Leandro & Nanni, Bis zu den Sternen

Anna K. · Kapitel 17 von 35

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Leandro & Nanni, Bis zu den Sternen

Ohne Lena

 

Nanni

So standen wir nun also da.

Drei Freunde, die sich trennen sollten. Mehr oder weniger für die Ewigkeit.

Ich umarmte Lena als Erste. „Ich werde dich nie vergessen, du warst immer eine super Freundin für mich.“ Ich schniefte. „Du für mich auch.“ Sie drückte mich fester. „Bitte vergiss mich nicht!“, und über ihre Wange rann eine einzelne Träne. „Niemals.“, flüsterte ich. „Niemals werde ich dich vergessen.“ Sie nickte und schob ihr Haar zur Seite. „Versprich mir, dass du keinen Blödsinn machst und auf dich aufpasst.“ „Vor Fußbällen?“, fragte ich und mein Lächeln geriet in meinem Weinen zu einer seltsamen Grimasse.

Lena nickte gequält. Es war fast schmerzlicher sie weinen zu sehen als mich selbst. Ich hatte Lena nie weinen gesehen. In den ganzen zwei Jahren nicht.

„Auch vor Fußbällen.“, sie schlang ihre Arme erneut um mich. Aus dem Auto erklang ungeduldiges Hupen. Es zerriss mir fast das Herz, meine kleine geliebte Lena gehen zu lassen.

Schließlich war der Moment der Trennung und der Trennung nicht länger aufzuschieben.

„Bitte schreib mir!“, weinte sie. „Versprich es mir!“. Ich schluchzte : „Ich verspreche es!“

Es tat weh, als ich ihre Hände freigab und hilflos zurückblieb. Lena umarmte auch Leandro. „Pass auf sie auf. Bitte!“. Mit verheultem Gesicht blieb ich zurück, als meine beste Freundin ins Auto stieg, das Auto langsam vorrollte und am Ende der Straße zu einem Punkt zusammenschrumpfte, der sich in Tränen auflöste. „Komm!“, murmelte Leandro und zog mich an seiner Hand zurück in die Jugendheerberge.

Er mich mit auf sein Zimmer und setzte mich aufs Bett, wo ich meine Trauer an seiner Schulter freien Lauf ließ. „Warum musste sie gehen?“, weinte ich.

Er streichelte mir über den Kopf. „Es ist besser so. Glaub mir, sie wird ein schöneres Leben haben.“

Ich schniefte. „Aber sie wird mich nicht mehr haben!“, und meine Schultern bebten.

„Sie wird dich immer bei mir haben. Sie wird dich ich ganzes Leben lang im Herzen tragen.“

Ich nickte; gewollt das, was er sagte zu glauben. Irgendwann endlich versiegten meine Tränen und in meiner Erschöpfung, schlief ich an ihn gelehnt ein.

 

Leandro

Als Nanni erwachte, schien ihre Trauer sich ein wenig gelegt zu haben. Sie sah aus wie ein Monster, mit ihren Wimperntuscheringen unter ihren Augen.

„Die Wimperntusche war wasserfest?“; fragte ich und deutete auf die schwarzen Muster unter ihren Augen. Sie betrachtete sich im Spiegel und warf sich einen meiner Pullover über den Kopf. „Ich sehe keine Wimperntusche!“, kommentierte sie. „Ich schon.“, scherzte ich und zog ihr den Pullover wieder vom Kopf. Sie betrachtete sich abermals im Spiegel. „Vielleicht habe ich zu viel geheult.“

„Willst du duschen?“, erkundigte ich mich und deutete auf die Dusche.

Sie seufzte und sagte: „Werd ich wohl müssen.“ Ich ging zu meinem Badezimmerschrank und zog ein kleines weißes und ein großes blaues Handtuch hinaus. „Hier.“ Ich reichte ihr die Handtücher. „Shampoo und Duschgel steht in der Dusche. Sie nickte Dankbar und verschwand im Badezimmer. Kurz darauf hörte ich Wasser plätschern und ein milder Shampooduft zog in meinen Raum.

Während Nanni duschte, griff ich nach meiner Weltkarte und meinem Atlas. Ich hatte mir beides gestern Nachmittag in der Stadtbücherei ausgeliehen.