Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

Robert Musil · Kapitel 33 von 35

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Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

Nur der Religionslehrer schwieg. Er hatte aus…

Nur der Religionslehrer schwieg. Er hatte aus den Reden Törleß' so oft das

Wort Seele aufgefangen und hätte sich gerne des jungen Menschen

angenommen.

Aber er wußte doch nicht recht, wie es gemeint war.

Der Direktor jedoch machte der Situation ein Ende. »Ich weiß nicht, was

eigentlich in dem Kopfe dieses Törleß steckt, jedenfalls aber befindet er sich in

einer so hochgradigen Überreizung, daß der Aufenthalt in einem Institute für ihn

wohl nicht mehr der geeignete ist. Für ihn gehört eine sorgsamere Überwachung

seiner geistigen Nahrung, als wir sie durchführen können. Ich glaube nicht, daß

wir die Verantwortung weiter tragen können. Törleß gehört in die

Privaterziehung; ich werde in diesem Sinne an seinen Vater schreiben.«

Alle beeilten sich, diesem guten Vorschlage des ehrlichen Direktors

beizupflichten.

»Er war wirklich so eigentümlich, daß ich beinahe glaube, er hat Anlage zum

Hysteriker«, sagte der Mathematiker zu seinem Nachbar.

 

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Zu gleicher Zeit mit dem Briefe des Direktors traf ein solcher von Törleß bei

seinen Eltern ein, in welchem er sie um seine Herausnahme bat, weil er sich in

dem Institute nicht mehr auf seinem Platze fühle.