachzufragen (darauf hat er es ja abgesehen). Der Pfarrer beendet endlich sein Gesülze und die Bestatter treten vor, um den Sarg nach draußen zu tragen. Als der Tod bei 73 ankommt haben sie die sterblichen Überreste (natürlich immer noch im Sarg) in das dafür vorgesehene Loch gesenkt.
T: 60...59...58...57...
A: (etwas aus der Puste) Ach verdammt, Tod, was soll das?
T: 51...50...49...48...47
A: …!
Die Trauernden haben nun genug getrauert und das Weihwasser nun zu genüge ins Loch gekippt, es folgen noch ein paar Worte der Mutter (des Toten).
T: 10...9...8...7...6...5...4...3...2...1...AUS, SCHLUSS & VORBEI!
Die fette Frau in rot röchelt kurz, verdreht die Augen und bricht zusammen. Der Tod nickt kurz zufrieden und will sich zu ihr begeben. Wird aber von A am Arm gepackt.
A: Verdammt, das hätte ich mir denken können... Ach, Tod, du denkst daran, dass uns heute unsere Familien besuchen kommen?
T: (erstarrt) I...ich muss da doch nicht mitmachen?!
A: (zuckersüß) Doch, erstens wollen dich meine Eltern kennenlernen und zweitens hat sich heute morgen auch noch dein Bruder angekündigt. Also zeigt dich von deiner menschlichen Seite.
Der Tod seufzt ergeben und wendet sich wieder seiner Arbeit zu.
Eine weitere Beerdigung und drei Tote später:
A: Hey, Jungs seid ihr schon da?
T: Ja, bin eben gekommen und Luci ist noch im Badezimmer.
A: Aber hallo, da hat sich ja jemand fein gemacht. Schwarzes Seidenhemd und weiße Krawatte, bisschen Kellner-mäßig, aber ich muss grad reden.
T: Willst du dich nicht umziehen? Also es geht nichts über weiße Bluse und schwarze Hose, aber wenn ich mich nicht irre ist das doch deine Arbeitskleidung?
A: Na und? Ich will nicht Bestatter werden, damit ich mich die ganze Zeit umziehen muss. Außerdem wissen meine Eltern nichts von meinem Beruf.
Tod will etwas erwidern wird aber von einem lauten Schrei unterbrochen.
A: Upps, er hats rausgefunden...
T: Was denn?
L: (kommt aus dem Bad gestürmt) Du Monster! Was hast du meinem Anzug angetan?!
Lucifer steht in einem ehemals weißen, jetzt aber pinken Anzug im Gang und funkelt böse in As Richtung.
A: (zerknirscht) Sorry ich hab nicht gesehen, dass er in der Waschmaschine lag und hab meine roten Socken reingetan...
L: (hysterisch) DU HAST WAS?!
Stinksauer rauscht der Höllenfürst davon. Bevor der Tod etwas dämliches von sich geben kann, klingelt es an der Tür.