Der Schwierige, Lustspiel in drei Akten

Hugo von Hofmannsthal · Kapitel 13 von 36

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Der Schwierige, Lustspiel in drei Akten

Vierzehnte Szene

Hans Karl (lächelnd). Ja, tu das, Stani. —

Stani (ab).

 

V i e r z e h n t e S z e n e

 

Lukas (tritt ein). Ich fürchte, das Telephon war hereingestellt.

Hans Karl. Ich will das nicht.

Lukas. Sehr wohl, Euer Erlaucht. Der neue Diener muß es umgestellt haben,

ohne daß ich's bemerkt habe. Er hat überall die Hände und die Ohren, wo er sie

nicht haben soll.

Hans Karl. Morgen um sieben Uhr früh expedieren.

Lukas. Sehr wohl. Der Diener vom Herrn Grafen Hechingen war am

Telephon. Der Herr Graf möchten selbst gern sprechen wegen heute abend: ob

Erlaucht in die Soiree zu Graf Altenwyl gehen oder nicht. Nämlich, weil die

Frau Gräfin auch dort sein wird.

Hans Karl. Rufen Sie jetzt bei Graf Altenwyl an und sagen Sie, ich habe mich

freigemacht, lasse um Erlaubnis bitten, trotz meiner Absage doch zu erscheinen.

Und dann verbinden Sie mich mit dem Grafen Hechingen, ich werde selbst

sprechen. Und bitten Sie indes die Kammerfrau, hereinzukommen.

Lukas. Sehr wohl. (Geht ab, Agathe herein.)

 

F ü n f z e h n t e S z e n e

 

Hans Karl (nimmt das Paket mit den Briefen). Hier sind die Briefe. Sagen Sie der Frau

Gräfin, daß ich mich von diesen Briefen darum trennen kann, weil die

Erinnerung an das Schöne für mich unzerstörbar ist: ich werde sie nicht in einem

Brief finden, sondern überall.

Agathe. Oh, ich küss' die Hand! Ich bin ja so glücklich. Jetzt weiß ich, daß

meine Frau Gräfin unsern Herrn Grafen bald wiedersehen wird.

Hans Karl. Sie wird mich heut' abend sehen. Ich werde auf die Soiree

kommen.

Agathe. Und dürften wir hoffen, daß sie — daß derjenige, der ihr

entgegentritt, der gleiche sein wird wie immer?

Hans Karl. Sie hat keinen besseren Freund.

Agathe. Oh, ich küss' die Hand.

Hans Karl. Sie hat nur zwei wahre Freunde auf der Welt: mich und ihren

Mann.