Der Schwierige, Lustspiel in drei Akten
Vierzehnte Szene
Hans Karl (lächelnd). Ja, tu das, Stani. —
Stani (ab).
V i e r z e h n t e S z e n e
Lukas (tritt ein). Ich fürchte, das Telephon war hereingestellt.
Hans Karl. Ich will das nicht.
Lukas. Sehr wohl, Euer Erlaucht. Der neue Diener muß es umgestellt haben,
ohne daß ich's bemerkt habe. Er hat überall die Hände und die Ohren, wo er sie
nicht haben soll.
Hans Karl. Morgen um sieben Uhr früh expedieren.
Lukas. Sehr wohl. Der Diener vom Herrn Grafen Hechingen war am
Telephon. Der Herr Graf möchten selbst gern sprechen wegen heute abend: ob
Erlaucht in die Soiree zu Graf Altenwyl gehen oder nicht. Nämlich, weil die
Frau Gräfin auch dort sein wird.
Hans Karl. Rufen Sie jetzt bei Graf Altenwyl an und sagen Sie, ich habe mich
freigemacht, lasse um Erlaubnis bitten, trotz meiner Absage doch zu erscheinen.
Und dann verbinden Sie mich mit dem Grafen Hechingen, ich werde selbst
sprechen. Und bitten Sie indes die Kammerfrau, hereinzukommen.
Lukas. Sehr wohl. (Geht ab, Agathe herein.)
F ü n f z e h n t e S z e n e
Hans Karl (nimmt das Paket mit den Briefen). Hier sind die Briefe. Sagen Sie der Frau
Gräfin, daß ich mich von diesen Briefen darum trennen kann, weil die
Erinnerung an das Schöne für mich unzerstörbar ist: ich werde sie nicht in einem
Brief finden, sondern überall.
Agathe. Oh, ich küss' die Hand! Ich bin ja so glücklich. Jetzt weiß ich, daß
meine Frau Gräfin unsern Herrn Grafen bald wiedersehen wird.
Hans Karl. Sie wird mich heut' abend sehen. Ich werde auf die Soiree
kommen.
Agathe. Und dürften wir hoffen, daß sie — daß derjenige, der ihr
entgegentritt, der gleiche sein wird wie immer?
Hans Karl. Sie hat keinen besseren Freund.
Agathe. Oh, ich küss' die Hand.
Hans Karl. Sie hat nur zwei wahre Freunde auf der Welt: mich und ihren
Mann.