Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
Da wurde Törleß einmal während der Nacht…
Da wurde Törleß einmal während der Nacht – es war sehr spät und alle
schliefen schon – wachgerüttelt.
An seinem Bette saß Beineberg. Das war so ungewöhnlich, daß er sofort
ahnte, es müsse sich um etwas Besonderes handeln.
»Steh auf. Aber mach keinen Lärm, damit uns niemand bemerkt; wir wollen
hinaufgehen, ich muß dir etwas erzählen.«
Törleß kleidete sich flüchtig an, nahm seinen Mantel um und schlüpfte in die
Hausschuhe ...
Oben stellte Beineberg mit besonderer Sorgfalt alle Hindernisse wieder her,
dann bereitete er Thee.
Törleß, welchem der Schlaf noch in den Gliedern lag, ließ sich von der
goldgelben, duftenden Wärme mit Behagen durchströmen. Er lehnte sich in eine
Ecke und machte sich klein; er erwartete eine Überraschung.
Endlich sagte Beineberg: »Reiting betrügt uns.«
Törleß fühlte sich gar nicht erstaunt; er nahm es wie etwas
Selbstverständliches auf, daß die Angelegenheit irgendeine solche Fortsetzung
finden mußte; ihm war fast, als hätte er nur darauf gewartet. Ganz unwillkürlich
sagte er: »Ich habe es mir gedacht!«
»So? Gedacht? Aber bemerkt wirst du wohl kaum etwas haben? Das würde
dir gar nicht ähnlich sehen.«
»Allerdings, mir ist nichts aufgefallen; ich habe mich auch weiter nicht
darum gekümmert.«
»Aber dafür habe ich gut achtgegeben; ich traute Reiting vom ersten Tage an
nicht. Du weißt doch, daß mir Basini mein Geld zurückgegeben hat. Und wovon
glaubst du? Aus eigenem? – Nein.«
»Und du glaubst, daß Reiting seine Hand dabei im Spiele hat?«
»Gewiß.«
Im ersten Augenblicke dachte Törleß nichts anderes, als daß sich nun auch
Reiting in eine solche Sache verwickelt habe.
»Du glaubst also, daß Reiting ebenso wie Basini ...?«
»Wo denkst du hin! Reiting hat einfach von seinem eigenen Gelde das
Nötige gegeben, damit Basini seine Schuld bei mir ablösen könne.«
»Dafür sehe ich aber doch keinen rechten Grund.«
»Das konnte ich auch durch lange Zeit nicht. Jedenfalls wird aber auch dir
aufgefallen sein, daß sich Reiting von allem Anfang an so kräftig für Basini
einsetzte. Du hast ja damals ganz recht gehabt; es wäre wirklich das natürlichste
gewesen, wenn der Kerl hinausgeflogen wäre. Aber ich habe damals absichtlich
nicht für dich gestimmt, weil ich mir dachte: ich muß doch sehen, was da alles
noch mit im Spiele ist. Ich weiß zwar wirklich nicht genau, ob er damals schon
ganz klare Absichten hatte oder nur zuwarten wollte, nachdem er Basinis ein für
allemal versichert war. Jedenfalls weiß ich, wie es heute steht.«
»Nun?«
»Warte, das ist nicht so rasch erzählt. Du kennst doch die Geschichte, die vor
vier Jahren im Institute stattgefunden hat?«
»Welche Geschichte?«
»Nun, die gewisse!«
»Nur beiläufig. Ich weiß bloß, daß es damals wegen irgend welcher
Schweinereien einen großen Skandal gegeben hat und daß eine ganze Anzahl
deswegen strafweise entlassen werden mußte.«
»Ja, das meine ich. Ich habe näheres darüber einmal auf Urlaub von einem
aus jener Klasse erfahren. Sie haben einen hübschen Burschen unter sich gehabt,
in den viele von ihnen verliebt waren. Das kennst du ja, denn das kommt alle
Jahre vor. Die aber haben damals die Sache zu weit getrieben.«
»Wieso?«
»Nun, ... wie ...?! Frag doch nicht so dumm! Und dasselbe tut Reiting mit
Basini!«
Törleß verstand, worum es sich zwischen den beiden handelte, und er fühlte
in seiner Kehle ein Würgen, als ob Sand darinnen wäre.
»Das hätte ich nicht von Reiting gedacht.« Er wußte nichts Besseres zu
sagen. Beineberg zuckte die Achseln.
»Er glaubt uns betrügen zu können.«
»Ist er verliebt?«
»Gar keine Spur. So ein Narr ist er nicht. Es unterhält ihn, höchstens reizt es
ihn sinnlich.«
»Und Basini?«
»Der?... Ist dir nicht aufgefallen, wie frech er in der letzten Zeit geworden
ist? Von mir hat er sich kaum mehr etwas sagen lassen. Immer hieß es nur Reiting und wieder Reiting – als ob der sein persönlicher Schutzheiliger wäre.
Es ist besser, hat er sich wahrscheinlich gedacht, von dem einen sich alles
gefallen zu lassen als von jedem etwas. Und Reiting wird ihm versprochen
haben ihn zu schützen, wenn er ihm in allem zu Willen ist. Aber sie sollen sich
geirrt haben, und ich werde es Basini noch austreiben!«
»Wie bist du darauf gekommen?«
»Ich bin ihnen einmal nachgegangen.«
»Wohin?«
»Da nebenan auf den Boden. Reiting hatte von mir den Schlüssel zum
andern Eingang. Ich bin dann hieher, habe vorsichtig das Loch freigemacht und
mich an sie herangeschlichen.«
In die dünne Zwischenwand, welche die Kammer vom Dachboden trennte,
war nämlich ein Durchlaß gebrochen, gerade so breit, daß sich ein menschlicher
Körper hindurchzwängen konnte. Er sollte im Falle einer Überraschung als
Notausgang dienen und war für gewöhnlich durch eingeschobene Ziegel
verschlossen.
Es war eine lange Pause eingetreten, in der man nur das Aufglimmen des
Tabaks vernahm.
Törleß vermochte nichts zu denken; er sah... Er sah hinter seinen
geschlossenen Augen wie mit einem Schlage ein tolles Wirbeln von Vorgängen,
.. Menschen; Menschen in einer grellen Beleuchtung, mit hellen Lichtern und
beweglichen, tief eingegrabenen Schatten; Gesichter, ... ein Gesicht; ein Lächeln
.. einen Augenaufschlag .. ein Zittern der Haut; er sah Menschen in einer Weise,
wie er sie noch nie gesehen, noch nie gefühlt hatte. Aber er sah sie ohne zu
sehen, ohne Vorstellungen, ohne Bilder; so als ob nur seine Seele sie sähe; sie
waren so deutlich, daß er von ihrer Eindringlichkeit tausendfach durchbohrt
wurde, aber, als ob sie an einer Schwelle Halt machten, die sie nicht
überschreiten konnten, wichen sie zurück, sobald er nach Worten suchte, um
ihrer Herr zu werden.
Er mußte weiter fragen. Seine Stimme vibrierte. »Und ... hast du gesehen?«
»Ja.«
»Und ... wie war Basini?«
Aber Beineberg schwieg und wieder hörte man nur das unruhige Knistern
der Zigaretten. Erst lange nachher begann Beineberg wieder zu sprechen.
»Ich habe mir die Sache hin und her überlegt und du weißt, daß ich darin
ganz besonders denke. Was zunächst Basini anlangt, meine ich, daß um ihn in
keinem Falle schade wäre. Sei es, daß wir ihn jetzt anzeigen oder schlagen, oder
ihn selbst rein des Vergnügens halber zu Tode martern würden. Denn ich kann mir nicht vorstellen, daß so ein Mensch in dem wundervollen Mechanismus der
Welt irgend etwas bedeuten soll. Er erscheint mir nur zufällig, außerhalb der
Reihe geschaffen zu sein. Das heißt – irgend etwas muß ja auch er bedeuten,
aber sicher nur etwas so Unbestimmtes wie irgendein Wurm oder ein Stein am
Wege, von dem wir nicht wissen, ob wir an ihm vorübergehen oder ihn zertreten
sollen. Und das ist so gut wie nichts. Denn, wenn die Weltseele will, daß einer
ihrer Teile erhalten bleibe, so spricht sie sich deutlicher aus. Sie sagt dann nein
und schafft einen Widerstand, sie läßt uns an dem Wurm vorübergehen und gibt
dem Stein eine so große Härte, daß wir ihn nicht ohne Werkzeug zerschlagen
können. Denn bevor wir solches holen, hat sie längst die Widerstände einer
Menge kleiner, zäher Bedenken eingeschoben, und überwinden wir diese, so
hatte die Sache eben von vorneherein andere Bedeutung.
Bei einem Menschen legt sie diese Härte in seinen Charakter, in sein
Bewußtsein als Mensch, in sein Verantwortlichkeitsgefühl, ein Teil der Weltseele
zu sein. Verliert nun ein Mensch dieses Bewußtsein, so verliert er sich selbst. Hat
aber ein Mensch sich selbst verloren und sich aufgegeben, so hat er das
Besondere, das Eigentliche verloren, weswegen ihn die Natur als Mensch
geschaffen hat. Und niemals kann man so sicher sein als in diesem Falle, daß
man es mit etwas Unnotwendigem zu tun habe, mit einer leeren Form, mit etwas,
das von der Weltseele schon längst verlassen wurde.«
Törleß fühlte keinen Widerspruch. Er hörte auch gar nicht mit
Aufmerksamkeit zu. Er hatte bisher noch nie Veranlassung zu solchen
metaphysischen Gedankengängen gehabt, und hatte auch nie darüber
nachgedacht, wieso ein Mensch von Beinebergs Verstande auf derartiges
verfallen könne. Die ganze Frage war überhaupt noch nicht in den Horizont
seines Lebens getreten.
Demgemäß gab er sich auch gar keine Mühe, Beinebergs Ausführungen auf
ihren Sinn zu prüfen; er hörte nur halb auf sie hin.
Er verstand bloß nicht, wie man so breit und weit ausholen könne. In ihm
zitterte alles und die Umsicht, mit der Beineberg seine Gedanken weiß Gott wo
her holte, erschien ihm lächerlich, unangebracht, machte ihn ungeduldig. Aber
Beineberg fuhr gelassen fort. »Mit Reiting jedoch steht die Sache ganz anders.
Auch er hat sich durch das, was er getan hat, in meine Hand gegeben, aber sein
Schicksal ist mir gewiß nicht so gleichgültig wie das Basinis. Du weißt, seine
Mutter hat kein großes Vermögen; wenn er aus dem Institute ausgeschlossen
wird, ist es daher für ihn mit allen Plänen zu Ende. Von hier aus kann er es zu
etwas bringen, sonst aber dürfte sich wohl wenig Gelegenheit dazu finden. Und
Reiting hat mich nie mögen .. verstehst du?.. er hat mich gehaßt, .. hat mir früher zu schaden getrachtet, wo er nur konnte, .. ich glaube, er würde sich heute noch
freuen, wenn er mich los werden könnte. Siehst du jetzt, was ich aus dem Besitz
dieses Geheimnisses alles machen kann?...«
Törleß erschrak. Aber so sonderbar, als ob das Schicksal Reitings ihn selbst
beträfe. Er blickte erschrocken auf Beineberg. Dieser hatte die Augen bis auf
einen kleinen Spalt geschlossen und erschien ihm wie eine unheimliche, große,
ruhig in ihrem Netze lauernde Spinne. Seine letzten Worte klangen kalt und
deutlich wie die Sätze eines Diktats in Törleß' Ohren.
Er hatte das Vorangegangene nicht verfolgt, hatte nur gewußt: Beineberg
spricht jetzt wieder von seinen Ideen, die doch mit dem Gegebenen gar nichts zu
tun haben, ... und nun wußte er auf einmal nicht, wie es gekommen war.
Das Gewebe, das doch irgendwo draußen im Abstrakten angeknüpft worden
war, wie er sich erinnerte, mußte sich mit fabelhafter Geschwindigkeit plötzlich
zusammengezogen haben. Denn mit einem Male war es nun konkret, wirklich,
lebendig, und ein Kopf zappelte darin, ... mit zugeschnürtem Halse.
Er liebte Reiting durchaus nicht, aber er erinnerte sich jetzt seiner
liebenswürdigen, frechen, unbekümmerten Art, mit der er alle Intrigen anfaßte,
und Beineberg erschien ihm dagegen schändlich, wie er ruhig und grinsend seine
vielarmigen, grauen, abscheulichen Gedankengespinste um jenen zusammenzog.
Unwillkürlich fuhr ihn Törleß an: »Du darfst es nicht gegen ihn ausnützen.«
Es mochte wohl auch sein steter, heimlicher Widerwille gegen Beineberg mit im
Spiele gewesen sein.
Aber Beineberg sagte von selbst, nach kurzem Besinnen: »Wozu auch?! Um
ihn wäre wirklich schade. Mir ist er von jetzt an ohnedies ungefährlich und er ist
doch zu viel wert, um ihn über eine solche Dummheit stolpern zu lassen.« Damit
war dieser Teil der Angelegenheit erledigt. Aber Beineberg sprach weiter und
wandte sich nun wieder Basinis Schicksal zu.
»Meinst du noch immer, daß wir Basini anzeigen sollen?« Aber Törleß gab
keine Antwort. Er wollte Beineberg sprechen hören, dessen Worte klangen ihm
wie das Hallen von Schritten auf hohlem, untergrabenem Erdreich und er wollte
diesen Zustand auskosten.
Beineberg verfolgte seine Gedanken weiter. »Ich denke, wir behalten ihn
vorderhand für uns und strafen ihn selbst. Denn bestraft muß er werden – allein
schon wegen seiner Anmaßung. Die vom Institute würden ihn höchstens
entlassen und seinem Onkel einen langen Brief dazu schreiben; – du weißt ja
beiläufig, wie geschäftsmäßig das geht. Eure Exzellenz, Ihr Neffe hat sich
vergessen, ... irregeleitet ... geben ihn Ihnen zurück ... hoffen, daß es Ihnen
gelingen wird ... Weg der Besserung ... einstweilen jedoch unter den anderen unmöglich ... usw. Hat denn so ein Fall ein Interesse oder einen Wert für sie?«
»Und was für einen Wert soll er für uns haben?«
»Was für einen Wert? Für dich vielleicht keinen, denn du wirst einmal Hofrat
werden oder Gedichte machen; – du brauchst das schließlich nicht, vielleicht
hast du sogar Angst davor. Aber ich denke mir mein Leben anders!«
Törleß horchte diesmal auf.
»Für mich hat Basini einen Wert – einen sehr großen sogar. Denn sieh – du
ließest ihn einfach laufen und würdest dich ganz damit beruhigen, daß er ein
schlechter Mensch war.« Törleß unterdrückte ein Lächeln. »Damit bist du fertig,
weil du kein Talent oder kein Interesse hast, dich selbst an einem solchen Fall zu
schulen. Ich aber habe dieses Interesse. Wenn man meinen Weg vor sich hat,
muß man die Menschen ganz anders auffassen. Deswegen will ich mir Basini
erhalten, um an ihm zu lernen.«
»Wie willst du ihn aber bestrafen?«
Beineberg hielt einen Augenblick mit der Antwort aus, als überlegte er noch
die zu erwartende Wirkung. Dann sagte er vorsichtig und zögernd: »Du irrst,
wenn du glaubst, daß mir so sehr um das Strafen zu tun ist. Freilich wird man es
ja am Ende auch eine Strafe für ihn nennen können, ... aber, um nicht lange
Worte zu machen, ich habe etwas anderes im Sinn, ich will ihn ... nun sagen wir
einmal ... quälen ...«
Törleß hütete sich ein Wort zu sagen. Er sah noch durchaus nicht klar, aber er
fühlte, daß dies alles so kam, wie es für ihn – innerlich – kommen mußte.
Beineberg, der nicht entnehmen konnte, wie seine Worte gewirkt hatten, fuhr
fort: »... Du brauchst nicht zu erschrecken, es ist nicht so arg. Denn zunächst auf
Basini ist doch, wie ich dir ausführte, keine Rücksicht zu nehmen. Die
Entscheidung, ob wir ihn quälen oder etwa schonen sollen, ist nur in unserem
Bedürfnisse nach dem einen oder dem anderen zu suchen. In inneren Gründen.
Hast du solche? Das mit Moral, Gesellschaft und so weiter, was du damals
vorgebracht hast, kann natürlich nicht zählen; du hast hoffentlich selbst nie daran
geglaubt. Du bist also vermutlich indifferent. Aber immerhin kannst du dich ja
noch von der ganzen Sache zurückziehen, falls du nichts aufs Spiel setzen willst.
Mein Weg wird jedoch nicht zurück oder vorbei, sondern mitten hindurch
führen. Das muß so sein. Auch Reiting wird nicht von der Sache lassen, denn
auch für ihn hat es einen besonderen Wert, einen Menschen ganz in seiner Hand
zu haben und sich üben zu können, ihn wie ein Werkzeug zu behandeln. Er will
herrschen und würde dir es gerade so machen wie Basini, wenn die Gelegenheit
zufällig dich träfe. Für mich handelt es sich jedoch noch um mehr. Fast um eine
Verpflichtung gegen mich selbst; wie soll ich dir nur diesen Unterschied zwischen uns klar machen? Du weißt, wie sehr Reiting Napoleon verehrt: halte
nun dagegen, daß der Mensch, welcher mir vor allen gefällt, mehr irgendeinem
Philosophen und indischen Heiligen ähnelt. Reiting würde Basini opfern und
nichts als Interesse dabei empfinden. Er würde ihn moralisch zerschneiden, um
zu erfahren, worauf man sich bei solchen Unternehmungen gefaßt zu machen
hat. Und wie gesagt, dich oder mich gerade so gut wie Basini und ohne daß es
ihm im geringsten nahe ginge. Ich dagegen habe gerade so gut wie du diese
gewisse Empfindung, daß Basini schließlich und endlich doch auch ein Mensch
sei. Auch in mir wird etwas durch eine begangene Grausamkeit verletzt. Aber
gerade darum handelt es sich! Förmlich um ein Opfer! Siehst du, auch ich bin an
zwei Fäden geknüpft. An diesen einen, unbestimmten, der mich in Widerspruch
zu meiner klaren Überzeugung an eine mitleidige Tatlosigkeit bindet, aber auch
an einen zweiten, der zu meiner Seele hinläuft, zu innersten Erkenntnissen und
mich an den Kosmos fesselt. Solche Menschen wie Basini, sagte ich dir schon
früher, bedeuten nichts – eine leere, zufällige Form. Die wahren Menschen sind
nur die, welche in sich selbst eindringen können, kosmische Menschen, welche
imstande sind, sich bis zu ihrem Zusammenhange mit dem großen Weltprozesse
zu versenken. Diese verrichten Wunder mit geschlossenen Augen, weil sie die
gesamte Kraft der Welt zu gebrauchen verstehen, die in ihnen gerade so ist wie
außer ihnen. Aber alle Menschen, die bis dahin dem zweiten Faden folgten,
mußten den ersten vorher zerreißen. Ich habe von schauerlichen Bußopfern
erleuchteter Mönche gelesen, und die Mittel der indischen Heiligen sind ja auch
dir nicht ganz unbekannt. Alle grausamen Dinge, die dabei geschehen, haben nur
den Zweck, die elenden nach außen gerichteten Begierden abzutöten, welche, ob
sie nun Eitelkeit oder Hunger, Freude oder Mitleid seien, nur von dem Feuer
abziehen, das jeder in sich zu erwecken vermag.