Ein ganz normaler Tag(?), Die verrückteste WG der Welt
Noris Weihnachtswunsch
Dieses Kapitel widme ich Nori. Hier mein kleines Weihnachtsgeschank an dich, da wir uns ja leider nicht sehen können.
Wie versprochen habe ich so viel Fluff hineingestopft (so gegen Ende hin) wie meine emotionslose Seele hergibt ;D
Auch allen anderen Lesern ein frohes Fest, besinnliche Tage und einen guten Rutsch!
Und natürlich viel Spaß bei diesem Kapitel!
LisaII? Hier findest du auch die Auflösung zu deinem Adventsrätsel :*
Zuvor sei gesagt, dass ich aus Gründen der Einfachheit und weil sich LisaII indirekt beschwert hat den Namen LisaII auf Marie (Kürzel M) ändern werde. Wen das jetzt aus der Bahn wirft, keine Sorge eine Übersichtsliste ist bereits in Bearbeitung ;D
Was dem Leser das letzte Mal verschwiegen wurde:
Als Luci am Morgen aufwachte behielt er seine Augen noch kurz geschlossen und stellte sich wie immer auf den Fehler ein, den er gestern Abend abgeschleppt hatte, ehe ihm siedend heiß einfiel, dass es gestern nicht irgendwer gewesen war. Ganz im Gegenteil, wenn sie auch etwas betrunken war, so hatte er es endlich geschafft, sie für sich zu gewinnen. Ein breites Grinsen breitete sich auf seinen Gesicht aus, ehe er seinen Kopf zur Seite wandte um … eine leere Betthälfte zu sehen.
Das Lächeln verschwand augenblicklich. Langsam setzte sich der Lord der Verdammnis auf und sah sich verwirrt in seinem Zimmer um. Hatte er etwa geträumt?
Die weichen Satindecken waren etwas zerknüllt und bedeckten seinen Körper etwa bis zur Hälfte. Nachdenklich hob er die Decke an und nickte langsam. Gut, er war nackt und wenn er alleine war schlief er niemals nackt. So viel also dazu.
Er hatte also definitiv Gesellschaft gehabt. Nur wo war sie hin?
Es bestand kein Zweifel daran, dass es Alex gewesen war, aber warum war sie abgehauen?
Ein leises Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Wahrscheinlich hatte sie sich ganz schön erschrocken, als sie am nächsten Morgen gesehen hatte. Nackt, neben ihr in seinem Bett.
Sicher war sie etwas sauer geworden und ging jetzt wieder auf irgendeinem Friedhof spazieren um sich zu überlegen, was sie nun tun sollte.
Er schlug die Decke zurück und setzte seine Füße auf dem Kirschholzboden ab.
Hoffentlich kam sie bald wieder. Kopfschüttelnd tappste er ins Badezimmer und stellte sich seufzend unter die Dusche.
Wer hätte gedacht, dass sie eines Tages endlich nachgeben würde?
Nun, er würde sich ganz sicher nicht deswegen beschweren.
Gerade als er wieder aus der schmalen Kabine herausgetreten war und sich ein weichen Handtuch umgebunden hatte, vernahm er die Türklingel.
Er lächelte, hatte Alex schon wieder ihren Schlüssel vergessen?
Allerdings verschwand sein Lächeln genauso schnell, wie es gekommen war, als er sah, wer da vor der Tür stand.
L: Äh... Kann ich ihnen helfen?
N: (verdreht die Augen) Ja dir auch nen guten Tag, Lucifer.
L: Kennen wir uns?
N: (zieht die Brauen hoch) Sagt dir der Name Nori was?
L: (erinnert sich offensichtlich wieder) Ahh... ja, stimmt... Ich dachte du bist für ein Jahr in Japan?
N: (amüsiert) Ja, das war vor zwei Jahren und jetzt bin ich wieder da.
L: (nickt langsam) Oh... Na gut, dann willkommen zurück... hab dich gar nicht erkannt mit den langen Haaren...
N: (zuckt mit den Schultern) Schon ok... hey, wo is'n Alex?
L: (lächelt entschuldigend) Wenn ich das wüsste. Ich bin heute aufgewacht und sie lag nicht mehr neben mir-
N: Wowowowowowoo! Stop! Sie lag nicht mehr neben DIR? Was... warum?... Was hab ich verpasst?!
L: naja... ist jetzt nicht ganz so wie es aussieht (murmelt) oder wie ich es gerne hätte... Aber... (verwirrt) Wo ist sie hin?
Da von Nori weit und breit nichts mehr zu sehen war, zuckte er mit den Schultern und schloss die Tür wieder.
Summend ging er wieder zurück in sein Zimmer, wo er sich erst einmal eine Hose anzog. Unschlüssig blieb er noch kurz vor dem Kleiderschrank stehen und überlegte, welches Hemd er wohl anziehen müsste. Das rote, welches er gewöhnlich zur Arbeit trug oder das schwarze... vielleicht sollte er sich den Tag auch einfach freinehmen und nur ein T-Shirt anziehen. Entscheidungen, Entscheidungen...
Unglücklicherweise wurde er erneut durch die Türklingel unterbrochen, was ihn genervt seufzen ließ. Wo steckte der Knochenbeutel, wenn man ihn einmal brauchte?
Ach ja, das Schiffsunglück im Mittelmeer...
Dieses Mal war es nur ihre etwas ältere Nachbarin, die nach Backpulver fragte. Sie wollte doch heute einen Kuchen für ihre kleine Enkelin backen. Der süße Fratz war gestern sieben geworden, wie die Zeit nur eilte, und heute würde die Familie sie besuchen kommen. Gestern war sie extra deswegen einkaufen. Aber das Backpulver, diese blöden kleinen Tütchen, hatte sie ungkücklicherweise vergessen. Lucifer nickte möglichst höflich und holte gewünschtes Produkt aus der Küche.
Allerdings schien es die Alte nicht so eilig zu haben, da sie die nächsten zwanzig Minuten noch etwas über ihre wundervolle Tochter und deren noch viel besseres Kind erzählte. Als er dann endlich wieder die Tür schließen konnten war des Teufels Laune ziemlich im Keller
Schlimmer konnte es nun wirklich nicht kommen.
Irgendwo in einer der vielen Zwischensphären lächelte ein kleiner weißhaariger Junge.
Wie er solche Herausforderungen liebte.
Nichts ahnend stiefelte Lucifer ein letztes Mal in sein Zimmer, fest entschlossen sich ins Bett zu schmeißen und für heute genau dort zu verweilen.
Theoretisch ein wundervoller und auch wundervoller Plan, praktisch aber schnell verhindert, besonders, wenn man zuvor das Schicksal herausgefordert hatte.
Seufzend betrat er sein Zimmer und schloss die Tür hinter sich endlich alleine.
En: Guten Morgen, Lucifer.
Überrascht wirbelte Lucifer herum und sah eine seiner Dämonen in der Badtüre stehen, ihn lustvoll anlächelnd.
L: (seufzend) Engelin, was suchst du hier?
Die Angesprochene lächelte und kam langsam, die Hüften verführerisch schwingen auf ihn zu, den zurückweichenden Höllenfürst an die Wand drängend.
En: (fasst ihn an den Schultern und haucht in sein Ohr) Euch, mein Herr, ich hatte ja solche Sehnsucht nach euch.
L: Ich fürchte, ich muss dich enttäuschen, heute ist mir nicht nach deinem Körper.
En: (kichert boshaft) Wann hast du den jemals meinen Körper abgelehnt?
Lucifer knurrte erbost und änderte ihre Position so, dass nun Engelin (ihre Hände von ihm über ihrem Kopf fixiert, sicher war sicher) von seinem Körper gegen die Wand gepresst wurde.
L: Ich sagte ‚heute nicht‘!
Doch der Dämon schien nicht willig von ihrem Begehren abzulassen und nutzte die Nähe, um ihm ihre Lippen auf den Mund zu pressen.
A: Hey Luci, hast du… mal… äh…
Luci erstarrte augenblicklich und sah entsetzt zu Alex, die mit einem nicht ganz einschätzbarem Gesichtsausdruck in der Tür stand. War es Schmerz, oder Unglauben oder… nunja, Lucifer war immer gut darin gewesen Menschen einzuschätzen und zu manipulieren (damit verbrachte er ja seine gesamte Existenz), aber Menschen wie Betty oder eben Alex waren ihm definitiv zu hoch.
Aber gerade in diesem Moment war ihm das ziemlich egal. Er wusste nämlöich genau, wie dass für Alex aussehen musste und es war vollkommen unmöglich diese Situation nicht falsch zu verstehen.
Wie sollte er das denn nur erklären?
L: Alex… ich… das ist jetzt…
Verdammt, verdammt, verdammt… wieso musste ihn nun seine gesamte Wortgewandtheit verlassen?
A: (plötzlich vollkommen emotionslos und ruhig) Schon gut… Ich meine… Ich bin ein paar Stunden weg… und du hast Bedürfnisse, nur klar, dass du dir eine Dämonin rufst um diese zu befriedigen… Dafür hast du sie ja… (räuspert sich) Ich warte dann mal draußen…
Nein, nein, nein, nein, nein, so war das nicht… so sollte es nicht beginnen… Nicht nachdem es endlich begonnen hatte, nicht nachdem er den „unbekannten Knaben“ den er damals auf dem Fest im Barock kennengelernt hatte endlich für sich gewonnen hatte.
L: Lucifer starrte die Dämonin sauer an, die das Geschehen belustigt beobachtet hatte und nun etwas ängstlich unter seinem Blick zusammenzuckte.
L: (stinksauer zischend) Du kannst von Glück reden, dass du eine solch gute Agentin bist, aber denke nicht, dass dich das unentbehrlich macht. Verschwinde jetzt besser und trete mir die nächsten hundert Jahre nicht unter die Augen!
Damit wandte er sich um, nach draußen eilend.
Drei Tage später:
Alex folgte Nori in das Gästezimmer, in dem eigentlich bisher nur Nori geschlafen hatte, wenn sie zur Besuch war und nicht in Japan. Jetzt wo Alex so darüber nachdachte, konnte es sein, dass ihre Freundin bereits jetzt schon zum Supersoldaten ausgebildet wurde?
Nein, das war albern, immerhin war Nori nur zum Krieger geworden, weil es der nahende Weltuntergang erfordert hatte. Nicht wahr?
Ihr Gedankengang wurde brutal unterbrochen, als sich ihre Freundin schwungvoll zu ihr umdrehte und diese sauer fixierte.
A: Was hab ich jetzt schon wieder gemacht? Bist du immer noch sauer, weil ich Luci und den anderen gesagt habe, dass wir zusammen sind?
N: Ja, natürlich bin ich das, du solltest nicht immer vor deinen Problemen weglaufen-
A: (weinerlich) Aber darin bin ich am besten.
N. (macht eine wegwischende Handbewegung) ABER deswegen bin ich nicht an erster Stelle sauer!
A: (verwirrt) Oh..okay?
N: Warum ich sauer bin ist eher die Tatsache, dass Gott dich und „deine neue Auserwählte“ zum Kaffee am Freitag eingeladen hat.
A: (etwas blass um die Nase) Du machst Witze.
N: (schüttelt den Kopf) Sicher nicht.
A: Aber woher weiß Gott das?
N: (zieht eine Braue hoch) Es ist Gott? Und du hattest was mit ihrem Sohn? Einem ihrer liebsten noch dazu.
A: Verdammt... die grillt mich. (leicht panisch) Was mach ich denn jetzt?
N: Dich mit Luci versöhnen und Gott erklären, dass alles ein großes Missverständnis ist?
A: Auf keinen Fall, dann lieber grillen.
N: Du verhälst dich kindisch.
A: Das darf ich auch.
N: Aber nicht in dem Fall... ich werde auch von Gott gegrillt... und ich schmecke sicherlich nicht... obwohl... vielleicht schmecke ich ja doch... was denkst du?
A: Aww, ich bin mir sicher, dass du wundervoll schmeckst.
N: (kichert) Danke.
A: Immer doch.
N: Aber trotzdem versöhnst du dich jetzt mit Luci!
A: Ich will aber nicht!
N: Das ist mir vollkommen egal! Ich bin nach wie vor der Meinung, dass du dich mit Luci aussprechen solltest.
A: (verdreht die Augen) Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass das eine unglaublich blöde Idee ist.
N: Bitte, nur ein letztes Mal. Vielleicht war ja alles gar nicht so, wie es den Anschein erweckt hat.
A: Nori…hör mal, selbst wenn du Recht haben solltest und ich bin mir nicht sicher, wie das gehen soll… ich meine, die Situation war ziemlich offensichtlich… eine Beziehung zwischen uns könnte niemals funktionieren. Wir sind einfach viel zu verschieden.
N: (schnauft unbeeindruckt) Das ist Schwachsinn und du weißt es, Alex. Außerdem hast du nur Angst davor, ihn zu konfrontieren.
A: (Beleidigt) Ich? Angst? Garantiert nicht! Auf wessen Seite stehst du überhaupt?
N: (nickt grinsend) Ausgezeichnet, dann ist es beschlossen.
A: Warte.. was?
Unglücklicherweise, zumindest für Nori, schien sich Luci neuerdings besonders oft und lange in der Hölle aufzuhalten, was bedeutete, dass er auch heute nirgends in der Wohnung zu finden war.
Auch Tod war gerade zur Weihnachtszeit besonders beschäftigt – Weihnachtsdepressionen, Glatteis auf den Straßen und Treppen und verschiedene Wintersportarten ließen grüßen – weswegen auch der Aufzug keine Option darstellte.
Unglücklicherweise, zumindest für Alex, war Nori nun einmal Nori.
Wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann würde sie ihn auch durchsetzten. Ohne Rücksicht auf Verluste.
Egal. Wie.
Luci könnte nachts wahrscheinlich kein Auge mehr zu tun, wüsste er, wie viele Möglichkeiten sie hatte, sich irgendwo hinein und auch wieder hinauszuschleichen. Da war sie selbst Betty Meilen weit voraus.
Und wie hieß es denn so schön?
Viele Wege führten in die Hölle… oder so.
Nori hatte schon sehr früh bemerkt, dass es mehr Wege in die Hölle gab, als Tod und seinen Aufzug.
Zum einen konnte man natürlich so schwer und/oder so kreativ sündigen, dass Lucifer selbst nicht widerstehen konnte und sich der Seele sofort bemächtigte, aber das erforderte Zeit und Planung und beides war keine Option. Außerdem musste man sich wirklich anstrengen, denn nach all den Jahren war der Höllenfürst nicht mehr so schnell zu beeindrucken.
Nebenbei sei an dieser Stelle zu erwähnen, dass Nori ihn auf diese Weise früher kennengelernt hatte.
Natürlich konnte man auch einfach eine Beschwörung durchführen aber das erforderte Recherchen auf die Nori keine Lust hatte (außerdem konnte es gut passieren, dass sich niemand in der Hölle berufen fühlte darauf zu antworten…). Eine weitere Option, die sich Nori aus offensichtlichen Gründen nicht leisten konnte und wollte, war es schlicht und ergreifend Politiker zu werden. Jeder Politiker landete früher oder später in der Hölle. In diesem Fall gab es nur sehr, sehr wenige Ausnahmen. Aber es gab sie, was diese Option auch unsicher machte.
Und so verblieb nur noch die letzte Möglichkeit.
Grinsend schnappte sie sich ihre Freundin und zerrte sie zehn Minuten später mit einer absonderlich starken Kraft durch die Straßen der Stadt.
A: (genervt hinter ihr hertrabend) Und du bist dir sicher, dass du nicht mit Betty verwandt bist?
N: (zufrieden mit sich und der Welt) Was? Wieso denn?
A: (zuckt mit den Schultern) Nur so… Wohin geht es eigentlich?
N: Zur Playbox.
A: (amüsiert) Wirklich? Klingt irgendwie wie ein Puff.
N: (grinst, schweigt aber)
A: (misstrauisch) Nori? Du verascht mich gerade, oder? Oder?! Nori! (versucht sich gegen den Griff ihrer Freundin zu stemmen, wird aber einfach weitergeschleift)
Alex‘ düstere Vorahnung bestätigte sich, als sie vor einem einstöckigen schwarzen und kastenförmigen Gebäude mit verhangenen Fenstern und roter Tür zum Stehen kamen.
A: D-das ist keine gute Idee. Ganz im Gegenteil, das ist eine richtig miese Idee. Ich bin sogar davon überzeigt, dass diese Idee selten bescheuert ist.
N: (glücklich) Und genau das sind die besten Ideen.
A: Nein… exakt das sind sie nämlich nicht.
Es sei dazugesagt, dass Alex bereits von Anfang an auf verlorenem Posten gekämpft hatte und Nori ihren, zugegebener Maßen nicht sonderlich beeindruckenden, Argumenten eh nicht zuhörte.
Und so kam es, wie es kommen musste.
Nori trat schwungvoll die Tür des Etablissements ein (was vollkommen unnötig war, weil sie nicht abgeschlossen war) und lief zielstrebig durch den dahinterliegenden Empfangsbereich. Der Mann an der Theke (er war mit nichts weiter als einer eng anliegenden Lederhose und einer Maske aus ähnlichem Material bekleidet) sah nur kurz verwirrt in ihre Richtung, schätzte die Situation richtig ein (Nori war in diesem Haus keine Unbekannte mehr, sehr zum Leidwesen aller) und versteckte sich hinter den Tresen.
Nach dem kleinen Vorraum folgte ein großer dunkler Raum, dessen Wänden mit Ketten und anderen diversen „Spielzeugen“ geschmückt waren, die teilweise von der Kundschaft in Benutzung genommen wurde. Zentrum des Clubs war ein Podest, auf dem sich diverse junge Damen in fragwürdigen Kostümen räkelten, was man wohl heutzutage als tanzen bezeichnen würde. Wer nicht zu sah oder anderen Aktivitäten frönte saß an der Bar am anderen Ende des Raumes und genoss bunte Cocktails mit lustigen Namen.
Vorerst schien sich niemand für die Neuankömmlinge zu interessieren.
A: (quengelnd) Noorii, das ist-
N: (genervt) ...keine gute Idee. Ja, ja ich weiß schon. Du wiederholst dich.
A: Aber… Nori, ich hab‘s mir überlegt, ich will doch nicht mehr.
Es wäre gelogen zu behaupten, dass sich Nori auch nur im Geringsten für Alex Meinung zu der gesamten Situation interessiert hätte. Sie schien eher damit beschäftigt sich langsam in dem zwielichtigen Raum unzuschauen oder nach jemandem Ausschau zu halten.
Sie gefunden zu haben, nach was auch immer sie gesucht hatte, denn sie nickte zufrieden und marschierte (Alex nach wie vor hinter sich herschleifend) einmal durch den gesamten Raum, direkt zu der Bar.
Auf einem der Barhocker saß ein großer blonder Mann. ER hatte eine gut gebräunte Haut, schulterlange blonde Locken und ein perfektes Lächeln, bei dem er nur zu gerne seine strahlend weißen Zähne zeigte. Er trug ein hellblaues Hemd auf weißer Hose und darüber ein ebenfalls weißes Jackett und wenn man bis hier hin noch nicht gemerkt hatte, dass es sich um einen Mann aus höheren Schichten handeln musste so halfen einem die Goldkettchen und die ebenfalls goldene Armbanduhr gerne auf die Sprünge. In der Sekunde, in der Alex ihn sah, war sie sich sicher, dass er hinter der Designersinnenbrille zwei rot glühende Augen verbarg.
As wollte Nori nur mit so einem?
Ihre Frage, auch wenn sie im Nachhinein gerne hätte darauf verzichten können, sollte gleich beantwortet werden.
Dämon: (erkennt Nori und springt panisch auf, sich nach einem Fluchtweg umschauend) Wa- was machst du denn hier…Du hast versprochen, dass du mich in Ruhe lassen würdest.
N: (kokett) Ach weißt du, was soll ich sagen… ich hab gelogen. Aber freue dich, du kannst mir einen Gefallen tun.
Dämon: (nickt) Ja… ja alles nur bitte tu mir nicht weh.
A: (etwas baff) Was’n mit dem los?
Der Dämon erblickt Alex und versteift sich augenblicklich.
Dämon: Ihr… ihr seid doch die Dame, die mein Herr umwirbt. Die Geliebte Lucifers.
A: (kurz sprachlos) Äh… wie meinen?
Der Dämon sah ängstlich zwischen Nori, die sich an dieser Stelle fast am Boden kugelte und Alex hin und her.
Dämon: (verneigt sich) Es ist mir eine Ehre, wie kann ich euch behilflich sein?
N: 8wischt sich ne Träne aus dem Augenwinkel) Nein, echt jetzt. Das ist einfach zu gut… ich wünschte Lisa… oder Betty wären hier um diesen Moment mit mir erleben zu dürfen.
A: (mürrisch) Ach sei doch still..
N: (wendet sich an den verwirrten Dämon) Die werte… Dame (kichert) würde gerne ihren Liebsten besuchen. Du willst ihr doch sicher den Gefallen tun, nicht wahr?
Ach wenn dem Dämon langsam Zweifel kamen so nickte er doch brav. Niemand legte sich mit Nori an.
Kurze Zeit später hatte der Dämon sie tatsächlich sicher in die Hölle gebracht (und war danach weinend weggelaufen), wo sie auch gleich nach Luci suchten.
Sehr zu ihrer Überraschung aber fanden sie ihn weder in seinem Büro noch beim Schwefelsee. Die wenigen Dämonen, denen sie über den Weg liefen wussten auch nicht, wo sich ihr Herr befand, oder rannten panisch vor den beiden weg.
Frustriert seufzend spielte Alex schon mit dem Gedanken einfach zu gehen und stieß die Tür zu dem einzigen Raum auf, in dem sie bisher noch nicht nachgeschaut hatten: Lucis Salon.
Exakt zweieinhalb Sekunden später wünschte sie sich, dass sie nicht nur mit dem Gedanken gespielt hätte.
Dieses Bild würde sie auf jeden Fall noch eine ganze Weile verfolgen.
A: Luci?
L: (sowohl entsetzt als auch genervt) Alex! Nicht schon wieder…
N: Was zum Teufel treibt ihr da?!
In der etwas schwach ausgeleuchteten Bibliothek befand sich außer Luci noch dessen kleinerer Bruder Gabriel, der durch Lucis Körper mit dem Rücken gegen eines der Bücherregale gedrückt wurde.
Luci hielt die Handgelenke des Erzengelf fest mit einer Hand gepackt über dessen Kopf und sah etwas panisch von Alex zu Nori.
A: (wütend) Was zur Hölle ist hier los?
N: (kichert) Also das wüsste ich auch gerne.
G: A…Also… es mag jetzt etwas… seltsam erscheinen… und…
Luci schien kurz zu überlegen, fasste seinen Bruder mit der freien Hand an der Hüfte, beugte sich hinunter und küsste diesen fast auf den Mund. Kurz schien Gabriel wie erstarrt, dann aber errötete er stark und versuchte sich vergeblich (als könnte der Engel, der Prophezeiungen und Offenbarungen es mit dem Herrn der Hölle aufnehmen… sagt Luci nicht, dass ich das wirklich geschrieben habe…) aus dem Griff zu befreien.
Als Luci von ihm abließ hatte er einmal eine stark aus der Nase blutende Nori, die hin- und hergerissen war, zwischen ihrem inneren Fangirl und der solidarischen Freundin von Alex, die das ganz und gar nicht billigte.
Außerdem waren das Brüder… aber Engel… war das bei Engeln etwas anderes?
Und dann war da noch Gabriels Freundin, die die ganze Zeit ruhig im Sessel gesessen war, unbemerkt von den beiden Eindringlingen und seine Aktion mitangesehen hatte.
M: (räuspert sich) Hättest du etwas dagegen, meinen Freund nicht in deine albernen Eifersuchtsspiele miteinzubeziehen?
L: (lässt Gabriel schnell los und macht einen Satz zur Seite) ‘Tschuldige.
M: Und außerdem, was ist denn das? Deinen eigenen BRUDER zu nehmen, um Alex eifersüchtig zu machen… Das ist ja widerlich.
L: (kratzt sich im Nacken) Iah.. ich bin in Panik geraten.
N: (schließt ihren Mund langsam wieder um kräftig Luft zu holen) Marie?!
M: Jup.
N: was… wie… freun? Im Sinne von Freund-Freund?!
M: Weiß nicht, ist ein Freund jemand, mit dem man schläft oder ein Freund-Freund?
N: Na, ein Freund-Freund.
M: Jah, dann kann es sein, dass Gabriel mein Freund-Freund ist.
N: Aber… Wie?!
M: (sieht ihren verwirrten Freund nachdenklich an, als würde sie ihn heute zum ersten Mal sehen) Weiß nicht… hat sich so ergeben…
N: Wie ergibt sich so etwas?
Luci und Gabriel standen etwas abseits und sahen dem Gespräch etwas verloren zu, ehe Luci plötzlich die Stirn runzelte.
L: Hey?
N: Was denn?
L: Wo steckt Alex?
Alex stiefelte wütend durch die Straßen einer Stadt, die sie noch nicht einmal kannte. Sie hatte in ihrer Rage irgendeinen Dämon gegen die Wand geschlagen und ihn gedroht, wenn er sie nicht gleich aus der Hölle schaffen würde, dass sie ihm beide Ho… (ab zwölf, Autor, das Buch hier ist ab zwölf!) dass sie ihm zwei wichtige Körperteile abschneiden würde.
Kaum zu glauben, dass Luci so gar keine Moral kannte. Gut, er war der Teufel und irgendwie ja auch dafür bekannt… aber dennoch.
Das war einfach nicht fair…
Seufzend bog sie um eine Ecke und ein vorbeieilender Passant hörte nur noch einen dumpfen Schlag, ein leises Stöhnen und eine gruselige Lache.
L: (seufzt frustriert) Gut, ich gebe es auf, ich habe keine Ahnung wo sie hin ist.
Seufzend ließ sich Nori neben ihn auf die Parkbank sinken und Marie lehnte sich nachdenklich an ihren Freund, der reflexartig seinen Arm um ihre Hüfte schlang.
N: Und was jetzt? In der Hölle ist sie nicht, im Himmel oder im Totenreich kann sie nicht sein, sonst hätten wir das längst schon erfahren. In der Wohnung war sie auch nicht, oder sonst irgendwo in dieser Gottverdammten Stadt!
G: Wortwahl!
M: (verdreht die Augen) Jetzt tu nicht so, du würdest auch fluchen, wenn ihr Engel das könntet.
Gabriel seufzte nur, sagte aber nichts darauf. Besser nicht streiten, sonst hetzte sie ihm wieder ihren Hund nach…
Dämon: Mein Herr?
Ein kleinwüchsiger Mann, der mit seinen roten Haaren und dem Bart etwas an einen Leprechaun erinnerte.
L: faucht) Was willst du?
Dämon: (wimmernd) Verzeiht die Störung, ich weiß, dass ihr beschäftigt seid… hier im Park sitzen und… zu arbeiten ist sicher nicht einfach… bitte… aber wir haben eine dämonische Aura aufgespürt, die nicht aus unseren Reihen entspringt…
L: (zieht die Brauen hoch) Ein Dämon, der nicht aus der Hölle stammt?
Dämon: Nun… wir wissen noch nicht einmal, ob es ein Dämon ist… so etwas ist uns noch nie begegnet…
L: (massiert sich die Schläfen) Hat das nicht Zeit.
Dämon: (verängstigt) Doch… doch… sicher, natürlich.. wie ihr wollt… ich dachte mir nur, dass ihr informiert weder wollt, da ja eure Geliebte bei ihm ist…
L: Meine entschuldigung-was?
Dämon: (weicht etwas zurück) Verzeiht… aber die Dämonin Engelin berichtete letztens in der Hölle, dass ihr euch eine Braut ausersehen habe.
N: (lacht) Wenn Alex jetzt hier werde….
M: Ich glaube, dass würde für keinen von uns gut ausgehen…
L: Sie ist nicht meine… warte… Sie ist bei diesem fremden dämonischen Wesen?
Dämon: (verneigt sich) Ganz recht… ganz recht…
L: So ein Mist… Du weißt, wo sie ist ?
Dämon: Aber sicher, sicher doch, mein Herr.
L: (schüttelt langsam den Kopf) Wo ist dieses Mädchen nur jetzt wieder hineingeraten…
Etwas weiter weg, an einem unbekannten nassen und dunklen Ort, wo nichts weiter als eine alte asthmatische Glühbirne verzweifelt versuchte das alte Kellergewölbe zu erleuchten und dicke Schichten Salpeter die Wände bedeckte, saß Alex gut fixiert auf einem alten morschen Stuhl und sah ihren Entführer stirnrunzelnd an.
A: Weißt du, mein Tag war eigentlich gar nicht so schlecht… gut… Ich wurde von Nori darüber informiert, dass Gott uns eingeladen hat um mich zu killen… und Betty hat meinem Plüschpilz fast den Stängel abgerissen und dann all meine Plätzchen gegessen… außerdem hab ich den Typen, mit dem ich mir vor nur drei Tagen noch eine Beziehung hätte vorstellen können mit jemand erwischt… nein, nicht einmal jemand… mit seinem BRUDER. Himmel Donner noch einmal. Da sollte man meinen, schlimmer kanns nicht kommen. Aber nein! Natürlich muss man mich vom Gegenteil überzeugen! Weißt du, es wäre schon schlimm gewesen, wenn irgendwer mich entführt hätte, aber dass ausgerechnet DU von allen möglichen Feinden mich entführen musstest ist geradezu peinlich… Das lässt sich nicht so schnell mit meinem Stolz vereinbaren…
Entführer: Kannst jetzt bitte leise sein! Ich bekomme Kopfschmerzen von deinem ewigen Genörgel.
A: (verdreht die Augen) Wage es jetzt ja nicht, dich auch noch zu beschweren, du hast mich ja schließlich entführt… was nach wie vor unglaublich ist… wie blöd muss man sein, um sich ausgerechnet von DIR entführen lassen?!
Entführer: wenn du nicht gleich still bist…!
A: (nachdenklich) Warum hast du mich eigentlich überhaupt entführt? Was hast du davon?
Entführer: Lucifer. Solange ich dich habe wird mir der Höllenfürst persönlich gehorchen. (manische, schrille Lache)
A: Das faszinierende daran ist, dass du das wirklich glaubst. Sein wir ehrlich, warum sollte er für irgendeines seiner Spielsachen solche Gefahren auf sich nehmen.
Entführer: Glaube mir, ich verstehe das auch nicht so ganz, aber irgendwie scheint der Trottel dich ganz schön zu mögen.
A: Hey… das war jetzt ganz schön gemein… das ist unhöflich… warte nur bis- Hmpf!
Entführer: (befestigt den Knebel und seufzt dann erleichtert) Endlich Ruhe…Herrlich..
Iiiin der Zwischenzeit:
N: Ehrlich? Ich meine… Ehrlich?! Ist das euer ernst? Kommt schon das kann nicht euer… ich meine… seht ihr das… wie gruselig und klischeehaft ist denn das?!
M: Nori, jetzt beruhige dich mal wieder, ist nur eine alte Nervenheilanstalt.
N: Eine alte, VERLASSENE Nervenheilanstalt inmitten eines verdammten WALDES! Das schreit nach Tod und Verderben! Mal ehrlich, wie gefährlich kann denn bitte sein, was immer darin ist? Wie gefährlich MÜSSTE es sein, damit wir uns Sorgen um Alex machen müssten?
L: Äh..
N: Genau! Es gibt nichts in dieser Rangordnung. Sie kommt schon klar.
L: Meinst du das ernst? Du würdest deine Freundin da drin im Stich lassen? So kurz, nachdem sie dir ihre Gefühle gestanden hat?
N: Ach als ob, als doch nur ne Ausrede, weil sie dachte, dass du sie nur ausgenutzt hättest und danach ersetzt. Und ich lasse sie nicht im Stich, wenn Alex wirklich in Gefahr wäre, hätten Marie und ich sie schon gerettet, bevor du auch nur gemerkt hättest, dass sie fehlt…
G: Ich finde auch, dass diese unbekannte Dämonengeschichte viel zu gefährlich ist… geh besser du alleine und rette diene Freundin…oder in welcher Art von Beziehung ihr euch befinden mögt.
Und wage es nicht, dieses Gebäude zu verlassen, bevor ihr euren Disput nicht geklärt habt.
Lucifer nickte langsam, atmete kurz durch und lief erhobenen Hauptes in das Gebäude. Nori und ließe sahen ihm winkend hinterher, bis er sicher verschwunden war, dann drehten sie sich ruckartig um und sahen Gabriel mit großen Augen an.
N: Du shippst die Beiden?
G: Nicht direkt… aber es ist ja nicht mehr auszuhalten, wie die umeinander hertanzen…
M: Du weißt gar nicht, wie stolz du mich machst… (küsst ihn kurz auf die Lippen)
N: Aww… ihr beide seid zu knuffig… so verstörend das auch sein mag... Wie kommts überhaupt zu… (wedelt mit den Armen) nja… euch?
G: das erzählen wir dir vielleicht besser ein andermal, hm?
M: Ja, lasst uns in der Wohnung auf die beiden warten, ich hab Hunger und Alex hat immer irgendwo Essen rumstehen. (lacht)
Als Luci den Keller mit entschlossenem Schritt betrat rechnete er mit so ziemlich allem: großen sechsköpfigen Monstern, bösartigen Schlangendämonen, einem gefallenen Erzengel, der ihm die Hölle streitig machen wollte, bei seiner Mutter, er würde sogar mit einem Killerkuchen made by Alex rechnen, aber DAS überstieg dann doch seinen Horizont.
Auch wenn Alex mit dem Rücken zum Eingang saß hörte sie an dem lauten, fast schon hysterishen Lachen, wann Lucifer eintraf. Ganz toll, das hatte sie noch gebraucht. Luci würde sie das niemals vergessen lassen.
L: So, so, du bist also die große Dämonische Kraft, die mir mein Mädchen entführt hat?
A: (verengt die Augen zu Schlitzen) Hrmpf? Hmpfff! mhpff mhmhmh? (= Wie war das? Ich hör wohl nicht ganz recht… spinnt der jetzt total?)
Entführer: So sehen wir uns wieder, Lucifer.
L: Ganz Recht, Grusel das Käsebrot (prustet los) Sorry, aber in einer solchen Situation kann ich einfach nicht ernst bleiben. Wie wäre es damit, du lässt sie gehen und ich werde dir nichts tun.
Grusel: Muhaha, wie wäre es damit, wenn du brav kapitulierst und deiner Freundin nichts geschieht?
L: (zieht eine Braue hoch) sein wir ehrlich, was willst du bitte groß anstellen?
Grusel: (kneift die… Augen(?) wütend zusammen) Ich gebe dir noch dreißig Sekunden, dann geht deine Freundin über den Jordan.
L: (nickt lachend) Iah, sicher.
A: Hmpf rmpffhmmm! (=hör auf mit meinem Leben zu Sielen, Trottel!)
Grusel: du wirst dich mir also nicht beugen?
Alex spürte, wie ihr Magen plötzlich das krampfen anfing und von jetzt auf gleich fühlte sie sich schwindelig und so schrecklich warm.
L: (runzelt die Stirn und eilt schnell an ihre Seite) Du verdammtes Käsebrot, was hast du gemacht?!
Grusel: Nur etwas von meinen Schimmel abgekratzt und ihr eingeflösst, als sie noch bewusstlos war.
Schnell befreite Luci seine Mitbewohnerin und legte sie vorsichtig auf dem Boden, wo sie sich nur flach atmend zusammenrollte und leise wimmerte.
Lucis Augen flammten wütend rot auf und er wandte sich dem Käsebrot zu.
L. Du wagst es!
Grusel: Selbst schuld, hättest du mein Angebot angenommen… aber keine Sorge, ich werde noch einige Schwachpunkte finden. Mir wird die Welt eines Tages zu Füßen liegen. Muhahaha.
Luci überlegte kurz, ob er dem Käsebrot nacheilen sollte, blieb aber dann bei seienr Freundin liegen und konzentrierte sich darauf mit seiner „Dämonenpower“ die Gifte aus ihrem Körper zu ziehen. Das Zittern in Alex Körper hatte nach gelasen und ihre Atmung ging nur noch sehr unregelmäßig.
L: Du wirst mir jetzt nicht wegsterben, hörst du? Halt noch etwas durch, ich hab gleich alles entfernt. Ich schwöre dir, ich werde nie wieder mit irgendwelchen Mädchen schlafen oder dich sonst wie verletzten… nur bitte stirb jetzt nicht…
Alex keuchte und lächelte Luci schwach an, als sie aber versuchte etwas zu sagen floss ein schmales Blutrinnsal über ihre Lippen. Der Schimmel musste es irgendwie geschafft haben, innere Verletzungen zu verursachen.
Luci geriet langsam in Panik und konzentrierte sich auf seine Arbeit. Er benutzte in seiner Verzweiflung sogar längst vergessene Engelskräfte und schaffte es schließlich doch, Alex‘ Körper vollständig zu heilen. Als er aber in ihr Gesicht sah, starrten ihre Augen leer an die Decke und ihr Herzschlag war verklungen.
Langsam sank er in sich zusammen und zog den Leichnam in seine Arme.
Er hatte versagt.
The End
(?)
Nö, der Autor hasst nicht-Happy-Ends… außerdem wäre sie eh nicht im Himmel gelandet… Pff.. also wirklich…
Es gab ein leises *Pling und plötzlich trat ein sehr missgelaunter Tod aus seinem Aufzug.
T: Himmel, Luci, ich habe keine Zeit für deinen Blödsinn! Das hier hat sich in meinem Tunnel verlaufen. VERLAUFEN! (schubst Alex‘ Seele wütend in den Raum) Kümmer dich in Zukunft besser. Großer Gott, bist du denn zu nichts fähig?! Ich habe alle Hände voll zu tun, da wirst du es wohl schaffen auf unsere Mitbewohnerin zu achten! (wirft die Hände in die Luft) Du hörst mir ja eh nie zu… Verdammt… ich muss los… Ich hasse Weihnachten! (rauscht in den Aufzug und verschwindet)
Luci saß noch kurz irritiert auf dem kalten Steinboden und sah Alex‘ Seele fragend an. Diese zuckte nur mit den Schultern und schwebte sanft über dem Boden.
A: (mit hallender Stimme) Nunja… du weißt, dass mein Orientierungssinn nicht der beste ist… und ich bin jetzt zum ersten Mal gestorben… und der Tunnel ist auch nicht soo übersichtlich…. Hey… alles in Ordung?
L: ich… du.. lebst..
A: nicht unbedingt… ich seh aus wie ein schwebendes Bettlaken und ich erzeuge mein eigenes Echo… außerdem liegt da irgendwie mein Körper… und ich bin hier…
L: (lacht erleichtert) Komm mal her, ich helf dir wieder rein.
Alex nickte, flog aber rückwärts und an die Decke.
A: Uahh! Hilfe…
L: Du hast keine Beine mehr, als Geist läuft die Sache anders… Stell dir einfach vor, wie du auf mich zuschwebst.
Alex nickte zaghaft und vollführte einen Looping, bewegte sich sonst aber nicht von der Stelle.
A: (weinerlich) Luci, Hilfe!
Lachend legte er die Leiche vorsichtig auf den Boden, stand auf und reichte der Bettuch-Geist-Alex die Hand, welche sie auch geradezu panisch umklammerte. Warm lächelnd zog er sie zu sich ran und hielt sie fest in den Armen, bis sie wieder vor der Leiche knieten. Kurz adjustierte er sich, dann drückte er Alex‘ Seele sanft in ihren Körper zurück und wartete, bis sie wieder die Augen aufschlug.
A: (stöhnt leise) Oh… ich fühle mich, als hätte ich die Kohlroulade meiner Ma gegessen…
L: (lacht leise und nimmt sie gleich wieder in den Arm) Schön, dass du zurückbist.
A: (errötet, kuschelt sicher aber leicht an ihn… nur weil sie müde ist!) Schön wieder hier zu sein…
L: Dann lass und mal Heim gehen.
A: Mhmm..
L: (versucht Alex aufzuhelfen, bemerkt aber keine Reaktion von ihr) Alex?
A: (schläft) Hmm….
L: (nimmt sie auf seine Arme und macht sich auf den Heimweg) Du bereitest mir nichts als Kummer… (lacht) Aber zumindest wird’s nie langweilig.