Der Schwierige, Lustspiel in drei Akten
Vierte Szene
V i e r t e S z e n e
Crescence (kommt von rechts). Grüß euch Gott, was macht's ihr denn? Die
Toinette schaut ja ganz zerbeutelt aus. Sprecht's ihr denn nicht? So viele junge
Frauen! Da hätt' der Stani halt nicht in den Klub gehen dürfen, wie?
Antoinette (mühsam). Wir unterhalten uns vorläufig ohne Herren sehr gut.
Crescence (ohne sich zu setzen). Was sagt's ihr, wie famos die Helen heut
ausschaut? Die wird doch als junge Frau eine Allure haben, daß überhaupt
niemand gegen sie aufkommt!
Huberta. Is' die Helen auf einmal so in der Gnad' bei dir?
Crescence. Ihr seid's auch sehr herzig. Die Antoinette soll sich ein bißl
schonen. Sie schaut ja aus, als ob sie drei Nächt' nicht g'schlafen hätt'. (Im Gehen.)
Ich muß dem Poldo Altenwyl sagen, wie brillant ich die Helen heut find'. (Ab.)
F ü n f t e S z e n e
Antoinette. Herr Gott, jetzt hab' ich's ja schriftlich, daß der Kari die Helen
heiraten will.
Edine. Wieso denn?
Antoinette. Spürt's ihr denn nicht, wie sie für die zukünftige Schwägerin ins
Zeug geht?
Nanni. Aber geh', bring' dich nicht um nichts und wieder nichts hinein in die
Verzweiflung. Er wird gleich bei der Tür hereinkommen.
Antoinette. Wenn er in so einem Moment hereinkommt, bin ich ja ganz —
(bringt ihr kleines Tuch vor die Augen) — verloren. —
Huberta. So gehen wir. Inzwischen beruhigt sie sich.
Antoinette. Nein, geht's ihr zwei und schaut's, ob er wieder mit der Helen red't
und stört's ihn dabei. Ihr habt's mich ja oft genug gestört, wenn ich so gern mit
ihm allein gewesen wär'. Und die Edine bleibt bei mir. (Alle sind aufgestanden, Huberta
und Nanni gehen ab.)
S e c h s t e S z e n e
Antoinette (und Edine setzen sich links rückwärts).
Edine. Mein liebes Kind, du hast diese ganze Geschichte mit dem Kari vom
ersten Moment falsch angepackt.