Der Schwierige, Lustspiel in drei Akten
Dritte Szene
Hechingen. Ja, gehen wir beide. Es tut mir wohl, diesen Augenblick nicht
allein zu verbringen. Mein lieber Stani, ich hab' eine so aufrichtige Sympathie
für dich! (Hängt sich in ihn ein.)
Stani (indem er seinen Arm von dem Hechingens entfernt). Aber vielleicht nicht bras
dessus — bras dessous wie die Komtessen, wenn sie das erste Jahr ausgehen,
sondern jeder extra.
Hechingen. Bitte, bitte, wie dir's genehm ist. —
Stani. Ich würde dir vorschlagen, als erster zu starten. Ich komm' dann sofort
nach.
Hechingen (geht voraus, verschwindet oben).
Stani (geht ihm nach).
D r i t t e S z e n e
Helene (tritt aus einer kleinen versteckten Tür in der linken Seitenwand. Sie wartet, bis Stani oben
unsichtbar geworden ist. Dann ruft sie den Kammerdiener leise an). Wenzel, Wenzel, ich will Sie
etwas fragen.
Kammerdiener (geht schnell zu ihr hinüber). Befehlen Komtesse?
Helene (mit sehr leichtem Ton). Haben Sie gesehen, ob der Graf Bühl fortgegangen
ist?
Kammerdiener. Jawohl, sind fortgegangen, vor fünf Minuten.
Helene. Er hat nichts hinterlassen?
Kammerdiener. Wie meinen die Komtesse?
Helene. Einen Brief oder eine mündliche Post.
Kammerdiener. Mir nicht, ich werde gleich die andern Diener fragen. (Geht
hinüber.)
Helene (steht und wartet).
Stani (wird oben sichtbar. Er sucht zu sehen, mit wem Helene spricht und verschwindet dann wieder).
Kammerdiener (kommt zurück zu Helene). Nein, gar nicht. Er hat sein Auto
weggeschickt, sich Zigarre angezündet und ist gegangen.
Helene (sagt nichts).
Kammerdiener (nach einer kleinen Pause). Befehlen Komtesse noch etwas?
Helene. Ja, Wenzel, ich werd' in ein paar Minuten wiederkommen, und dann
werd' ich aus dem Hause gehen.
Kammerdiener. Wegfahren, noch jetzt am Abend?
Helene. Nein, gehen, zu Fuß.
Kammerdiener. Ist jemand krank worden?