Leandro & Nanni, Bis zu den Sternen

Anna K. · Kapitel 12 von 35

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Leandro & Nanni, Bis zu den Sternen

Trennung

 

Es war schon dunkel als er endlich die Silhouette von Nanni am Parkeingang entdeckte.

Er war erleichtert, dass sie gekommen war. Er hatte lange vor dem Spiegel gestanden und seine Beichte geübt, aber jetzt sodass er seine Wort in Tat umsetzen sollte, blieb sein Kopf leer. „Hey.“, grüßte ihn Nanni und setzte sich neben ihm auf die Bank. „Du siehst müde auf.“

Er lächelte schief. „Ich habe die letzen Nächte nicht so gut geschlafen.“

Sie nickte verständnisvoll. „Was gibt’s?“ Haareraufend saß er auf der Bank und wusste nicht wo er anfangen sollte. „Leandro.“, sagte sie lächelnd. „Entspann dich.“ Auch er lächelte, als er sich erinnerte, dass dies die Worte gewesen waren, die er zu ihr gesagt hatte, bevor er ihr seine Liebe gestanden hatte.

Und plötzlich sprudelten die Wörter nur so aus ihm hinaus, als er Nanni von Pablos Anruf erzählte.

Als er geendet hatte musste Nanni schlucken. „Warte.“ Er zog einen Joint aus seiner Hosentasche und zündete ihn an.

„Du rauchst?“

Er schüttelte den Kopf. „Eigentlich nicht. Das hier ist eine Ausnahmesituation.“ Er nahm einen langen Zug und blies den Rauch in kleinen weißen Wölkchen in die Nacht. „ Willst du mal?“, fragte er sie.

Normalerweise rauchte sie nicht. Es war ungesund und gefährlich. Aber in diesem Fall hatte Leandro Recht. Ihre Situation war wirklich eine Ausnahmesituation. Sie zuckte die Schultern. „Meinetwegen.“ Er gab ihr den Joint und warme Luft strich durch ihre Lungen. Sie musste husten. Trotz der verwegenen Geschichte musste Leandro grinsen.

„Blödmann!“, murmelte sie, bevor sie ihm den Joint wieder zurück gab.

In diesem Moment schien die Geschichte für Leandro fast unwichtig. Was zählte war nur Nanni. Er und Nanni zusammen. Sie schmiegte sich an ihn und ließ zu, dass er ihr zärtlich mit den Fingern durch die Haare fuhr.

„Ich werde dir helfen das Geld für die Reise und deine Familie aufzubringen.“, murmelte sie.

„Brauchst du nicht.“

„Doch. Ich lasse dich nicht alleine in die Wildnis ziehen mit nichts als 10 Euro und alten Alaska-Schuhen.“

Diesmal erwiderte er nicht. Er konnte es sich nicht leisten ihre Hilfe abzuschlagen, wo sie sie doch so eindeutig anbot. Er atmete ihren Duft ein. Ihre Haare rochen nach Ozean. Schön und wild.

Ich will dich nicht verlieren wollte er sie anschreien, aber aus seinem Mund kam kein Wort.

 

Nanni

Ich lag im Park in Leandros Arm und schaute mit ihm in die Sterne. „Nimm mich mit.“, flüsterte ich. „Nimm mich mit nach Alaska.“ Er schüttelte den Kopf.

„Bitte.“ Das Wort entdrang nur mühsam meinem Mund und wurde von meiner weinerlichen Stimme fast verschluckt. Seine Augen verdunkelten sich. „Ich bringe dich nicht in Gefahr.“ Ich hätte ihn am liebsten geschüttelt. „Bitte!“, versuchte ich es noch einmal, aber sein Blick blieb starr nach oben gerichtet. Warum war er so unfähr?

„ Du tust mir weh!“, flüsterte ich traurig.

„Was sagst du da?“ Er legte den Kopf schief, um mich anzusehen. „Du tust mir weh.“, wiederholte ich, bevor meine Stimme brach. „Ich will nicht ohne dich sein, nimm mich mit.“ Sein Blick wurde traurig.

„Nanni...“ Er unterbrach sich. „Ich würde dich in Gefahr bringen. Ich würde dich mitten aus dem Leben reißen; du hättest keinen Schulabschluss...“Er stoppte erneut und griff nach meiner Hand. „Ich will doch nur das Beste für dich.“

Ich schluchzte: „ Du bist das Beste.“ „Bitte!“ Er ließ meine Hand los.

„Nein!“, flüsterte ich. In meiner Brust schmerzte es, als würde mein Herz zerspringen. Vielleicht tat es ja genau das auch gerade. Die Tränen flossen nun ohne Stopp über meine Wangen und hinterließen helle Spuren. „Wenn du mich wirklich liebst, dann nimm mich mit!“.

Er antwortete. „Bitte, Nanni! Mach mir den Abschied nicht so schwer!“ Seine Stimme klang fast flehend als er mich bittend ansah. „Liebst du mich denn nicht?“ Ich wurde von Schluchzern geschüttelt. „Nanni...“, fing er an und schaute mich verzweifelt an. „Liebst du mich denn nicht?“, wiederholte ich schluchzend. „ Sag es mir einfach. Ja oder Nein?“ Ich schrie ihn fast an. „Ja...“, „ aber..“

Da hielt ich es nicht mehr aus. Ich rappelte mich auf und rannte. Rannte so lange bis meine Lungen schmerzten und ich den Druck nicht mehr aushielt. Erst jetzt, wo ich mir die Tränen aus den Augen wischte sah ich, wohin ich gelaufen war. Ich stand am Ufer des Boston Sea.