Der Schwierige, Lustspiel in drei Akten
Neunte Szene
Stani. Aber bitte ...
Hans Karl. Eine Situation würde dir, sagen wir, den Entschluß zur Heirat
nahelegen.
Stani. Heute oder morgen.
Hans Karl. Nun bist du mit der Antoinette in dieser Weise immerhin
befreundet.
Stani. Ich brouillier mich mit ihr, von heut' auf morgen!
Hans Karl. Ah! Ohne jeden Anlaß?
Stani. Aber der Anlaß liegt doch immer in der Luft. Bitte. Unsere Beziehung
dauert seit dem Frühjahr. Seit sechs, sieben Wochen ist irgend etwas an der
Antoinette, ich kann nicht sagen, was — ein Verdacht wäre schon zuviel — aber
die bloße Idee, daß sie sich außer mit mir noch mit jemandem andern
beschäftigen könnte, weißt du, darin bin ich absolut.
Hans Karl. Ah, ja.
Stani. Weißt du, das ist stärker als ich. Ich möchte es gar nicht Eifersucht
nennen, es ist ein derartiges Nichtbegreifenkönnen, daß eine Frau, der ich mich
attachiert habe, zugleich mit einem andern — begreifst du?
Hans Karl. Aber die Antoinette ist doch so unschuldig, wenn sie etwas
anstellt. Sie hat dann fast noch mehr Charme.
Stani. Da verstehe ich dich nicht.
N e u n t e S z e n e
Neugebauer (ist leise eingetreten). Hier sind die Briefe, Euer Erlaucht. Ich habe sie
auf den ersten Griff ...
Hans Karl. Danke. Bitte, geben Sie mir sie.
Neugebauer (gibt ihm die Briefe).
Hans Karl. Danke.
Neugebauer (ab).
Z e h n t e S z e n e
Hans Karl (nach einer kleinen Pause). Weißt du, wen ich für den gebornen Ehemann
halte?
Stani. Nun?
Hans Karl. Den Adolf Hechingen.
Stani. Der Antoinette ihren Mann? Hahaha! —