Project Different
Prolog
Annika Ha
Project Different
Für alle, die gerne mal in der Zeit reisen würden :D
Prolog
[Emily Tanner]
Die Welt entwickelt sich immer weiter und weiter. Doch die Frage ist: Wie lange noch? Wird es irgendwann überhaupt ein Ende nehmen? Gehen wir jetzt mal davon aus, dass die Weiterentwicklung unendlich groß wäre, wie würde dann unser Leben aussehen? Ich werde nun das Glück haben, bei diesem Fortschritt dabei zu sein. Irgendwann in der Zukunft gibt es diesen verrückten Wissenschaftler, der nachdem er seine Idee zuvor an Mäusen getestet hatte, dies nun auch an den Menschen anwenden will. Genauer gesagt an mich. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch ein winzig kleines Baby war, eigne ich mich besonders gut für diese Testreihe. Genauso wie die Babys Ashley und Addison.
Warum man mich auswählte, ist ziemlich einleuchtend. Ich lebe in einem Heim und habe keine Eltern. Wahrscheinlich würden mich dann nicht allzu viele Leute vermissen, wenn etwas schief gehen würde. Auch Ashley und Addison wurden aus denselben Gründen von einem Heim entnommen.
Eigentlich war Professor Conners Einfall ziemlich schlau und wurde von den Leuten weit aus unterschätzt. Er hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht die Menschen durch neurologische Forschungen schlauer werden zu lassen. Ihm war es gelungen herauszufinden, wie schlau wir Menschen von Natur aus sind. Selbstverständlich muss jeder Mensch selber etwas für sein Wissen tun, doch trotzdem ist es im Gehirn vorherbestimmt. Mithilfe ein paar Test, die noch nicht ganz so schwierig waren, ermittelte Professor Conner, dass mein Gehirn am leistungsstärksten ist. Doch der schwierige Teil würde erst noch folgen. Am heutigen Tag würde Professor Conner Ashleys und Addisons Gehirn an meines anpassen. Sein erhofftes Ergebnis wäre, dass wir am Ende alle drei gleich starke Gehirne haben.
Die Leiterin des Heims, deren Namen ich leider vergessen hatte, legte uns alle drei vorsichtig auf den Forschungstisch. Der Bequemlichkeit halber, legte sie für jedes Baby eine Decke um den Bauch. Doch die Zuneigung täuschte wahrscheinlich, da sie sicherlich nicht mal unsere Namen kannte. Sie wollte diesen Tag nur hinter sich bringen und hoffte, dass uns später Eltern für eine Adoption auswählten. Denn eins stand fest: Nach diesem Versuch würde man sicher über uns in der Zeitung lesen und die Leiterin hoffte, dass berühmte Mädchen jeder haben wollte.
Als Professor Conner die glühenden Drähte sah, wusste er sicher schon, dass doch nicht alles nach Plan gelaufen ist, denn ich konnte mich noch genau an sein entsetztes Gesicht erinnern.
»Was haben Sie getan?«, fragte die Leiterin gedehnt. Doch Professor Conner war anscheinend nicht mehr in der Lage zu antworten. Er starrte nur noch auf die regungslosen Körper von Ashley und Addison. Meine lautstarken Schreie verdeutlichte den beiden nur noch mehr, dass bei diesem Versuch nur einer von drei Körpern überlebt hatte. Im Prinzip stimmte das ja auch, trotzdem kannte keiner die ganze Wahrheit.
Ja, Ashleys und Addisons Körper waren tot, jedoch nicht deren Seele. Professor Conners Versuch hatte etwas bewirkt, aber nicht das was er vorhatte. Er hatte versehentlich die Seele von Ashley und Addison in meinen Körper transportiert.
Das hatte für mein folgendes Leben fatale Auswirkungen. Und nicht nur, dass ich mir meinen Körper mit zwei anderen teilen musste. Die ganze Sache hatte auch Vorteile mitgebracht. Nach dem Versuch haben sich unsere Eigenschaften verstärkt – so stark, dass man sie nun als Fähigkeiten bezeichnen konnte. Mit ungefähr zehn Jahren haben sie sich quasi aktiviert.
Nehmen wir mal Addison. Sie war schon immer eine sportliche Person gewesen. Jetzt sind wir dank ihren Eigenschaft super schnell und können total weit springen. Schneller als jedes Auto oder Flugzeug. Ashleys Eigenschaft ist es, sich gut in andere Menschen hineinversetzen zu können. Deshalb können wir jetzt Gedanken lesen. Da mein Gehirn überdurchschnittlich schlau war, wissen wir jetzt alles besser als jede Internetseite. Wurzelziehen können wir im Schlaf.
Alles Fähigkeiten mit denen man lernen muss umzugehen. Denn das sie geheim bleiben, hat für uns alle oberste Priorität. Früher war es für uns schwierig sich mit mehreren Menschen in einem Raum aufzuhalten. Doch irgendwann haben wir gelernt die Gedanken der Menschen einfach auszublenden. Wir können kontrollieren, uns in stressigen Situationen ruhig zu bewegen – ohne dass andere Personen skeptisch werden könnten. Trotz der ganzen coolen Vorteile wünschen wir uns oft ein normales Leben zu können. Zu dritt in einem Körper zu sein bringt viele Einschränkungen mit sich. Trotzdem versuchen wir unser Leben so normal wie möglich weiterzuleben.