Guirlanden um die Urnen der Zukunft, eine interessante, originelle Familiengeschichte aus dem drei und zwanzigsten Jahrhunderte
Viertes Kapitel. Das Gesellschaftshaus.
Viertes Kapitel.
Das Gesellschaftshaus.
Sich von seinen Grillen zu befreien suchte einmal Salassin Zerstreuung, und
gerith in ein Gesellschaftshaus.
Zu unsrer Zeit nennt man sie Koffeehäuser: weil aber diese Aufgeklärten dies
Gesäufe kaum dem Namen nach kennen, und in dergleichen Gebäuden nicht
Koffee wohl aber ächter Wein aller Sorten geschenkt, und der Gast mit allen
möglichen Speisen bedient wird, findet er immer eine sehr große Gesellschaft
aller Art Menschen und tausend Ergötzungen in so einem Gesellschaftshause.
Er trat in eines der nächsten Zimmer, da saß eine Menge Männer, die theils
tief die Augen in die Zeitungen steckten, theils untereinander sprachen, theils
stumm saßen.
Salassin ergriff ein Blatt, und las eine Anzeige der Vorsteher des Musäums der
bildenden Künste.
Wir sind entschlossen unsern verdienten allgeliebten Vater des Landes — hieß
es darinn — einen kleinen Beweis unsrer Liebe zu geben; und setzen auf das
vollkommste Portrait des verehrten Kaisers eine Prämie von einer goldnen
Ehrenmedaille, die auf einer Seite das Wappen des Musäums, auf der andern das
Brustbild des Kaisers tragen wird. Wir machen den Mahlern des Landes unsre
schuldige Anzeige.
Die Vorsteher des Musäums.
Mit dem Blatt in der Hand rannte Salassin fort, er reichte es seinem Freunde, der
entzückt über die Gelegenheit sich auszeichnen zu können, dem Freunde um den
Hals fiel.
Schnell wurden Farben und Pinseln, Stafeleyen und die nöthigen Materialien
herbeigeschaft, und im Nu saß Sebald an der Arbeit.
Bist du toll? — rief Salassin — du sahst den Kaiser ein einzigesmal, und da
mit schüchternen Augen die ohnmöglich jede Miene, jeden Zug, jede Linie der
Stirne so genau bemerkt haben können, als zur Vollkommenheit des Bildnisses nöthig ist, und du willst um den Preis ringen.
Da laß du mich sorgen! Mahleraugen sehen, wo du eine Warze bemerkst, die
Wurzeln und Fasern derselben.
Nun — so wünsch ich dir Glück!
Danke!