Briefe von Goethe an Lavater aus den Jahren 1774 bis 1783

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 2 von 46

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Briefe von Goethe an Lavater aus den Jahren 1774 bis 1783

Vorwort.

 

Die nachfolgenden Briefe von Goethe an Lavater wurden dem Herausgeber

von Freunden in Zürich, welche nicht genannt seyn wollten, zur öffentlichen

Mittheilung anvertraut. Ebendenselben verdankte er die chronologische

Anordnung der Briefe, denen häufig das Datum, wenigstens die Jahrszahl fehlt.

Nur ihrer umsichtigen und unverdrossenen Bemühung konnte es gelingen, durch

Nachsuchen und Vergleichen mit Papieren, die außer ihnen niemanden

zugänglich waren, diesem Uebelstand großen Theils abzuhelfen.

Wie die Briefe hier gedruckt vorliegen, so sind sie geschrieben. Selbst

Orthographie und Interpunction sind fast unverändert beibehalten worden. Nur

sehr wenige, auf reine Familien-Angelegenheiten sich beziehende Stellen, deren

Mittheilung nicht das geringste Interesse für das größere Publikum haben

konnte, mußten aus Rücksichten für Lebende zurück gehalten werden.

Uebrigens ist der Brief, mit welchem die Sammlung schließt, zwar der letzte

der vorhandenen, aber keinesweges der letzte, den Lavater von Goethe

empfangen hatte. Gleicherweise mögen den zwei ersten Briefen noch mehrere

vorangegangen seyn. Aber auch diese haben sich bis jetzt nicht auffinden lassen.

Die Verlagshandlung wird für den beigefügten Anhang keiner Entschuldigung

bedürfen. Ohne Zweifel gehört der erste Brief zu den ältesten handschriftlichen

Denkmalen von Goethe. Später, während die Physiognomik gedruckt wurde,

stand Goethe mit Reich fortwährend in Briefwechsel. Bloß zum Zeugniß dieser

lebendigen Theilnahme an der Physiognomik sind aus der ansehnlichen Zahl

einige Briefe hier abgedruckt worden.

Ueber alles Dieses und noch viel Anderes, worüber die Freunde Goethe’s und

Lavaters nach Lesung dieses Büchleins Aufschluß verlangen möchten, gedachte

der Herausgeber in seinem Vorwort zu berichten. Aber der Tod überraschte ihn

während des Druckes der Briefe. Er starb in Zürich im Februar dieses Jahres, im

66sten Jahr seines Alters, schmerzlich beweint und vermißt von Allen, denen das

Glück seines Umgangs zu Theil ward. Er war der Verfasser der in 3 Auflagen

erschienenen „Eugenia’s Briefe“.

Die Herausgabe dieser Goethe’schen Briefe hat seine letzten Stunden

beschäftigt, und gewiß werden die Freunde Goethe’s dieselbe als ein Verdienst um die deutsche Literatur betrachten.

 

Die Verlagshandlung.

B r i e f e

 

G o e t h e ’ s

 

a n

 

L a v a t e r .