Prinzessin Mymra, Novellen und Träume

Alexej Remisow · Kapitel 32 von 42

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Prinzessin Mymra, Novellen und Träume

Der Fuchs

»Das geht mich gar nichts an! Ich kann es nicht dulden, daß Sie in meinem

Zimmer bleiben! Verstehen Sie mich?« Die alte Zwergin aber streckt vom Sofa

die Hand aus und packt mich plötzlich am Rockschoß.

»Nun weiß ich, um was es sich handelt!« sagt die Zwergin und zieht mich

gehässig zu sich heran.

Der Haß versengt mich, ich will mich losreißen, aber ihre Hand hält mich fest.

 

Der Fuchs

 

Ein herbstliches Feld. Das Korn ist abgemäht und zu Garben gebunden; die

Gerste steht noch da, und ihre Bartfäden ragen empor; zärtlich und liebevoll

ranken die Erbsen. Plötzlich erscheint ein Fuchs, ein riesengroßes Tier, der

Schwanz allein ist ein ganzer Pelzmantel.

›Der Fuchs wird uns überfallen und auffressen!‹ dachte ich mir. Dasselbe

dachte sich auch mein Gefährte. Ohne ein Wort zu sagen, liefen wir dem Fuchs

nach.

Wir holten den Fuchs ein, warfen ihn zu Boden und begannen ihn zu würgen.

Es war aber gar nicht so leicht. Schließlich brachten wir es doch fertig. Tot, groß,

rot und weich lag der Fuchs auf dem Boden.

Wir zogen dem Fuchs das Fell ab, machten ein Feuer, sengten das Fell an und

begannen es zu essen. Es schmeckte gar nicht gut und hatte den widerlichen

Fuchsgeruch, wir aßen es aber doch.

Und so verzehrten wir das ganze Fell. Als wir es aufgegessen hatten, schrie

ich auf:

»Mein Gott, was habe ich angerichtet! Was für einen Pelzmantel hätte man

daraus machen können und was für einen Muff!«

Es war aber schon zu spät: das Fell war aufgegessen, das Feuer erloschen, und

es roch nur noch nach Verbranntem.

 

Napoleon

 

Ein trüber Maiabend. Bei St. Sulpice läutet es wie zu einer Volksversammlung.

Ich gehe aber nicht in die Kirche, sondern zugleich mit vielen anderen Menschen

zum Kai. Wir sind alle schwarz gekleidet. Auf der Brücke begegnen wir einem

Zug Reiter; auch sie sind schwarz gekleidet und halten Besen in den Händen: es

ist ein ganzer Besenwald.

›Es ist die Revolution‹, denke ich mir und höre, wie die Uhr an der Notre-Dame schlägt; Schlag folgt auf Schlag, elf Schläge sind es. Jeder Glockenschlag