Prinzessin Mymra, Novellen und Träume
Würfelzucker
und kleiner, Arme und Beine verschwanden, und schließlich blieb nur noch der
Kopf übrig.
Würfelzucker
Ich rollte einen steilen Abhang hinab und geriet in einen Garten. Es war der
Vergnügungspark ›Der Meierhof‹. Da ist ja auch schon die Billettkasse. Ich trete
vor den Schalter, um mir eine Eintrittskarte zu lösen. Ich schaue hinein und sehe
den mir bekannten Kassierer Beljakow. Ich muß bemerken, daß ich mit diesem
Beljakow einmal eine recht unangenehme Geschichte erlebt hatte; die
Geschichte war sehr verwickelt, jedenfalls war ich ihm ein Dorn im Auge.
Beljakow trank Tee und biß bei jedem Schluck kleine Bröckchen Zucker ab.
Ein anderer Kassierer lauste ihm inzwischen den Kopf.
›Ohne Prügel werde ich wohl kaum davonkommen‹, denke ich mir. ›Er wird
mich sicher umbringen!‹
»Tod den Läusen!« sage ich ihnen und sehe plötzlich, wie Beljakow vor Zorn
blaurot wird. Er nimmt ein Stück Würfelzucker in die Hand, steht auf und begibt
sich zum Ausgang.
»Ich bringe ihn um!« höre ich seine Stimme.
Ich kauere mich nieder, werde ganz klein und dünn, verkrieche mich in die
Spalte unter der Tür und lausche mit verhaltenem Atem.
Beljakow ging eine Weile vor dem Schalter auf und ab und kehrte wütend
zurück.
»Ich habe ihn nicht gefunden. Hätte ich ihn erwischt, wäre es um ihn
geschehen!« sagt Beljakow zum andern Kassierer, und dann beginnen sie sich
wieder zu lausen.
Ich kann mich nicht beherrschen; es ist, als ob mich jemand aufhetzte. Ich
kann den Atem nicht mehr anhalten, und plötzlich beginnt es mir, wie zum
Trotz, im Munde zu jucken. Ich will mich kratzen und muß plötzlich miesen.
Beljakow ist aber schon da.
»So! Da ist er ja!« Er holt aus, und das Stück Würfelzucker trifft mich an die
Schläfe.
Der Doppelgänger
In jener Nacht wälzte ich mich lange hin und her und konnte nicht einschlafen. Bald fror es mich, bald schien es mir, daß irgendwelche Flöhe auf mir