Ein ganz normaler Tag(?), Die verrückteste WG der Welt

Last German standing

In der Wohnung herrschte absolute Stille und Tod und Lucifer sahen sich etwas unsicher an. Alex war in ihr Zimmer geflohen und seither nicht mehr gesehen worden. Einzig Jügen schien die Ruhe selbst zu sein. Er hatte Tod freundlich aber bestimmt angewiesen ihm einen Kaffee zu machen du seltsamerweise war der Herr über den Tod eilig nickend in die Küche gelaufen und hatte gebracht was gewünscht worden war: Ein sehr starker, schwarzer Kaffe, ungesüßt.

Der Herr schien Ende sechzig, vielleicht älter. Er hatte sehr kurz geschorenes weißes Haar, welches am Skalp sehr licht war. Gekleidet war er schlicht aber klassisch. Eine blaue Jeans, ein weißes Hemd und braune Halbschuhe. Er war nicht groß oder sonst auffällig in seiner Gestalt und doch umgab ihn eine eindrucksvolle Aura, die einem automatisch das Gefühl gab vor diesem Mann kuschen zu müssen.

Luci und Tod hatten sich dem Mann gegenüber auf das Sofa gesetzt und starrten ihn unwohl an, während dieser in aller Ruhe den noch immer brühend heißen Kaffee schlürfte. Luci setzt schon an etwas zu sagen, als Tod im in die Seite stieß und unauffällig den Kopf schüttelte.

Kannte er diesen Mann etwa? Luci runzelte die Stirn und musterte ihn noch einmal genau ein, er hatte ihn ganz sicher noch nie gesehen… oder? Jürgen hatte seine Tasse geleert und stellte sie nun ruhig auf den Couchtisch um sich etwas in dem Sessel zurückzulehnen, natürlich nicht ohne seine aufrechte Haltung aufzugeben, und legte die Hände verschränkt auf den Schoß.

Ruhig musterten seine eisblauen Augen die beiden Männer ehe er bedacht zu sprechen begann.

J: Nun, die Herren, dürfte ich nach dem Grund ihres Aufenthaltes hier fragen?

T: (leicht panisch) Ja… also… wir..

J: Sprechen Sie doch anständig. Sie sind ein gestandener Mann also benehmen sie sich auch so.

L: (mit fester Stimme und leicht gereizt) Wir wohnen hier, die eigentliche Frage aber ist, was sie hier zu suchen haben.

J: Höflich und bestimmt, na also. Sie gefallen mir. Junge (zu Tod) nimm dir daran mal ein Beispiel.

T: (etwas geknickt) Ja, Sir.

J: Nun, ich habe mich bereits vorgestellt, jetzt würde mich eher interessieren wo….

Plötzlich ging die Tür auf und Alex, bekleidet mit einem leuchtend gelben T-Shirt, Bluejeans und Turnschuhen am ins Zimmer. Tod und Luci warfen sich erneut völlig ungläubige Blicke zu. Farbe? An Alex?! Was ging denn hier ab?

Sie sah zu Jürgen, grinste zuckersüß (Tod schauderte etwas bei diesem Anblick) und lief auf ihn zu.

Jürgen stand lächelnd auf und nahm sie fest in die Arme.

J: (lachend) Meine Ali! Wie du gewachsen bist.

A: Hey Opii. (übertrieben freudig)

L&T: OPII!??

A: (löst sich etwas von Jürgen und schaut, noch immer leicht gezwungen grinsend zu ihren Freunde) Ludwig, Theodor, das ist mein Großvater Jürgen, Opa, das sind meine Mitbewohner Pfarrer Leopold und Pater Theodor. Theodor ist aus Irland für ein Jahr nach Deutschland gekommen und hat eine Unterkunft gesucht und Ludwig wurde kurzfristig hierher versetzt, deswegen habe ich ihn auch hier aufgenommen, ich meine, meine Wohnung ist ja groß genug.

J: (nickt stolz) Meine Ali ist halt ein sehr anständiges Mädel.

L: (leicht kritisch) Aha…

J: Nun meine Herren, es ist mir eine Freude, zwei so dermaßen anständige Kerle kennenzulernen. Unser Land braucht Männer wie sie.

Tod und Luci sahen kurz zu Alex, nickten dann aber überfordert.

Alex wirkte kurz etwas erleichtert, grinste dann aber gleich wieder ihren Großvater an.

A: Aber Opi, erzähl doch mal, was machst du denn hier?

J: (winkt ab) Ich war beim Vatikan und dache mir, dass ich auf dem Heimweg doch einmal nach meiner Ali sehen könnte. Du befindest dich jetzt immerhin in der Blüte deiner Jugend, der Zenit ist erreicht. Hast du denn schon übers Kinderkriegen nachgedacht. Unser Deutschland braucht viel und guten Nachwuchs.

A: (zuckt leicht zusammen und errötet) A-also ich…

L: Kinderkriegen?!

J : (sieht Luci kurzverwirrt, dann entschuldigend an) Verzeiht, Vater, ich meinte natürlich NACHDEM sie geheiratet hat. (sieht wieder zu seiner Enkelin) wie sieht es aus Ali, hat dir schon ein würdiger Bursche den Hof gemacht?

A: (schluckt) Ich ähm… naja… (kratzt sich am Kopf)A-aber erzähl doch mal, was hast du im Vatikan gemacht? Du bist doch für den protestantischen Ritterorden zuständig?

L: (verblüfft) WAS??! Protestantischer Ritterorden? SIE (alter Mann) sind ein Dämonenjäger?!

J: (zieht eine Braue hoch) Sie kennen den protestantischen Ritterorden? Den wohl geheisten Geheimbund der Welt? Wie kommt es?

L: (erstarrt kurz) Ich… naja ich bin… (überlegt kurz und antwortet dann grisend Naja, ich bin ein evangelischer Pfarrer, also…

J: Oh, ich verstehe. (Nickt und sieht Luci kurz verschwörerisch an)

L: Also wie war das jetzt mit dem Kinderkriegen (grinst bösartig)

A: (läuft knallrot an) ICH MACH KUCHEN UND KOCH KUCHEN AUF!! Flieht total undauffällig aus dem Raum)

J: Dieses Mädchen (schüttelte den Kopf)

L: (grinst und erhebt sich ruhig) Ich denke, ich werde ihr helfen. So fahrig wie sie immer ist verbrüht sie sich och selbst.

J: (lächelt) Ja, tun sie das, ich werde mich derweil etwas mit Theodor unterhalten.

T: (panisch) S- soll ich nicht auch helfen??

L: (lacht) Nein, nein, zwei Leute reichen da vollkommen aus (rauscht aus dem Raum)

Luci lief ruhig und die Küche und lehnte sich an den Türrahmen, Alex amüsiert dabei zusehend, wie sie hastig durch die Küche hetzte und alles zusammensuchte.

L: Ludwig? Ernsthaft?

A: (fährt zusammen und sieht Luci böse an) Was willst du denn? Das ist der deutscheste Name, der mir gerade eingefallen ist.

L: Wieso? Wer ist dieser Mann? Was verschweigst du mir?

A: das… ist alles nicht so einfach…

L: Versuch es mir einfach zu erklären, ich bin alt genug um es zu versuchen. (grinst)

AL: (seufzt und holt den Kuchen aus der Speisekamer) Er ist der Vater meines Vaters und so etwas wie der deutsche Captain Amerika. Er wurde ausgebildet um Deutschland gegen die Bedrohung durch das Böse zu beschützen.

L: (zieht beide Brauen hoch) Wow, klingt wie ein schlechter Film… „Bedrohung durch das Böse“? Wer sagt denn das noch? Ich dache heute glaubt niemand mehr an unserer eins.

A: (zuckt mit den Schultern) Als mein Großvater dafür eingesetzt wurde war es ein sehr aktuelles Thema…

L: (sieht Alex kritisch an) Und wann bitte soll das gewesen sein?

A: 1485 (zieht den Kopf etwas ein)

L: 1485, na klar… du verarscht mich, oder?

A: Ich sagte ja, dass es nicht so einfach ist.

L: Mit „nicht einfach“ kenn ich mich aus, bei den neun Ringen der Hölle, ich bin Lucifer, aber das was du da von dir gibst ist bestenfalls absolut unverständlich.

A: Iah… ich weiß…

L: Hat ihn Tod denn nie geholt? Ist er überhaupt ein Mensch?

A: Ja, doch. Er ist genauso Mensch wie du Dämon bist. Einhundert Prozent.

L: Aber?

A: Tod hat es nie geschafft ihn zu holen… genauso wenig wie Friedolin, Friedrich, Ferdinand und wen Tod halt sonst noch so geschickt hat.

L: Hat er deswegen so Angst vor ihm? Er kennt ihn also wirklich?

A: Du müsstest ihn auch kennen… ich meine er ist so etwas wie der Übersoldat….

L: Kann schon sein, dass ich ihn mit ein paar Massakern meiner Jungs in verbindung bringen kann, aber neuerdings werden sie kaum mehr gejagt, heutzutage ist es nicht mehr so schwer jemanden die Seele abzuluchsen… es ist sogar überraschender weise einfach. Meine Dämonen wissen sich anzupassen…. Aber ich glaube, ich kenne deinen Opa… so wie du ihn beschreibst… Ja, ich kann es zuordnen…in der Hölle kursieren diverse Gerüchte. Sie nennen ihn den last German.

A: (nickt und reicht Luci das Kuchengeschirr) Ja das ist nachvollziehbar, irgendwie.

L: Hmm.. und ich habe es nie geglaubt… also hat meine Liebste meinen größten Feind nach Gott zum Großvater…

A: (errötet) Sag das nicht so… und ja nicht zu IHM.

L: (grinst) Der größte Dämonenjäger und beste Soldat Deutschlands und der einzige Mann, den die große Frau Bestatterin, die sich mit Gott höchstselbst angelegt hat, fürchtet… ich liebe Herausforderungen.

A: WAS?!! Luci, was hast du vor?

L: (grinst) Du gehörst mir und ich habe nicht vor, dir zu erlauben, dass du das vor irgendwem geheimhälst.

A: (läuft jetzt richtig dunkelrot an) W-was? Ich… Luci, was hast du bitte vor?

L: (dreht sich um und läuft in Richtung Esszimmer) Ich hole mir Schwiegergroßpapas Segen.

A: Oh Gott, nein… (sieht Luci leichenblass nach) Nein, nein, nein das kann nicht gut gehen…

Der Kaffee selbst lief etwas gedrückt an. Jürgen sprach nicht ein einziges Wort sondern musterte die drei WG Bewohner eingehend während Tod die ganze Zeit Blickkontakt mied und in seinen Kaffee starrte und alles frustriert Kuchen in sich hineinstopfte. Einzig Luci erzählte irgendwelche erlogenen Stories von seiner Zeit als Militärsarzt.

Jürgen schien davon auch noch beeindruckt, aber hauptsache er durchschaute ihren… Mitbewohner nicht.

Letztendlich räumte sie ab und Tod half ihr nur zu gerne dabei.

Als de beiden endlich das Esszimmer verließen wandte sich Luci an Jürgen.

L: Also erzählen sie doch einmal, wie stellen sie sich denn Alex zukünftigen Gatten vor?

J (nickt und überlegt) Einen jungen gottesfürchtiger, kräftigen Burschen, selbstverständlich ein Deutscher, mit einem anständigen Beruf.

L: (nickt vorsichtig) Also jemanden wie mich?

J: (lacht) Sie wären wahrscheinlich mehr als perfekt, es sollte wirklich mehr Burschen wie sie geben.

A: (kommt wieder in den Raum getänzelt) Oh nein, bitte nicht.

J: empört) Also Ali, was sind das denn für Manieren? Einem Mann gegenüber!

A: (lächelt halbherzig) Oh, verzeih mir Opa, natürlich nicht. Vergib mir L…udwig, ich wollte dir nicht zu nahe treten.

L: (hat nen Heidenspaß an der Sache) Natürlich, ich vergebe dir mein Kind.

A: Vielen Dank, …Vater.

Alex beschloss intelligenter Weise nichts mehr darauf zu sagen und setzte sich seufzend zwischen ihren Großvater und Tod, Luci genau gegenüber.

A: (möglichst beiläufig) Also, Opi, wann muss du eigentlich los? Ich meine, du musst von hier noch mindestens drei Stunden fahren…

J: Ach Ali, ich fahr doch jetzt nicht mehr. Ich werde bei meiner Enkelin übernachten. Wir haben uns ja schon so lange nicht mehr gesehen. Deine Eltern haben mir gesagt, dass du Krankenschwester bist?

A: Äh… ja, ja ganz genau. Ich bin gerade in meinem letzten Ausbildungsjahr.

J: (nickt stolz) Sehr schön. Und du gehst brav jeden Sonntag zur Kirche?

A: Ja, aber natürlich. So habe ich ja Ludwig (deutet auf Jürgen) kennengelernt.

J: Ausgezeichnet. Und du machst viel Sport und ernährst dich gesund?

Tod und Lucifer fingen an dieser Stelle laut zu husten an um ihren Lachanfall zu überspielen.

A: (mit eindeutig erzwungenem Lächeln) Aber sicher doch, Opi, ganz so, wie du es mir mit auf de Weg gegeben hast.

J: (klatscht in die Hände) Meine Ali Balli ist zu einer richtige anständigen Frau herangewachsen.

An dieser Stelle konnte man fast glauben, dass Luci und Tod an Cholera starben, so schlimm mussten sie nun „husten“.

Alex sah kurz böse in ihre Richtung, was sie nun noch mehr hsten ließ. Jürgen musterte sie missbilligend.

J: Das klingt ja fürchterlich. Haben sie sich etwa etwas eingefangen?

T: (kichert… äh hustet leise) Hmm, ja, das muss daran liegen, dass Ali Balli immer die Fenster viel zu lange offen lässt.

J: Also wirklich… aber keine Sorge, ich mache ihnen einen Kräftigen Ingwertee, der hilft immer. (steht auf und geht)

Luci du Tod sehen Alex breit grinsend an, ehe sie wieder laut das Lachen anfangen und schließlich sogar vom Stuhl fallen.

T: Das ist wirklich zu genial (lacht)

L: Alli-Balli, ich hau mich weg.

T: Also so angsteinflößend dein Großvater auch ist, dafür ist er mir fast wieder voll sympathisch.

A: (verschränkt genervt die Arme) Ja, ja, Hauptsache du hast deinen Spaß… Das ist mein Opa, was soll ich denn groß tun?

T: (seufzt) Ich versteh nicht, dass du nicht ein einziges „normales Familien Mitglied hast...

L: (zuckt mit den Schultern) Naja so gesehen, ist doch ihr Bruder ganz vernünftig und ihr Vater ja auch irgendwie…

A: (lacht bitter) Mein Vater ist der Sohn meines Opas, mehr möchte ich dazu nicht sagen…

L: Oh… das klingt irgendwie leicht bedrohlich….

A: (winkt ab) Nein, nein, nichts und niemand toppt meinen Opa.

T: Naja, bis auf Betty…

A: (schüttelt den Kopf) Sorry, da muss ich dich enttäuschen.

T: Was zum-

L: Okay, okay, Leute wir haben nicht so viel Zeit. Lasst uns einfach mitspielen, morgen sind wir ihn ja schon wieder los, wie schwer kann das sein?

A: Ein überkorrekter, sehr gottesfürchtiger und ehrenhafter Soldat in unserer WG? Hm…

T: Oh Gott, dein Großvater entspricht wirklich dem Klischee des Deutschen schlecht hin oder?

A: Hmm, ja mein Opa ist der letzte seiner Art (murmelt) Hoffe ich… Versteht mich nicht fasch, ich liebe meinen Opi, aber er ist… anstrengend… und seine Ideale sind das Gegenteil zu meinen… aber total…

L: Okay… es könnte eventuell etwas schwieriger werde… aber nichtsdestotrotz nicht unmöglich.

T: Äh… Luci? Ich habe 42mal versucht diesen Mann abzuholen, es hat mich drei Skelette und einen Schatten gekostet. Ich habe ihn mittlerweile einfach aus meinem Totenbuch gestrichen, dieser Mann

Ist nicht einfach nur „etwas schwierig“. Und wenn er herausfindet wer du bist…

A: (erbleicht) Oh Gott, er darf es auf KEINEN Fall herausfinden. Koste es was es wolle.

L: (winkt lachend ab) Also wirklich, du unterschätzt mich, ich bin trotz allem noch mindestens zwanzig mal so alt wie dein Opa, also vertrau mir ruhg etwas.

A: Das hat sich noch nie als gute Idee erwiesen.

J: (ruft aus der Küche) Hey, Ali, frag doch die beiden Pater, ob sie auch eine Zwiebel wollen.

A: (seufzt) Wollt ihr ne Zwiebel? L: (zieht die Brauen hoch und sieht verwirrt zu Tod) Eine Zwiebel?

A Ja, Opa ist morgens und abends immer eine rohe Zwiebel… so wie andere einen Apfel essen… also den iss er auch, aber nur morgens.

T: Eww, warum tut er das?

A (zuckt mit den Schultern) Gesund oder so, ich weiß auch nicht…

L: Dein Opa ist wirklich eine aussterbende Sorte..

A: Ja, allerdings. (ruft zurück) Nein, wollen sie nicht.

J: Und Kraut?

A: Wollt ihr Kraut oder Rettich dazu?

L: Was isst dein Großvater eigentlich alles?

A: Sechs Brote mit Streichwurst, eine Zwiebel, einen kleinen Teller Rettich, Kraut und zwei Gläser Bier.

T: (würgt) Das alles? Zum Abend?

A: Naja und davor eigentlich eine Tasse Tee.

L: Das ist eine ganze Menge… mir wird irgendwie klar, warum du ihn nie holen konntest, Tod.

T: Hmm… ja, irgendwie ja schon…

J: Oder gelbe Rüben?

A: (runzelt die Stirn) Hat wer von euch gelbe Rüben gekauft?

Tod und Luci sahen sich kurz an, schüttelten dann aber synchron den Kopf. Alex fluchte obszön und stürmte in die Küche.

A: Fass es nicht an! Was immer es ist es sind sicher KEINE Rüben!

T: (kratzt sich am Kopf) Will ich es wissen?

L: (lacht) Nein, ganz sicher nicht.

Das Abendessen selbst verlief überraschend ruhig. Tod versuchte Alex‘ Großvater nicht ganz so entgeistert anzustarren und Luci war damit beschäftigt einen auf tollen Pfarrer zu machen. Alex räumte danach brav den Tisch ab und wurde dann noch dazu genötigt mit ihrem Großvater Tatort zu sehen. Kaum war das vorbei wünschte sie allen eine gute Nacht und floh auf ihr Zimmer. Jürgen schaltete den Fernseher aus und sah Luci und Tod plötzlich eiskalt an.

J: Und jetzt zu euch beiden. Wer seid ihr wirklich?

L: Entschuldigung?

J: (verengt die Augen zu Schlitzen) Anders gefragt, ihn (nickt kurz in Tods Richtung) kenne ich mittlerweile ganz gut, aber wer oder vor allem was bist du?

L: (schluckt und sieht kurz in Richtung Alex‘ Zimmer) Ich verstehe nicht ganz-

Jürgen war plötzlich aufgesprungen und hatte Luci aus dem Sessel gezerrt und gegen die Wand gepresst, ihn fest am Kragen packend.

J: Wage es nicht mich anzulügen. Ich habe dich beobachtet, du bist kein Mensch. Monster wie euch jage ich schon seit Jahrhunderten. Also was bist du?

L: (grinst bösartig) Was hat mich verraten?

J: (packt Luci fester) Deine Augen, es sind immer die Augen. Sie sind etwas zu rötlich, außerdem die Art wie du dich bewegst, du läufst wie ein Tänzer und besitzt jene arrogante Haltung eines Mannes, der das Geheimnis der Welt kennt. Aber in erster Linie verraten es mir immer die Augen. Du bist weit älter als du dich zeigst.

L: (grinst mit aufglühende Augen) Das gleich gilt auch für dich, Opa, wo ist da also der Unterschied? Was macht mich zu einem Monster und dich zu etwas besserem?

J: (knirscht mit den Zähnen und lässt Luci los) Halt dich fern von meiner Enkelin oder ich schwöre bei meinem Vaterland, dass ich dich eigenhändig ausrotten würde.

Jürgen wandte sich ruckartig ab und sah Tod an, der erschrocken zusammenzuckte. Ein kleines, zufriedenes Grinsen tauchte auf Jürgens Gesicht auf und er nickte dem anderen kurz zu. Der Tod war gerecht und keine Gefahr. Damit begab er sich wortlos in sein Gästezimmer und ließ die anderen Beiden zurück.

L: (richtet seine Kleidung und sieht Jürgen finster nach) Mist, er ist nicht halb so blöd wie gedacht…. Langsam verstehe ich, warum Alex so besorgt ist.

T: Scheiße… vielleicht solltest du wirklich etwas untertauchen, zumindest bis er weg ist…

L: (strafft sich) Auf keinen Fall. Ich bleibe hier, so ein Tattergreiß wird mich nicht von hier vertreiben… Gute Nacht, Tod.

T: (seufzt) Oh das geht nicht gut aus… Gute Nacht.

Alex hatte von all dem nicht mitgekriegt und hatte sich in der Zwischenzeit in ihrem Zimmer verschanzt um mit Betty zu telefonieren.

A: Also nur so rein interessehalber, wann kommst du zurück von deiner Messe?

B: Puh, keine Ahnung, meine Bilder kommen irgendwie voll an… und ich hab Bilder von voll so nen coolen Typen gesehen, den will ich unbedingt treffen.

A: (lacht) Was für Bilder?

B Keinen Plan, irgendso ein abstraktes Zeug… so ne seltsame Landschaft in der Nacht oder irgendwelche Sonnenblumen und ein Skelett mit ‚ner Zigarette… so was halt…

A: (stockt) Äh… Betty? Wie heißt der Typ?

B: Van irgendwas, hab‘s nicht verstanden…

A: Aha… (lacht) Na dann viel Glück noch.

B: Danke. Was meinst du, ist Van sein Vor oder Nachname?

A: Äh… was?

B: Na das Van. Er heißt doch Van Irgendwas, also nicht wirklich irgendwas, ich nenn ihn nur so, weil mir der adere Name nicht einfällt. Nicht das du glaubst er heißt Van Irgendwas… ach wenn das lustig wäre..

A: Ach Betty, van ist doch kein Name, das ist..

B: Ich glaube Van ist der Vorname, was meinst du? Es klingt doch voll Vornamig…

A: (seufzt) Ja, du hast Recht. Grüß Van von mir wenn du ihn triffst.

B Mach ich. Also warum willst du wissen wann ich wieder komme? Wer ist da, den ich nicht treffen soll?

A: Nicht du, er soll dich nicht treffen.

B: Oh… ein Er also, vielleicht komm ich doch früher und seh mir das mysteriöse Sahneschnittchen mal an.

A: (verdrossen) Mein Opa.

B: Jürgen?

A: Ieph.

B: Ha ha… Hat sich ja so was von erledigt (lacht fast schon hysterisch) Mein Bedarf ist mehr als gedeckt.

A: Naja, jetzt übertreibst du aber…

B: Er hat behauptet ich wäre vom „Widersacher Gottes“ besessen.

A: Naja, du bist numal sehr laut und aufgedreht und die regenbogenfarbenden Haare damals haben auch nicht gerade geholfen…

B: Er wollte mich EXORZIEREN!

A: Ja ich weiß… hab ich noch nie so schnell rennen sehen…

B: Pah… also du kannst getrost schlafen gehen, ich komme ganz sicher nicht zurück, so lange dein Opa da ist.

A: Oh… gut. Sehr gut. Ich gebe dir bescheid, wenn die Luft frei ist.

B: Okay, danke.

Seufzend verabschiedete sich Alex und ließ sich ins Bett fallen. Fast hätte sie behauptet, dass der Tag nicht schlimmer werden konnte, aber eine solche Herausforderung ließe sich Schicksal nie entgehen.

Wohingegen er sehr kreativ werden musste um DAS zu toppen… fast wäre es schon interessant das auszuprobieren nur um zu sehen worauf die kleine Morchel noch kommen würde… aber da sie es dann ausbaden musste… klar er konnte noch ihre Oma schicken aber die war gerade in Leipzig und betreute dort die Bauarbeiten auf einer Baustelle (trotz ihrer siebzig Jahre war sie och eine hervorragende Architektin) nicht mal der Giftzerweg würde sie von ihrer Baustele wegbringen können. Seufzend löschte sie das Licht ihrer Marsupilami-Lampe (die hatte ihr Betty zur Vollendung des zweiten Lehrjahres geschenkt) und kuschelte sich in die Decke ihres Bettes.

Hinter dem Glas ihres Fenster blitzten zwei blaue Augen aus und ein gemeines Grinsen bildete sich auf dem Gesicht, zu dem sie gehörten.

Herausforderung angenommen.

Am nächsten morgen wachte Alex noch mit einer angenehmen Orientierungslosigkeit auf

Und streckte sich glücklich. Sie tapste ins Badezimmer, duschte sich schön heiß und zog sich ihre schwarze Hose und weie Bluse an ehe sie sich auf den Weg in die Küche machte. Im Wohnzimmer sah sie ihre Brille und setzte diese zufrieden auf, ehe sie sich umdrehte und erstarrte.

Ihr Großvater lag a Boden und machte Sit-ups.

J: 344…345…346…

A: Opa?!

J: 347… morgen Ali…348…

A: Was machst du hier?

J: Meine üblichen fünfhundert Sit.ups. Joggen war ich schon und die dreihudert Kniebeugen habe ich auch schon. Sei so gut und richte schon einmal langsam das Frühstück her, ja.

A: Oh… also doch kein Albtraum..

J: 350… Bitte?

A: Nichts, nichts… ich geh das Frühstück vorbereiten… (eilt aus dem Zimmer)

Seufzend lief Alex in die Küche und begann schon einmal den Tisch zu decken. Tod kam bald dazu und half ihr wortlos.

T: Sag mal, auf einer Skala von eins bis zehn, wie gefährlich kann dein Großvater für einen Dämon werden?

A: Hmm… elf…

T: Oh… (schaltet die Kaffeemaschine ein) Und wie gefährlich könnte er Luci werden?

A: (hält kurz inne und sieht Tod an) Warum fragst du das?

T: (zuckt mit den Schultern)Nur so… also kann er?

A: (schnaubt) Himmel, ich will es nicht herausfinden, aber angenehm wird’s nicht… Ich meine Luci kann wenn er will… und wie er kann… aber du mein Opa ist auch nicht gerade zu unterschätzen… ich kann es nicht wirklich gut einschätzen, aber ich glaube fast, dass Luci nicht ohne große Verluste wenn überhaupt siegen kann…

L: Aw, was soll den diese Schwarzmalerei am morgen? Kein Grund für solchen Pessimismus, wir werden den alten Haudegen schon noch los, da bin ich mal ganz optimistisch.

A: (schürzt die Lippen) Bitte versprich mir, dass du nichts Dummes tust, ja?

A: Aber natürlich.

A: Ich meins ernst, er ist zwar etwas schwierig aber ich liebe ihn trotzdem also reiß dich gefälligst zusammen.

L: (deutet eine kleine Verbeugung an) Mein Wort darauf, ich werde deinem Großvater keinen Schaden verursachen.

A: (nickt) Sehr gut… (wendet sich wieder dem Zwiebelschälen zu)

Tod warf Luci einen besorgten Blick zu, doch der winkte nur grinsend ab.

Die beiden wurden aber von einem Klingeln an der Tür unterbrochen. Die beiden musterten sich kurz, dann machte sich Tod seufzend auf den Weg.

Als er die Tür aufzog stand er einer nur etwas kleineren älteren Frau gegenüber. Sie hatte ihre grauen Haare in einem einfachen Kurzhaarschnitt und trug eine schlichte blaue Bluse auf eine saubere weiße Hose. In der einen Hand hielt sie einen geblümten Jutebeutel in der anderen einen roten Rucksack.

H: Guten Tag, mein Name ist Hanni, ist Jürgen zu sprechen?

Tod war so dermaßen baff der weiblichen Version von Jürgen gegenüber zu stehen, dass er einfach wortlos zur Seite trat und die Dame herein ließ.

Die Dam stellte die Sachen im Wohnzimmer ab und lief wie selbstverständlich in die Küche. Alex sah kurz auf in dem Glauben, dass es Tod war und erstarrte dann.

A: (knurrt)Oh wie ich diese kleine Pestbeule hasse…

L: (hätte schwören können das Schicksal kichern zu hören) Äh, guten Tag? Und was machst du hier?

A: (verwundert) Du kennst sie?

H: Begrüßt man so seine Großmutter?

A: (hastig) Oh, ja… Entschuldigung… (fällt ihrer Großmutter um den Hals) Omiiii!

L: (ungläubig) Omi? Das ist Omi??

H: Schmunzelt du das ist also dein Mitbewohner…

J: (betritt die Küche) Ni, was machst du denn hier?

H: Na du Trottel bist gestern nicht nach Hause gekommen.

A: Ich dachte du bist in Leipzig.

H: Iwo, bin schon seit ner Woche dort fertig.

J: (küsste seine Frau flüchtig und setzt sich an den Tisch) Na gut, dann kannst du ja mit uns frühstücken, Ni.

H: Das hatte ich auch vor, Herrmann. (setzt sich neben ihn und beginnt seine Brote zu schmieren)

Alex, Tod und Luci setzten sich neben sie und begannen auch langsam zu essen.

J: Ich habe nachgedacht.

A: Oh nein, bitte nicht…

J: Was hast du gesagt, Ali?

A: Ich? Och.. Nichts. Bitte fahre fort.

J: (nickt) Ich bin dafür, dass du und Ni noch etwas einkaufen geht. Heute ist immerhin Samstag und du brauchst Vorräte um morgen zu überstehen.

A: Ä… wir haben schon noch genug und-

J: Willst du deinem Opi wiedersprechen?

A: Ah.. nein… nein, natürlich nicht.

H: Sehr gut, dann kann ich endlich wieder mal etwas Zeit mit unserer Ali verbringen (strahlt)

A: Hmm.. okay…

Gesagt getan, machten sich die beiden Frauen nach dem Essen auf den Weg zum Einkaufen. Tod und Luci räumten den Tisch ab, während Jürgen ins Bad ging um sich zu rasieren.

Alex und ihre Großmutter machten sich auf zum nächsten Lebensmittelladen und unterhielten sich unterwegs.

H: Also, deine Eltern haben erzählt, dass du eine Ausbildung zur Krankenschwester machst.

A: Hm? Ja, oh ja, ja das mache ich. Ein Traum der Beruf, wirklich…

H: (lächelt und mint beiläufig) Und dabei wolltest du doch immer Bestatter werden…

A: Ja ich… hä? Woher weißt du das?

H: Ich höre halt zu und lese zwischen den Zeilen. Also?

A: (grinst) Erwischt. Ja, ich bin im dritten Lehrjahr zum Bestatter, beziehungsweise in meinem zweieinhalben Jahr, ich habe verkürzt.

H: (nickt zufrieden) Das klingt doch sehr gut und gefällt es dir noch immer?

A: Ja sehr gut… und du hast damit kein Problem?

H: Ungefähr ebenso wenig wie mit deinen Mitbewohnern (lacht)

A: Du.. du…

H: Aber natürlich. In meinem Alter erkennt man den Tod, wenn man ihn sieht und das dein anderer Freund ein Dämon ist, ist mehr als offensichtlich.

A: (bleibt abrupt stehen) Was?! Wirklich?

H: (sieht Alex verwundert an) Aber ja doch, seine Augen verraten ihn.

A: Oh scheiße… wie offensichtlich?

H: Dein Großvater weiß es bestimmt schon.

A: Oh mist… was mache ich denn nur?

H: (grinst beunruhigend ruhig) Vielleicht kann ich dir ja helfen?

A: (aufgelöst) Und wie? Oh Oma, hilf mir, was kann ich tu, wenn Opa Luci etwas antut… und verdammt ich habe ihm das Versprechen abgenommen, dass er sich nicht einmal mehr wehren darf… Scheiße…

H: Ich, ich habe meine Mittel… also willst du meine Hilfe? Ich rette deinen… „Luci“?

A: Ja, bitte. Hilf mir.

H: Ausgezeichnet. Gib Oma einen Kuss, damit ich anfangen kann.

A: Ah.. okee… (küsst ihre Großmutter auf die Wange) Und jetzt?

H: Jetzt gehen wir zurück und retten deine kleinen Freunde.

A: Hm.. okay.. (wirbelt herum und eilt zurück)

H: (seufzt) Diese Jugend…

In der Zwischenzeit:

Luci betrat mit Tod das Wohnzimmer und sah, dass Jürgen ihn bereits mit überschlagenen Beinen auf dem Sofa sitzend erwartete.

J: Wir müssen reden.

J: Damit habe ich fast gerechnet, warum sonst hättest du Alex wegschicken sollen?

J: Ich dachte ich hätte mich deutlich ausgedrückt.

L: Ich habe nicht vor diese Wohnung zu verlassen.

J: Dann werde ich wohl helfen müssen.

L: (Grinst) Das möchte ich sehen.

Jürgen erhob sich und musterte Luci kurz eindringlich.

J: So ein Punk wie dich schlage ich noch vor dem Mittagessen.

L: Zeig was du kannst Opa.

Jürgen griff in seine Hodentasche und zog ein simples silbernes Kreuz hervor, fast hätte Tod aufgeatmet, doch dann begann Jürgen etwas vor sich her zu murmeln und das Kreuz begann plötzlich zu leuchten und zu wachsen, bis der alte Mann ein ziemlich eindrucksvolles Schwert in den Händen hielt.

J: In nomine Patris et Filii, et Spiritus Sancti.

L: (lacht kalt und geht in Angriffsstellung) Amen.

Jürgen stürzte sich mit beeindruckender Geschwindigkeit auf den Teufel und Luci hatte seine Mühe dem alten Mann auszuweichen. Immer wieder duckte er sich unter den Angriffen hindurch oder versuchte auszuweichen. Da er sich aber sonst nicht verteidigte oder selbst angriff erwischte ihn die geweihte Klinge immer wieder und immer öfter. Letzten Endes stolperte er sogar über Bettys pinken Plüschpantoffel und lag überrascht am Boden. Ein Mensch, ein sehr, sehr alter Mensch, hatte ihn besiegt…

Jügen lachte schon triumphierend auf, bereit die Klinge im Leibe des Feindes zu versenken, da trat plötzlich trat Oma Hanni in den Raum.

H: Jürgen! Wirst du wohl diesen Unsinn lassen?

J: (hält inne) Ni?

H: Der Mann ist offensichtlich kein Dämon!

L&J: Nicht?

H: Natürlich nicht. Sieh ihn dir an, er kämpft nicht und gibt sich aus Priester aus, würde so etwas ein Dämon tun?

A: (funkelt Luci, der offensichtlich etwas dazu sagen will, Vernichtend an) Ganz genau und noch dazu ha ich dir etwas verschwiegen. Ludwig ist kein deutscher Pfarrer.

J: Ich wusste es.

A: er ist ein Engel des Herrn.

J: Was?

A: Ganz genau. Er ist ein Botenengel, deswegen sind seine Flügel auch schwarz (schmeißt irgendwelche Behauptungen in den Raum und hofft, dass sich ihr Opa nicht so sehr damit auskennt)

J: (sieht Luci abschätzend an) Ist da wahr?

L: (steht wortlos auf, knöpft das Hemd auf und dreht sich um, die schwarzen Schwingen ausbreitend) Ganz recht.

J: (steckt sein Schwert wieder ein) Na wenn das so ist, verzeih mir, mein Junge.

L: (nickt würdevoll) Es sei dir vergeben mein Sohn (lacht sich innerlich den Arsch ab) Aber hüte mein Geheimnis gut.

J: Gewiss doch.. Nun, in diesem Fll habe ich natürlich absolut nichts gegen deine Anwesenheit in dieser Wohnung.

L: Vielen Dank, dürfte ich dich dann dennoch um etwas bitten?

J: was immer es ist.

L: Ich wünsche mir den heiligen Bund mit deiner Enkelin eingehen zu dürfen.

A: (läuft dunkelrot an) W- was?!

J: (erfreut) Ich könnte mir keinen besseren Mann für meine Enkelin vorstellen. Gewiss, meinen Segen hast du.

H: (lacht herzhaft) Meinen auch, definitiv.

L: (grinst) Vielen Dank, das bedeutet mir sehr viel.

A: Eh, hallo? Frägt mich auch mal wer?

J: Wieso sollte ich? Etwas besseres kann i nicht mehr passieren, Ali.

L: (grinst wie ein Honigkuchenpferd) Genau, Ali, etwas besseres passiert dir nicht mehr.

A: Hmpf…

Etwas später:

Jürgen und Oma Hanni hatten beschlossen nach dem Mittagessen doch noch aufzubrechen und verabschiedeten sich bie den dreien. Jürgen brachte gerade die Sachen ruter zum Auto als sich Luci den beiden Damen zuwandte.

L: Warum hast du uns geholfen?

H: Na, ich musste doch de Tod meies Herren verhindern.

A: Herren?

L: Lüg nicht, ein Kreuzungsdämon wie du tut nichts aus Nächstenliebe oder Loyalität .

A: Dämon?!

H: Mag sein, dass ich einen Handel mit meiner Enkelin abgeschlossen habe.

A: Was??

L: So, so it deiner eigenen Enkelin?

H: Nun, das sol sie als Lehre sehen, ich werde schon Acht auf ihre Seele geben.

A: Seele?! Hallo? Klärt mich mal wer auf?

L: Deine Großmutter ist eine der mächtigsten Kreuzungsdämonen meiner Hölle. Sie schließt einen Vertrag ab und besiegelt ihn mit einen Kuss.

H: Und der Preis ist deine Seele.

A: Aber… das geht nicht.

H: Zu spät, du bist bereits darauf eingegangen.

A: Nein, nein. Du verstehst nicht, es geht nicht, weil meine Seele schon jemandem gehört.

H: Was? Wem?!!

A: (deutete errötend auf Luci) Dem da.

L: (grinst und winkt) Hallo.

H: (stutzt und lacht) Meine Enkelin…

A: A-aber wie kann es sein, dass du mit Opa…

H: (zuckt mit den Schultern) Wo die Liebe hinfällt, nicht wahr? Ich habe mich damals in ihn verliebt und ihm nie meine wahre Seite gezeigt… ach wenn ich glaube, dass er es weiß…

J: Was weiß?

H: Das wir jetzt los müssen, wenn wir vor der Abendessen –Zeit daheim sein wollen.

J: Na dann lass uns endlich fahren, Ni.

H: Natürlich. Also dann, tschüss Ali (umarmt ihre Enkelin fest)

J: (grinst und sieht den Beiden stolz zu, nachdem er sich gebührend mit einem festen Handschlag bei den anderen Männern verabschiedet hat Ni, es reicht schon, das war jetzt fast eine Minute.

H: Ah, ja hast recht 8löst sich langsam von einer etwas blassen Alex) Also auf Wiedersehen.

A: (nickt dumpfsinnig) Ja… auf Wiedersehen.

Den gesamten restlichen Tag zog sich Alex in ihr Zimmer zurück und war kaum mehr zu sehen. Vorher hatte sie noch wortlos Lucis Wunden versorgt und hatte sich sonst nicht mehr außerhalb des Zimmers blicken lassen.

Am nächsten Tag stand sie etwas früher auf als sonst und frühstückte alleine, bis Luci plötzlich herein kam und sich an der Kaffemaschine zu schaffen machte.

Alex seufzte und strich sich die Haare hinter die Ohren.

A: Hör zu, Luci. Ich glaube, dass das hier, das mit uns, nicht funktionieren kann.

Luci runzelte die Stirn.

L: Ich bin mir nicht sicher, ob ich ganz folgen kann. Wieso sagst du so etwas? Was ist los?

A: (weicht Lucis Blick aus und starrt auf ihre Füße) Ich meine damit, dass es keine Zukunft mehr für uns gibt. Du bist mein Mitbewohner und guter Freund und dabei sollte es auch bleiben.

Luci lehnte sich mit dem Rücken an die Wand und verschränkt die Arme vor der Brust, Alex mit einem undeutbaren Blick fest musternd.

L: (ruhig und gefasst) Also machst du Schluss?

A: (zuckt zusammen, atmet dann aber durch und strafft sich) Nein. Dafür hätte es etwas davor zwischen uns geben müssen. Luci, sieh es ein, es gibt nichts zwischen uns beiden, nichts das funktionieren könnte.

L: (bedrohlich kalt) Nichts? (stößt sich von der Wand ab und geht auf Alex zu) Ich bin dir um die halbe Welt nachgerannt um dich vor einem wahnsinnigen Käsebrot zu retten, habe mich mit meiner Mutter angelegt und auf dich Acht gegeben. Ich habe mir den verdammten Segen deines Großvaters verdient und du hast mir sogar deine Seele gegeben, verdammt, wie kann das für dich „Nichts“ sein?

Luci stand jetzt direkt vor Alex, die aber ihre Hände geballt hatte und leicht bebte. Was sie dachte oder fühlte ließ sich aber kaum anmerken, da sie ihren Kopf nach wie vor gesenkt hielt.

A: (sieht Luci nach wie vor nicht an) Ich habe dich genauso gerettet, vor Abadon, also sind wir quitt und es ist absolut natürlich, dass WG-Bewohner etwas aufeinander Acht geben. Und meine Seele MUSSTE ich dir geben um unser aller Zukunft zu retten. Verdammt, Luci, sieh es doch bitte endlich ein, da ist nichts und da wird es auch niemals etwas geben! Und wenn du mich jetzt entschuldige würdest, ich muss zur Arbeit!

Damit drängte sich Alex an Luci vorbei und eilte aus dem Zimmer.

Luci stand da wie vom Donner gerührt und starrte dumpfsinnig auf die Stele an der sich Alex bis eben noch befunden hatte.

Ihre fast schon wütenden Worte waren ziemlich klar, um nicht zu sagen eindeutig, gewesen.

Wären es diese Worte alleine gewesen, so hätte er noch heute seine Sachen gepackt und wäre in die Hölle zurückgekehrt, ihren Wunsch respektierend und Alex hier zurücklassend.