Ein ganz normaler Tag(?), Die verrückteste WG der Welt
Pointenloses Kitschkapitel
Es war ein ruhiger Samstagabend und Alex hatte es sich mit Tod, Luci und Mr. Salami (die beiden Männer hatten sich lautstark beschwert, allerdings hatte Alex sie darüber informiert, dass es rassistisch sei ihm zu verbieten mit ihnen Zeit zu verbringen nur weil er eine (vergammelte) Salami sei) auf dem roten Plüschsofa bequem gemacht. Alex hatte sich heute den Film aussuchen dürfen, weswegen sie sich jetzt The frog prince, eine Musical Verfilmung, ansahen. Sehr zum Leide aller konnte Alex den Text zu jedem Lied, weswegen sie glücklich mitsang. Wohingegen das Wort singen bei diesen grausamen Tönen nicht unbedingt angebracht war.
Da sie ihm aber erlaubte, oder sich zumindest nicht wehrte, dass Luci ihr seinen Arm um die Schultern legte und sie sogar etwas an sich ziehen durfte, hatte der Höllenfürst beschlossen nichts weiter dazu zusagen.
A: (eist sich kurz vom Bildschirm los) Sag mal, Tod, bist du jetzt eigentlich offiziell mit Phillip zusammen?
T: (mit leicht rosa angehauchten Wangen) Nunja… ich denke schon…
A: (unbeeindruckt) Aha…? Soll heißen?
T: Naja, er hat nichts dagegen, wenn ich ihn… küsse oder ihn… du weißt schon...in den Arm nehme oder so… aber…
A: Habt ihr schon miteinander geschlafen?
L: (prustet lachend los) Also Alex.
T: (errötend) Also.. nein, bisher noch nicht… das ist nicht so einfach…
A: (zieht eine Braue hoch) Inwiefern?
T: (seufzt) Hör mal, Alex, ich bin jetzt schon verdammt alt und… ich habe mich vielleicht ein oder zwei Mal in meinem gesamten Leben verliebt, aber dieses Mal ist es anders… Es ist besonders und ich will nichts falsch machen. Ich will ihn nicht verschrecken.
Mr. Salami: (aufmunternd) Also ich kann das ausgesprochen gut verstehen. Nach all den Jahren seine wahre Liebe zu treffen und dann ständig in der Angst leben müssen sie zu verlieren…
A: Ach so ein Unsinn.
Mr.Salami: Ganz Recht, werte Dame.
L: (runzelt die Stirn) Hast du nicht eben noch Tod recht gegeben?
Mr. Salami: (entrüstet) Aber nein, ich würde niemals dem gnädigen Fräulein in den Rücken fallen.
A: Aww, das ist zu lieb von dir.
L: (verwirrt) Muss ich jetzt eifersüchtig auf eine Salami sein?
Mr.Salami: (lachend) Aber nein, ist ja nicht so, als ob sie auch nur eine Chance gegen mich hätten.
L: (verblüfft) Alex, ich glaube die Gammel-Salami steht auf dich.
A: (boxt Luci in die Seite) Sei nicht so gemein zu ihm!
Mr.Salami: (mit Tränen in den Augen) Vielen Dank wertes Fräulein.
A: Aww, gerne doch.
L: (blinzelt kurz) Ich MUSS wirklich eifersüchtig werden?
A: Aber (wendet sich wieder Tod zu) Du solltest es ihn wirklich sagen lassen. Eine einseitige Beziehung ist auch keine Lösung. Er muss es sich einfach eingestehen, dass er dich liebt und es laut aussprechen, sonst wird die Beziehung nicht lange halten, sofern man von einer reden kann.
Mr.Salami: (hüpft glücklich auf und ab) Famos, wahrlich, famos. Wundervoll. Ihr seid so hilfsbereit und gutmütig, werte Dame und wie ihr euch mit den Herzen der Menschen auskennt…
L: (drückt ein Kissen auf die Salami) Jetzt ist aber wieder gut hier!
A: (wütend) Lässt du ihn in Ruhe! Der hat niemanden etwas getan! (greift sich die Salami und hält sie beschützend an ihre Brust. (Mr.Salami: Oh.. wie weich… wundervoll)
L: (gereizt) Wieso verteidigst du ihn auch noch?
A: Weil er hier der einzige ist, der auch mal nett zu mir sein kann.
Mr.Salami: aber gewiss, ich würde sie niemals kränken.
A: Dankeschön.
L: Das kann doch nicht dein Ernst sein!
Das Trauerspiel wurde glücklicherweise durch die Türklingel unterbrochen auf dem Weg zur Tür setzte Alex die Salami vorsichtig im Kühlschrank ab und entschuldigte sich noch einmal für Lucifers Verhalten. Als sie dann endlich die Tür öffnete wurde ihr grinsen um einiges breiter.
A: Oh, hallo Phillip, Tod hat eben von dir gesprochen.
Pi: (errötet) Ach, wirklich?
A: (nickt) Mhm, wie kann ich dir denn helfen?
Pi: Nun… ähem… Ich wollte nicht stören oder so… störe ich? Also, es ist nämlich so… ich war gerade in der Gegend und-
A: (ruft in die Wohnung) Tod! Phillip ist da um dich zu besuchen.
T: (kommt in den Gang gehastet) Was? Oh, hallo Phillip.
Amüsiert sah Alex dabei zu, wie die beiden sich eine Sekunde lang peinlich schweigend gegenüberstanden, ehe Tod ihn vorsichtig in eine steife Umarmung zog. Kurzerhand beschloss sie die Sache etwas voranzutreiben.
A: Hei ihr beiden, es ist gerade schönes Wetter. Könntet ihr vielleicht in den Park gehen und mir dort ein paar Maronen von dem alten Stand da besorgen.
T: Wieso? Direkt vor unserer Haustür ist ein Christkindlmarkt auf dem an jeder zweiter Bude Maronen verkauft werden.
A: Aber die aus dem Park sind viel besser
T: Aha.. und warum müssen wir da gehen?
A: (böse grinsend) Weil ich sonst gemein werde.
T: (packt seine Jacke und Phillip und eilt aus der Wohnung) Also gut, bis dann.
L: (steht plötzlich hinter Alex) Und das ist dein großartiger Plan?
A: (zuckt nicht einmal mehr zusammen) Eeyup. Wenn er meine Worte zu Herzen nimmt, dann bestehen Chancen.
L: Aha… und was machen wir jetzt?
A: Wir schauen uns noch einen Film an. (dreht sich um und geht ins Wohnzimmer zurück)
L: (grummelt) Aber ohne die Salami.
1. Paar: Hide’n Seek
Alex hatte sich wieder an Lucifer gekuschelt und sah träge dabei zu, wie die Dämonen im Fernsehen Menschen abschlachteten um dann von den mächtigen Priestern bezwungen zu werden.
A: Warum bist du nicht so?
L: (verwirrt) Wie soll ich denn sein?
A: Wie die da (zeigt auf den Fernseher) Groß und cool und angsteinflößend.
L: Vielleicht bin ich das ja, nur in deine Gegenwart halt nicht.
A: (schmollt) Aber ich würde dich auch gerne mal so sehen, so gefährlich und cool und… so… (merkt, was sei sagt, errötet und sieht wieder auf den Bildschirm) Vergiss es.
L: Hmm… also wenn du das so sehr einmal sehen willst dann können wir das sicherlich irgendwie vereinbaren.
A: (plötzlich interessiert) So? Und wie exakt?
L: Grinst. Es kommt gar nicht so selten vor, dass sich eine Seele vor mir verstecken möchte in der verzweifelten Hoffnung ich würde sie nicht finden. Los versuch es doch auch mal.
A: (sieht ihn unsicher an) Definiere.
L: (lacht) Versuch mir zu entkommen.
A: Definiere.
L: (mit einem gefährlichen Glitzern in den Augen) Du hast zehn Minuten um dich vor mir zu verstecken, wenn ich dich dann die nächsten sechzig Minuten nicht finde hast du gewonnen.
A: Und ich habe was davon?
L: Du siehst mich mal in Action und, wie bei jeder Seele, die es schafft mir zu entkommen, gebe ich deine Seele wieder frei.
A: (zieht eine Braue hoch) Verlockend, was aber, wenn ich verliere?
L: (gefährlich grinsend) Dann darf ich mir etwas wünschen.
A: Jah… für wie blöd hältst du mich?
L: Ok, ich verspreche, dass es nichts ist, was du nicht seelisch und moralisch mit dir vereinbaren kannst.
A: Das ist alles?
L: Das ist alles.
A: Und wann geht’s los?
L: (grinst zufrieden) Wenn du das Zimmer hier verlässt.
Langsam stand Alex auf, fast schon darauf lauernd, dass Luci ihr sagt, dass er sie nur veralbert hatte. Allerdings wurde das Grinsen des Teufels nur bösartiger und seine Augen begannen gefährlich zu glühen. Kurz überlegte Alex, ob sie nicht gleich aufgeben sollte, vor dieser Seite wollte sie gar nicht weglaufen, eher ganz andere-
Hoch roten Kopfes eilte Alex aus dem Raum und Lucis Blick wanderte langsam zur Wanduhr. Das würde sicherlich sehr interessant werden.
2. Paar : Catch me if you can
Tod und Phillip liefen schweigend nebeneinander durch die belebten Straßen der Stadt und auch wenn das Schweigen nicht unangenehm war, so senkte sich Tods Laune von Sekunde zu Sekunde immer mehr.
Alex‘ Worte wollten ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Was, wenn das für Phillip nichts weiter als ein Experiment war? Viele Mädchen, so hatte es ihm zumindest Lucifer einmal erzählt, experimentierten auch während ihrer Pubertät mit ihrer Sexualität. Angeblich, wie gesagt Lucifer hatte es ihm erzählt, hatte jedes Mädchen schon mal eine ihrer Freundinnen auf den Mund geküsst. Wieso konnte es bei Jungs nicht auch so sein?
Für Phillip konnte es genauso gut auch ein Spiel sein. Seine Freundin, Kristi, war sehr hübsch. Sie und Phillip verstanden sich außerdem ausgesprochen gut.
Tod presste die Lippen fest aufeinander. Sie verstanden sich ZU gut für seinen Geschmack.
Außerdem verhielt sich der Junge in der Gegenwart seiner kleinen Freundin ganz anders gegenüber Tod. Als würden sie sich kaum kennen.
Die beiden bogen gerade in den deutlich ruhigeren Park ab, als sich Phillip mit einem besorgten Gesichtsausdruck an ihn wandte.
Pi: Hey, Tod? Ist alles in Ordnung mit dir?
T: (lächelt schwach und winkt ab) Natürlich. Wieso fragst du?
Pi: Wegen deinem düsteren Gesichtsausdruck?
T: Hm? Achso, nein. Ich habe nur…Stress auf der Arbeit.
Pi: Oh… Ok… dann ist a gut (unsicher)
T: (bitter) Oh ja, dann ist alles gut.
Pi: (runzelt die Stirn und bleibt stehen) Tod… was ist denn los mit dir. Du weißt, dass du mir alles sagen kannst!
T: (bleibt ebenfalls stehen und sieht Phillip mit unterdrückter Wut an) Oh ja, sicher doch, solange du nichts Besseres zu tun hast du sicherlich ein paar Sekunden, um mich mit deiner Anwesenheit zu beehren. Vielen Dank!
Pi: (verletzte) Was? Was habe ich dir denn getan? Warum bist du denn jetzt sauer? Ich mach mir wirklich Sorgen um dich.
Ein dunkler Schatten huschte über Tods Gesicht und plötzlich war es vollkommen frei von jeder Emotion. Phillip schauderte bei dem kalten Blick und wie ein paar Schritte zurück. Das war nicht mehr sein Freund, sondern der Herr des Totenreiches. Bedrohlich begann Tod auf ihn zu laufen, seine Stimme klang kalt und distanziert.
T: So? Du machst dir also Sorgen um mich? (grinst kalt und höhnisch)
Pi: (weicht ängstlich zurück) Tod… was… -
T: Warum solltest du dir Sorgen um mich machen?!
Pi: (zögert kurz) Warte… was? Natürlich mach ich mir Sorgen um dich du bist immerhin mein… Freund.
T: (verengte die Augen etwas zu Schlitzen) So, so. Ich bin also dein Freund, so ist das.
Pi: Ich weiß nicht, was du von mir hören willst!
T: (scharf)Lass die Spielchen!
Pi: Welche-
T: Du willst mir also sagen, dass du nicht weißt, was ich die ganze Zeit für dich empfunden habe?!
Pi: Ich…äh… was?
T: (faucht) Ich sagte, du sollst die Spielchen lassen.
Pi: (wimmert erschrocken) Was willst du denn von mir hören?!
T: (macht einen Satz auf Phillip zu) Was ich hören will? Ich will endlich wissen, was du wirklich über mich denkst. Ich will, dass du mir sagst, wie du für mich empfindest und vor allem, wie du dir unsere Beziehung vorstellst.
Phillip blinzelte kurz erschrocken und öffnete schon den Mund, um Tod zu beruhigen, als der noch einen Satz auf ihn zumachte. Panisch wirbelte er herum und rannte so schnell er konnte vor Tod davon. Dummerweise war hinter ihm nur das kleine Waldgebiet des Parks und so lief er vom Eingang weg und in das Unterholz hinein. Tod sah ihm kurz hinterher ehe er sich das Haar hinters Ohr streifte.
T: (seufzt) Verdammt, das war wohl etwas zu viel… (grinst plötzlich bösartig) Anderseits kann ich das jetzt auch ausnutzen. (läuft Phillip in Ruhe hinterher, da er dem Tod eh nicht entkommen konnte)
1. Paar
Alex sah sich etwas unsicher auf dem alten Dachboden um. Es war, und dessen war sie sich leider nur zu bewusst, eine schlichtweg saudumme Idee gewesen hierher zu kommen. Luci rechnete sicher mit so etwas.
Seufzend lief sie an alten Kisten vorbei und versuchte bei der abgestanden Luft und dem von ihr aufgewirbelten Staub nicht zu niesen.
Anderseits hatte Luci ihr ja gesagt, dass schon viele Menschen versucht hatten sich vor ihm zu verstecken und die waren wahrscheinlich mit ausgetüftelten Plänen und Ideen geflohen. Vielleicht rechnete er ja nicht mit so etwas simplen. Langsam wurde es schwerer sich durch den vollgeramschten Dachboden zu kämpfen.
Hier im hinteren Teil befanden sich die zurückgelassenen Sachen der Vorbesitzer. Darauf bedacht keine Spuren in der dicken Staubschicht zu hinterlassen sieg sie vorsichtig über einen großen Karton, zwängte sich an einer alten Kommode vorbei, duckte sich unter einen Schminktisch und befand sich nun im dunkelsten und hintersten Zimmer des Dachbodens. Selbst sie war noch nie so weit in die schmutzigen Gefilde vorgedrungen (was zum Teil an ihrer ausgeprägten Arachnophobie – ja, auch ein Bestatter kann Angst vor Spinnen haben – lag). Etwas weiter entdeckte sie einen Kleiderschrank und fast war sie versucht, sich dort zu verstecken, aber der Gedanke eine Stunde in völliger Dunkelheit zu sitzen… und was, wenn dort irgendwelche Krabbelviecher lebten (im Winter nicht unbedingt wahrscheinlich, aber es war immerhin ein sehr warmer Winter)… es würde keine Minute dauern, ehe Luci sie schreien hören würde. Wenn, dann wollte sie mit Würde verlieren.
Sie biss sich auf die Unterlippe und ließ ihren Blick weiter wandern. Etwas weiter abseits, gut hinter mehreren Kartons und einem Schaukelstuhl (A: (erfreut) Ist ja cool, den nehm ich mir definitiv mit!) stand ein großer Weidenkorb, in den man mehrere Stoffe gestopft hatte, die etwas unter dem Deckel hervorquollen.
Perfekt.
Vorsichtig starkste Alex darauf zu und zog den dicken lila Stoff noch etwas mehr heraus. Sie hockte sie neben den Korb, den Rücken gegen die Wand gelehnt und zog den Stoff über sich. Damit er sie gut bedeckte und es nicht weiter auffiel kuschelte sie sich fest an den Korb und legte ihre Kopf gegen das Weidengeflecht. Nun hieß es warten.
2. Paar
Phillip rannte so schnell er konnte durch den Wald und versuchte nach Möglichkeiten nicht zu stolpern. Er hatte Filme gesehen, wenn du stolperst hast du verloren. Immer.
Keuchend huschte er hinter eine dicke Kiefer und versuchte zu Atem zu kommen. Verdammter Mist was war nur mit Tod los?
Er hatte sich noch nie so in seiner Gegenwart verhalten.
Vielleicht gehst du ihm langsam auf die Nüsse?
Phillip lehnte seinen Kopf an das Holz des Baumes. Konnte es das sein? Nein, Tod war viel zu lieb, er würde nicht versuchen ihn wegzujagen indem er ihn einen solchen Schrecken einjagte.
Also bitte, du vergisst, das hier ist kein Mensch. Es ist der Tod und nur weil er sich in deiner Gegenwart immer gut benimmt heißt das noch lange nicht, dass er wirklich so ist. Was, wenn das eben sein wahres Gesicht war?
Nein, so war Tod nicht. Tod war immer freundlich zu ihm und er sorgte sich immer um ihn und…
Und warum, wenn ich fragen darf, laufen wir gerade vor ihm davon?
Phillip zuckte leicht zusammen. Tod war schon die ganze Zeit seltsam… Vielleicht war er krank?
Sicher, ja, das wird es sein. Hatschi, upps jetzt werde ich zum bösartigen Killer. Gesundheit!
Phillips Atem hatte sich langsam wieder beruhigt, dennoch raste sein Herz weiterhin. Es musste für das alles eine vernünftige Erklärung geben, Tod war so nicht. Er hätt nicht vor ihm davonlaufen dürfen.
Warum hast du es dann getan? Hm?
Er hatte ihn plötzlich so angegriffen und nach Phillips Gefühlen gefragt. Sicher war es übertrieben, aber es hatte ihn in Panik versetzt. Er wusste auch nicht wieso.
Natürlich weißt du das. Du Weichei weißt, dass jemand wie er kaum etwas für einen Jungen wie dich empfinden kann. Er ist groß, gutaussehend, freundlich, reif und intelligent. Du auf der anderen Seite bist gerade mal neunzehn, nicht unbedingt eine Augenweide, lebst noch bei deinen Eltern und hattest außer deiner rechten Hand vielleicht eine Freundin und das ist auch schon Jahre her. Er findet dich amüsant, für jemanden wie ihn bist du sicherlich recht unterhaltsam, aber mehr als ein Spiel ist das in seinen Augen nicht.
Phillip schüttelte den Kopf. Nein, so konnte es nicht sein. Tod würde so etwas nie machen, er sagte selbst immer wie sehr in Lucis Art übel aufstieß. Er wollte nicht glauben, dass Tod ihm so etwas antun könnte.
Niemals. Er wollte es nicht glauben, weil…
…Du armer Trottel dich volles Rohr in ihn verlieben musstest. Gratuliere.
Phillip wusste nicht, was er seiner inneren Stimme erwidern sollte und blieb still und lauschte stattdessen auf seine Umgebung. Vielleicht hatte Tod die Lust verloren und war gegangen? Wahrscheinlich war er ihm nicht einmal gefolgt und er war ganz umsonst wie ein Trottel durch die Gegend gejagt. Gott war das peinlich!
Eine leise Stimme riss ihn aus den Gedanken.
T: (im leichten Singsang) Oh Phillip, wo steckst du? Gib besser gleich auf und erspare uns beide etwas Arbeit. Ich kriege dich so oder so.
Phillip erstarrte augenblicklich und hielt sogar die Luft an.
T: (seufzt) Na komm schon, ich weiß, dass du hier wo bist. Ich tu dir schon nichts.
Ja, sicher. Das sagen die Killer immer in Horrorfilmen…
Phillip hatte weder die Zeit noch die Lust seiner Stimme zu widersprechen, außerdem wurde ihm die Luft knapp. Mist, warum konnte Tod denn nicht einfach- Es wurde zu schwer und Phillip stieß die Luft geräuschvoll aus um dann schnall nach frischer zu schnappen. Tods Stimme verstummte sofort und Phillip wurde sein Fehler schlagartig bewusst.
Ganz große Leistung, Meister. Wirklich fabelhaft. Ich bewundere dich jede Sekunde deines Lebens mehr! Steh nicht so blöd rum. Lauf!
Und Phillip tat genau das.
1. Paar
Alex wusste nicht, wie lange sie schon unter diesem müffelndem Stück Stoff saß und leer vor sich hinstarrte. Sie wusste nur, dass Luci irgendwo herumlief und nach ihr suchte und dass ihre Knie und der Rücken langsam wirklich anfingen zu schmerzen. Sie konnte nicht mal auf die Uhr gucken, da sie ihr Handy ausgeschalten hatte. Viel zu oft hatte sie sich über die Protagonisten in ihren Büchern aufgeregt, die erwischt worden waren, weil ihr Handy geklingelt oder vibriert hatte. Das würde ihr nicht passieren. Sie würde auch nicht versuchen ihre Position zu ändern, in Büchern betrat der Täter in exakt dieser Sekunde den Raum und sah die Bewegung aus den Augenwinkeln (was in Alex‘ Fall eigentlich unmöglich war, da sie sehr weit von der Dachluke entfernt war, aber besser auf Nummer sicher gehen). Die Schmerzen und das verlorene Zeitgefühl aber waren noch nicht einmal das größte Übel. Es war schlichtweg langweilig hier zu sitzen. Nichts passierte. Es war still, viel zu warm, stickig und total langweilig. Wo trieb sich dieser unfähige Teufel nur rum?
Seufzend begann sie lustige Gesichter in den Staub zu zeichnen und wartete darauf, dass die Stunde endlich vorüber ging (nicht, dass sie in irgendeiner Weise erfahren hätte, wann es so weit war). Plötzlich hörte sie die Dielen des unteren Stockwerkes knarren. Nur kurz, aber es war definitiv dagewesen. Im Gegensatz zur Annahme vieler Leute war Alex nicht der Mensch, der sich Dinge einbildete oder Wahnvorstellungen entwickelte (zu mindestens nicht, ohne sie als diese zu erkennen) und so bestand kein Zweifel, dass sich irgendwer da unten herumtrieb.
Nicht Luci, nicht Luci, lass es nicht Luci sein…
Ironischer Weise wusste Alex selbst nicht, zu wem sie da betete und beschloss es wieder zu lassen und angestrengt zu lauschen.
Unglücklicherweise wurden die Schritte immer leiser und verstummten, als sich Luci – Alex hegte keinen Zweifel daran, dass es jemand anders als er sein konnte – am Ende des Ganges befinden musste.
Alex konnte nur die Schritte nur leise und gedämpft vernehmen, aber wenn sie richtig gehört hatte (und einfach der Ironie halber hätte sie das) dann befand sich der Höllenfürst vor der alten Eichentür, hinter der eine genauso alte Holztreppe hier herauf führte.
Alex presste sich noch fester an den Korb, als das laute Ächzen der alten Treppenstufen erklang.
Mist. Wie lange würde sie noch versteckt bleiben müssen, bis sie endlich gewann?
Plötzlich wurde der Raum dunkler (was Alex unter dem Tuch aber nur schemenhaft mitbekam), die Temperatur (die dank des warmen Winters bisher erträglich gewesen war) fiel um gefühlte zehn Grad, so, dass Alex sie sogar als beißend empfand.
Außerdem konnte sie die Präsens des Teufels deutlich spüren und schauderte leicht.
Wenn er jetzt schon so gruselig war, dann wollte sie den Rest vielleicht doch nicht sehen.
Nervös schluckend versuchte Alex ihren Atem so leise und regelmäßig wie möglich zu halten und drückte sich noch etwas mehr an den Korb.
Auch wenn Alex wusste (so etwas wie ihr sechster Sinn, der Luci-Sinn), dass Luci zwischen den Kartons hindurchlief du jeden Winkel gewissenhaft absuchte, so verursachten seine Schritte keine Geräusche und nicht eine der alten Dielen gab irgendein Geräusch von sich.
Er wusste also, dass sie hier war, oder vermutete es zumindest. Lucifer war die Treppe absichtlich so laut hinaufgestapft um sie nervös zu machen.
Witziger Weise war es genau diese Tatsache, die Alex tatsächlich nervös werden ließ.
Aber auch Alex besaß, wie Phillip auch, diverse Kenntnisse über bekannte Filmklischees und wagte es nicht unter dem Tuch hindurchzuluken, weswegen sie auch nicht den momentanen Aufenthaltsort des Teufels kannte.
Sie zuckte aber leicht zusammen, als sie ihren Freund plötzlich wütend fluchen hörte (aus Jugendschutzgründen werde ich nicht weiter auf die Flüche eingehen) und sie konnte der Neugierde nicht mehr wiederstehen. Vorsichtig lehnte sie sich leicht vor und schob den Stoff etwas zur Seite. Luci musste sich etwas weiter hinten befinde, weswegen Alex ihn nicht sehen konnte. Mist, warum musste sie sich aus hier hinten verstecken? Ganz sachte lehnte sie sich noch ein Stückchen vor und schielte vorsichtig zwischen zwei Kartontürmen hindurch. Da war er. Luci’s Augen glühten in einem Gefährlichen rot und eine gefährliche Aura schien ihn zu umgeben, fast schon erinnerte ihn Alex an den Luci aus der von ihr und ihren Freunden verhinderten alternativen Zukunft. Er sah wirklich furchteinflößend und… frustriert aus. Fasziniert bemerkter Alex, wie sein Blick ruhelos immer wieder über die Kisten und Körbe glitt und er seine Hände fest zu Fäusten ballte hatte. War er wirklich so beunruhigt, weil er sie nicht finden konnte? Warum?
Luci sah auf einmal auf seine Armbanduhr und seine Gesichtszüge verdüsterten sich auf eine so schaurige Art und Weise, dass selbst Alex erschrocken den Atem anhielt.
War die Zeit etwa schon um? Hatte sie gewonnen? Lucifer knurrte leise (und verdammich war das in-die-Hosen-machens-würdig… o.O) und wandte sich ab, sich wieder auf den Rückweg begebend. Alex ließ den Atem leise entweichen und holte tief Luft, dummerweise sog sie dabei ein paar Staubflusen mit ein und erstarrte, als sie den Nieser kommen spürte. Entsetzt hielt sie sich die Nase zu, drückte die Zunge gegen den Gaumen und kämpfte dagegen an. Sie spürte ihn in sich aufsteigen. Mist, warum konnte sie ihn nicht unterdrücken. Welch unwürdiges Ende. Ihr ganzer Körper spannte sich an und-
Nichts, er weg. Langsam entspannte sich Alex wieder und ließ, glücklich grinsend ihre Nase wieder los. Glück gehabt. Zufrieden nickend lehnte sich Alex wieder ein Stückchen zurück. Luci hatte aufgegeben und die Zeit war gleich um (wenn sie es nicht schon war), ihre Seele würde bald wieder nur ihr gehören und sie wäre Luci los. Verdammt noch mal, sie hatte sogar die Chance in den Himmel zu kommen.
Das Lächeln verpuffte.
Jepp… sie hätte ihr Seele wieder, Luci und sie könnten getrennte Wege gehen…
der Himmel…
Seele…
Kein Luci…
Himmel…
Kein…
Luci…
Im Nachhinein würde Alex immer darauf schwören, dass sie eine große Kakerlake (später würde sie sich in ihren Geschichten in eine riesige schwarze Spinne verwandeln) gesehen hätte und deswegen getan hätte was sie getan hatte. Luci würde nur leicht schmunzeln und nichts darüber sagen, dass es zu dieser Jahreszeit keine Insekten auf dem Dachboden gegeben hatte.
Um es kurz zu machen, Alex sprang plötzlich auf, merkte verblüfft, dass ihre Beine eingeschlafen sein mussten und kippte mit einem erschrockenen Schrei um, den Korb dabei umstoßend, der wiederum einen Kartonturm über Alex zum Einsturz brachte. Leise fluchend schloss sie die Augen, atmete kurz durch und versuchte dann, die große Box von ihrer Brust zu schieben. Dummerweise stellte sie schnell fest, dass sie viel zu schwer war und geriet schon leicht in Panik, weil sie immer weniger Luft bekam, als das Gewicht plötzlich von ihrem Oberkörper verschwand, dennoch machte es ihre Situation nicht besser, da sie sich nun zwei glühenden Augen gegenübersah.
A: (überrascht) Oh…
L: (breit grinsend)Gefunden.
2. Paar
Phillips Seiten schmerzten schrecklich und seine Lunge brannte so schlimm, dass er schon befürchten müsste, dass sie noch explodieren würde, dennoch wurden seine Schritte nicht langsamer. Er sah sich immer mal wieder über die Schulter, fest damit rechnend, dass Tod jede Sekunde in ihn reinrennen würde, aber jedes Mal lag nur der friedliche, leere Wald hinter ihm. Vom Tod keine Spur. In einer Sekunde der Unaufmerksamkeit wäre er sogar beinahe gestolpert, schaffte es aber mit Müh und Not geradenoch sich aufzurichten und weiterzulaufen. Verdammt, wie groß war der Wald eigentlich? Wenn er es nur hier heraus und in die Gegenward anderer Menschen schaffen würde. Tod würde ihm dort nichts anhaben können. Trotz des starken Keuchens wimmerte Phillip leicht und blinzelte sich die Tränen aus den Augen, die nicht nur aufgrund der langsam kälter werdenden Abendluft vorhanden waren. Warum wollte Tod ihm überhaupt etwas anhaben? Hatte er irgendetwas gesagt oder getan, was ihn verärgert hatte… oder war es alles wirklich nur von Anfang an ein Spiel gewesen?
Ich will endlich wissen, was du wirklich über mich denkst. Ich will, dass du mir sagst, wie du für mich empfindest und vor allem, wie du dir unsere Beziehung vorstellst.
Phillips Augen weiteten sich, als er an Tods Ausbruch zurückdachte. Konnte es das sein? War Tod sauer auf ihn gewesen, weil er es nicht über sich gebracht hatte zu seinen Gefühlen… zu Tod zu stehen? Hatte er ihre Beziehung zerstört in dem er sich so verhalten hatte?
Wow, Blitzmerker… Ironisch, das du dir das was dir am wichtigsten war selbst zunichte gemacht hast… aber passt zu dir.
Phillip schüttelte den Kopf und rannte auf eine kleine, ihm irgendwie vertraut wirkende Lichtung. Da sich vor ihm keine weiteren Hindernisse aufhielten sah er kurz wieder über die Schulter, Tod war nach wie vor nirgends zu sehen. Hatte er ihn abgehängt?
Trottel, als könnte man dem Tod davonlaufen…
Ohne Vorwarnung riss es dem Jungen plötzlich den rechten Fuß unterm Körper weg. Pi: (weinerlich) Auaa… Man… Was zum…!
Als Phillip versuchte, wieder auf die Beine zu kommen knirschte der Boden unter ihm bedenklich. Etwas zittrig schob er die dünne Schneeschicht zu Seite und erstarrte. Die Lichtung kam ihm deswegen so bekannt vor, weil er hier früher mit seinen Freunden im Sommer her gekommen war. Zum Schwimmen. Er stand hier inmitten eines zugefrorenen Sees, und so, wie sich die dünnen Risse auf der Eisfläche ausbreiteten, begleiten von dem bedrohlichen Knirschen und Knacken blieb kein Zweifel daran, dass die Oberfläche nicht mehr lange zugefroren sein würde.
Mist, Mist, Mist, Mist, MIST!
Jepp, das kannst du laut sagen… aber willst du etwas Lustiges hören? Du kannst Tod damit auch nicht entkommen, wenn du jetzt hier stirbst, wird er im Totenreich auf dich warten und kann dann mit dir machen was er will. Alles.
Das ist weder witzig noch aufbauen!
Ich sagte auch nicht, dass DU es lustig finden wirst.
Phillip erhob sich ganz langsam, das Gewicht möglichst auf beide Beine gleich verteilt, spürte aber, wie das Eis langsam unter ihm nachgab. Panisch presste er die Augen zusammen und versuchte eine Möglichkeit zu finden diesem Schlamassel lebend zu entgehen. Verdammt, wenn er das hier überleben sollte, würde er Tod freiwillig entgegen gehen und ihm sagen, was er für ihn empfand und dass er wollte, dass sie zusammen sind und dass es ihm leid tut, alles. Zum Teufel damit, er würde sogar vor Betty dazu stehen.
Nur bitte, bitte lass mich das hier überleben!
T: (ruft) Phillip?
Phillip erstarrte und folgte dem Ton der Stimme. Tatsächlich, da am Ufer stand Tod ihn verwirrt musternd.
PI: (voller Angst) Tod! Bitte… hilf mir!
Tod betrachtete die Szenerie kurz verwirrt spürte aber dann, dass es gleich einen Todesfall geben würde. Erst jetzt bemerkte er das Eis, auf dem Phillip stand und sah seine Schatten, wie sie sich begierig zwischen den Bäumen kringelten, darauf wartend ihre Beute packen zu dürfen.
T: (entsetzt) Oh Gott, nein! (erzwungen ruhig) Halte durch Phillip, ich hol dich da runter… keine Angst!
Pi: (nickt langsam) Das sagst du jetzt so leicht…
Tja… war nett mit dir... meistens zumindest.
Was?
Du glaubst doch nicht wirklich, dass Tod auch nur einen Finger rühren wird, um dich zu retten.
Wie kommst du darauf?
Wie sollte ich nicht darauf kommen? Er ist der Tod oder? Er muss neutral sein und darf nicht in das Leben der Sterblichen eingreifen, du bist im Arsch mein Freund. Aber sei unbesorgt, ich werde bis zum bitteren Ende bei dir bleiben. Der Kapitän verlässt das Schiff zu Letzt, nicht wahr?
Mir wäre es lieber als psychisch gesunder Mensch zu sterben…
Na also, das ist die richtige Einstellung, bettel nicht um dein Leben akzeptiere deinen Tod und stell dir vor wie man ihn verbessern kann.
Phillip schüttelte leicht den Kopf, schrie aber leise auf, als das Eis wieder laut knirschte. Durch die vielen kleinen Risse in dem Eis drang kaltes Wasser und bald schon reichte es ihm bis zu den Knöcheln, es würde nicht mehr lange dauern, bis es unter seinem und dem Gewicht des Wassers nachgeben würde.
T: (gefasst) Ganz ruhig, ich bin gleich da… nur bitte rühr dich nicht.
Phillip schluckte und sah, wie Tod langsam das Eis betrat, überhaupt schien sich alles viel langsamer zu bewegen, so wie Alex es einmal beschrieben hatte. Die Zeit schien plötzlich schwerfällig und langsam und er wusste, dass es Tods verdienst war. Sein Körper wirkte plötzlich unscharf und obwohl er über das Eis ging, so lief er doch nicht. Es war wirklich nicht einfach zu beschreiben, Tod erweckte den Anschein, als würde er seine Beine gar nicht bewegen, als würde er einfach nur langsam auf ihn zugleiten. Phillip wollte schon leicht lächeln, als das Eis mit einem Knacken, welches selbst durch die dünne Schicht von Eiswasser nicht gedämpft wurde, unter ihm endgültig nachgab.
Als Phillip in dem Loch aus sprudelndem und eiskaltem Wasser versank, sah er, wie Tods Gesichtsausdruck sich von seiner erzwungenen Ruhe zu einer Maske puren Entsetzens verzog. Als er langsam verschluckt wurde schrie er nicht.
Der Schock überdeckte seine Angst und für einen Moment empfand er nichts als Überraschung. Dann aber, kurz bevor die Zeit wieder in ihrem gewohnten Tempo ablaufen würde und Phillips Kopf auch unter der Wasseroberfläche verschwand kam ihm plötzlich ein Gedanke. Er war vollkommen irrational und unangemessen und doch erfüllter er ihn für den Bruchteil einer Sekunde mit Wärme. Tod hatte Angst um ihn! Er hatte ihm also doch etwas bedeutet!
1. Paar:
A: (strampelt und tritt wild um sich, auf Lucis Rücken einprügelnd) Lass mich sofort runter hörst du!
L: (trägt Alex über seiner Schulter breit grinsend die Treppe hinunter) Nö.
A: Ich schwöre bei Gott, wenn du mich nicht gleich loslässt dann-Ieehp!
Lucifer, der soeben sein Zimmer erreicht hatte schmiss Alex etwas grob auf sein Bett, setzte sich schnell auf ihre Hüften und hielt ihre Handgelenke neben ihrem Kopf fest. Er beugte sich etwas herunter, so, dass er nahezu ihr gesamtes Blickfeld einnahm. Alex verstummte, als sie seine glühenden Augen so dicht vor sich hatte und sah ihn unruhig an.
L: (leicht bedrohlich) Erst einmal schwörst du überhaupt nichts bei Gott, nicht so lange mir deine Seele gehört und dass wir, da du dieses Spiel um einhundertachzehn Sekunden verloren hast, bis in alle Ewigkeit sein.
Alex stöhnte frustriert auf.
Nur noch fast zwei Minuten. Sie hatte um zwei verdammte Minuten verloren! Das durfte doch nicht wahr sein. Komischerweise störte sie der Teil, dass ihre Seele nun endgültig Luci gehörte und dass sie ihm nun nicht mehr entkommen konnte weniger (bis überhaupt nicht) als die Tatsache, dass sie gegen ihn verloren hatte. Um. ZWEi. Verdammte. Minuten! Schicksal hatte da doch sicher wieder seine Finger im Spiel gehabt. Ihr sehr frustrierender Gedankengang wurde von zwei weichen Lippen auf ihren unterbrochen und auch, wenn Lucis amüsiertes Lächeln deutlich zu erahnen war, so kam sie nicht ohnehin wieder einmal zu bemerken, wie gut es sich anfühlte ihn zu küssen. Viel zu früh löste er sich von ihr und grinste herausfordernd herab.
L: Und zweitens darf ich mir jetzt etwas wünschen.
A: (errötend) Ich hoffe doch sehr, dass das hier nichts mit deinem Bett zu tun hat. ‚Nichts, das ich nicht seelisch und moralisch mit mir vereinbaren kann, du erinnerst dich.
L: (grinst etwas lüstern) Aww, ich glaube aber, dass es dir sehr wohl gefallen würde, was ich so in petto habe.
A: (knallrot) Ich wills nicht wissen... wirklich nicht… du hast es mir versprochen, also nenne etwas vernünftiges.
L: (seufzt, lässt aber Alex Hände frei und setzt sich auf) Also schon… wie wäre es mit etwas vollkommen simplen?
A: Als da wäre?
L: Ein Rendezvous.
A: (blinzelt überrascht) Warte… was?
L: (verdreht die Augen) Ich frage dich nach einem Date.
A: Wirklich? Oh… damit habe ich ehrlich gar nicht gerechnet… Was schwebt dir da so vor?
L: Keine Ahnung, vielleicht Kino?
A: Auf keinen Fall… Kinos sind für das dritte Date.
L: (lacht) Manchmal bist du wirklich zu süß.
A: (schmollt) Nein, das bin ich nicht. Gar nicht…
L: Und wenn ich dich zum Essen einlade?
A: (nickt unsicher) Klar… so lange es nicht in der Hölle stattfindet.
L: Was hast du gegen die Hölle?
A: Ich würde gerne auf neutralem Boden bleiben.
L: (lacht leise) Einverstanden. Dann haben wir ein Date, am Freitag? Du kannst nach der Arbeit herkommen, die Umziehen und ich komm dich um halb sieben abholen?
A: (nickt, leicht lächelnd) Abgemacht…. (runzelt die Stirn) Aber bitte geh jetzt von mir runter.
L: (weinerlich) Aber wieso denn? Du bist so bequem!
A: LUCI!
2. Paar
Die plötzliche Eiseskälte die Phillip umgab ließ seine Muskeln zusammenkrampfen und fühlte sich wie tausend Nadeln an, die auf seinen Körper einstachen. Dann aber setzte die Panik ein und er versuchte verzweifelt wieder an die Oberfläche zu kommen. Mit unsicheren Bewegungen strampelte er sich wieder nach oben, aber dort, wo sich eben noch das Loch befunden hatte gab es nun nur noch eine dicke Eisschickt. Verzweifelt drückte er dagegen und tastete herum. Irgendwo musste doch das verdammte Loch sein. Es fiel im immer schwerer klar zu denken und vor seinen Augen begannen bereits bunte Flecken zu tanzen.
Nein, nein, nein, nein, nein, nein!
Nicht so, so wollte er nicht sterben…
Seine Bewegungen wurden langsamer und langsam begann sein Körper wieder abzusinken.
Nicht so allein, nicht umgeben von all dieser Kälte.
Langsam schlossen sich seine Augen und seine Gegenwehr erstarb.
Zumindest würde er Tod gleich wiedersehen.
Als Phillip wieder die Augen öffnete sah er sich verwirrt um. Er befand sich in einer großen grauen Röhre. Von den Wänden tropfte glitzernder Schleim in allen Farben und vermischte sich mit dem, der bereits am Boden lag (was dann einen glitzernden grauen Schleim ergab, der irgendwie bedrohlich vor sich hinwobbelte). Phillip stand einfach inmitten dieses Tunnels und konnte sich nicht ganz erinnern wie er hierhergekommen war. Technisch gesehen wusste er außer seinem Namen gar nichts… er runzelte die Stirn. Was war noch einmal sein Name gewesen? Da ihm nichts anderes übrig blieb lief er langsam in die Richtung, in die er gesehen hatte, als er zu sich kam. Irgendetwas mit F war es gewesen. Friedolin? Nein, aber es klang nicht ganz falsch… Vielleicht hatte er ja doch so geheißen. Komischerweise gab es in diesem Tunnel kein Licht, dennoch aber war es nicht dunkel. Friedolin runzelte die Stirn. Was war das hier für ein seltsamer Ort? Bald kam er an eine Kreuzung an der drei Tunnel von seinem jetzigen wegführten. Der erste war mit Absperrband abgeklebt und ein kleines weißes Schild trug eine Aufschrift aus dicken roten Buchstaben: DURCHGANG VERBOTEN! In dem Mittleren führte eine steile Steintreppe steil nach oben und nur wenn Friedolin (oder war es Bernhard gewesen?) in die Hocke ging konnte er ein grelles, warmes Licht am Ende ausmachen. Der rechte Tunnel aber führte steil nach unten. Eine Rolltreppe erleichterte den Reisenden den Weg und eine angenehme Jazzmusik schien irgendwo da unten zu spielen. Nur das bedrohliche rote Licht, welches den Tunnel zu beleuchten schien warnte Friedolin davor diesen Tunnel zu wählen.
Unschlüssig stand Friedolin auf der Kreuzung herum. Welchen Gang sollte er wählen? Der rote machte ihm irgendwie Angst, der weiße schien sehr beschwerlich und der erste war verboten. Friedolin zögerte. Hatte er früher immer Regeln befolgt oder war er ein Rebell gewesen?
Hätte er auf das Schild gehört oder wäre er die Treppen hinaufgestiegen? Er biss sich auf die Unterlippe und versuchte sich zu erinnern, doch plötzlich ergriff eine grausige Kälte von ihm Besitz und ließ ihn zitternd zu Boden gehen. Ok, ok, kein Erinnern. Sollte ihm recht sein.
Er seufzte, also doch die Treppen.
T: Was denkst du, was du da tust. Erschrocken wirbelte Friedolin herum und starrte die hochgewachsene Schattengestalt ängstlich an.
Pi: Was… wer sind sie? Es tut mir leid, aber- Ah!
Die Gestalt hatte einen Schritt vorgemacht und ihn fest in ihre Arme gezogen.
T: Gott sei Dank, es geht dir gut…. Ich hatte schon Angst, du hättest dich für einen Tunnel entschieden
Die Gestalt löste sich und schlug ihre Kapuze zurück und Tods grüne Augen sahen fest in Fridolins…Ferdinants… nein, Phillips.
Pi: Aber… wo bin ich denn hier? Wenn ich gestorben bin, sollte ich nicht bei dir landen.
T: (lächelt schwach) Leider nein, einer meine Schatten hat dich vor mir erwischt und gleich zu dem Tunnel gebracht. Phillip nickte langsam und unsicher.
Pi: Heißt das, dass ich jetzt gestorben bin.
T: (sieht ihn traurig an) Ja, es tut mir so leid…
Pi: (schluckt und senkt den Blick) Muss ich mich jetzt von dir verabschieden.
T: (langsam) Nunja… das kommt darauf an…
Pi: (hebt den Kopf und sieht Tod hoffnungsvoll an) Was? Worauf?
T: Nun… eigentlich auf dich… Du hast dich noch für keinen Weg entschieden, was heißt, dass du dich noch in meinem Zuständigkeitsbereich befindest… und da ich dich aus dem Wasser gezogen habe und just in diesen Moment versuche dich wiederzubeleben könnest du auch wieder mit mir zurückgehen… also nur wenn du willst….
Pi: (sieht Tod ungläubig an) wieso sollte ich sterben wollen… bitte bring mich wieder hier heraus.
Tod nickte erleichtert und deutete Phillip ihm zu folgen. Sie liefen eine Weile schweigend neben einander her und waren beide in ihre eigenen Gedanken vertieft bis Tod die Stille durchbrach.
T: Es tut mir leid.
Pi: Äh… was denn? Was tut dir leid?
T: Da sich dich so verängstigt und gejagt habe… ich wollte nur… es tut mir leid.
Pi: (bleibt stehen und sieht Tod ernst an) Das muss es nicht… Du hattest ja recht.. ich hätte nicht so viel vor meinen Gefühlen davonlaufen können und um ein Haar hätte ich dich nicht mehr wiedergesehen um sie dir zu gestehen…
T: (bleibt ebenfalls stehen und sieht Phillip verwundert an) Welche Gefühle?
Phillip öffnete den Mund, schloss ihn dann aber wieder und starrte auf seine Schuhspitzen.
Pi: Können wir bitte wo anders darüber reden? Hier ist es irgendwie gruselig.
T: (nickt langsam) Aber sicher doch, komm, wir sind gleich da. Wieder liefen die Beiden nebeneinander und
Phillip biss sich erneut auf die Unterlippe, verdammt, warum fiel ihm das so schwer… Er wollte Tod doch nur zeigen, dass er ihn gerne hatte. Verstohlen sah er auf dessen Hände (hier trug er keine Handschuhe sondern zeigte seine strahlend weißen Skeletthände). Kurz schauderte es ihm vor den Knochenfingern, dann dachte er aber, dass es auch ein Teil von Tod ausmachte und es keinen Grund zum ekeln gab.
Tod für seinen Teil wäre beinahe aus dem Takt gekommen und über seine eigenen Füße gestolpert, als er spürte, wie Phillips warme Finger sich zwischen seine eigenen Schoben und ihre Finger miteinander verschränkten. Er spürte, wie sich die Wärme auf seinen Wangen ausbreitete, beschloss aber, nicht in Phillips Richtung zu sehen. Kurz darauf schien ein Ruck durch den Tunnel zu gehen und keine Sekunde später kniete Tod auf dem gefrorenen Boden neben dem See, einen nun laut hustenden Phillip in den Armen. Der Junge wandte sein Gesicht ab und erbrach das ganze verschluckte Wasser, ehe er sich wieder in Tods Arme sinken ließ und anfing stark zu zittern. Tod, dem die nasse Kleidung kaum was ausmachte sah besorgt zu seinem Freund herab und richtete sich mit ihm in den Armen auf.
T: Keine Sorge, ich bring dich schnell heim.
Zeitgleich war ein leises *Ping* zu hören und kurz darauf trat Tod in den Aufzug, der sie direkt in Phillips Zimmer wieder ausspuckte. Schnell half ihm Tod aus den nassen Sahen und legte den Jungen ins Bett, glücklicher Weise waren Phillips Eltern übers Wochenende verreist und erleichterte es den Beiden die Geschichte für sich zu behalten (den Ärger, den seine Eltern gemacht hätten wäre sein Überleben, zumindest aus Phillips Sicht, nicht wert gewesen). Tod besorgte dem zitternden Jungen gleich noch eine weitere Decvke und füllte ihm sogar eine Wärmflasche mit heißem Wasser, ehe er sich vorsichtig an Phillips Bettkannte setzte und ihn besorgt musterte.
T: Wie fühlst du dich?
Pi: (Lächelt schwach) Warm… und müde…
T: (Nickt) In Ordnung, schlaf ruhig etwas und ich mach dir eine Hühnersuppe, wenn du wieder aufwachst, ok?
Tod wollte schon aufstehen und Phillip etwas Ruhe gönnen, als dieser noch einmal leise nach ihm rief. Ales er sich umwandte hatte der Jüngere die Decke über seine Nase gezogen und sah Tod unsicher an.
T: (verwirrt) Entschuldigung, was hast du eben gesagt?
Pi: halehmpf….
T: Phillip… ich versteh dich nicht? Was ist?
Vorsichtig beugte sich Tod über ihn und sah Phillip besorgt in die Augen, als dieser überraschend seine Arme um seinen Hals schlang und ihn zu sich herunterzog um ihn dann fest auf die Lippen zu küssen. Der Kuss war unsicher und kurz, aber reichte vollkommen aus um Tod nun ebenfalls erröten zu lassen, während Phillip ihm schüchtern zulächelte.
Pi: Ich hab dich wirklich gern, Tod und möchte auch mit dir zusammen sein….
T: (etwas verunsichert) Wie, gerne?
Pi: (senk den Blick und flüstert) Ich glaube, ich liebe dich… Nein… ich weiß es sogar… (sieht Tod fest in die Augen) Tod, ich liebe dich.
T: (küsst Phillip überglücklich) Ich dich auch, mein Kleiner.
Vier Tage später sitzen Alex, Luci, Mr Salmie (sehr zu Lucis Unbehagen, sah dieser Schimmelbeutel auf dem Schoß SEINES Mädchens) und Tod und Phillip (sehr zu Phiilip Unbehagen saß dieser hochrot auf Tods Schoß) und sahen sich irgendso einen Kinderfilm über einen Clownsfisch an, als es plötzlich an der Tür klingelte. Seufzend stand Alx auf und setzte die Salamie auf den Couchtisch ehe sie zu Tür ging, wo es zum zweiten Mal klingelte. Seufzend zog sie die Tür auf … und erstarrte, sie schnell wieder zuschmeißend und in ihr Zimmer stürmend. Tod und Luci sahen sich kurz unwohl an, ehe die beiden auch aufstanden und zur Tür schritten. Langsam zog Tod sie auf und beide staunten nicht schlecht, als sie einem alten Mann Ende siebzig gegenüberstanden.
Jü: (mit fester Stimme, die beiden mit seinen eisblauen Augen streng musternd) Guten Tag, ich bin Jürgen.