Leandro & Nanni, Bis zu den Sternen

Anna K. · Kapitel 7 von 35

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Leandro & Nanni, Bis zu den Sternen

Erdbeermamarmelade & Twilight

 

Nanni

Schmerzlich wurde mir beim Aufwachen bewusst, dass ich in spätestens zwei Wochen alleine im TPA wäre. Vielleicht würden wieder Neue kommen? Ich ärgerte mich selber über mein Denken.-Als könne irgendein Neuer oder irgendeine Neue Leandro ersetzen. Oder besser noch: Lena

Ich musste tief durchatmen. Eines Tages kommst auch du hier raus. Spätestens wenn du achtzehn bist. Und dann gründest du eine nette kleine Familie mit dem Jungen deiner Träume und ihr bekommt Kinder und zieht nach Alaska.

Und ich würde mir einen Hund kaufen. Einen Siberian Husky. Bis jetzt hatte ich Chuppine-Leandro’s Husky-Dame noch nicht live gesehen, aber ich wusste auch so wie wunderschön die Hunde waren.

„Morgen, Schlafmütze:“

Ich lächelte Lena zu und gab ihr einen Klaps auf den Hinterkopf. „Selber.“

„Hier.“ Sie reichte mir ein Brötchen und ein Päckchen Erdbeermarmelade.

“Danke!“ Ich schaute nach rechts, aber Leandro schien noch nicht aufgestanden zu sein.

„Und? Wie war eure Versöhnung gestern noch?“, fragte mich Lena. „Du weißt davon?“

Sie zuckte mit den Schultern. „Jake hat’s erzählt. Er meinte er hätte euch im Park gesehen.“

Ich nickte zustimmend.

„ Er scheint doch irgendwie ganz nett zu sein. Ist alles wieder okay.“ „Autsch!“, schrie ich. Mit dem Messer hatte ich mir aus Versehen in die Hand geschnitten und die Marmelade unter den Tisch fallen gelassen. Vorsichtig drückte ich auf den kleinen Schnitt um die Blutung zu stillen und bückte mich nach dem Marmeladenpäckchen. Ich spürte eine Hand auf meine Schulter tippen. „Morgen, Leo!“, hörte ich Martin rufen. Leandro war auch endlich wach geworden? Ich spürte die Hand erneut. „Morgen, Nanni!“, sagte Leandro und tippte mir auf die Schulter.

Wo war nur meine Erdbeermarmelade gelandet? Ich murmelte ein Morgen zurück.

„Was suchst du denn da unten?“, hörte ich ihn neugierig fahren. „Etwas das ich nicht mehr wiederfinden kann.“ Ich konnte förmlich spüren wie er sich darüber lustig machte, das ich morgens beim Frühstück unterm Tisch herum kroch und „Etwas“ nicht finden konnte.

„Suchst du deine Unschuld?“, witzelte er. Jetzt verlor ich wirklich die Geduld. Musste sich der Kerl immer so machomäßig aufführen?

„Geh dir Frühstück holen!“, schnauzte ich ihn an und hörte wie er sich leise entfernte.

Zwei Minuten später tauchte er wieder auf und warf mir ein Päckchen Erdbeermarmelade auf den Platz. „Die hast du doch gesucht, oder?“

 

Die nächsten zwei Tage verliefen reibungslos. Die Sonne strahlte mit letzten Sonnenstrahlen dem eisigen Winter entgegen und brachte unser Thermometer auf gute 17 Grad. Ich genoss die Tage mit Lena, an denen wir nach Schulzeit mit dem Fahrrad in die Stadt radelten und ein letztes Mal in diesem Jahr das öffentliche Freibad besuchten.

Wir hatten uns Beide vorgenommen, die Tage bis zu ihrer Abreise gemeinsam so schön wie möglich zu verbringen und saßen aus diesem Grund an diesem Abend im Kino und schauten gemeinsam Twilight 4.

Wir hatten uns Popcorn XL gekauft und ich hörte Lena genüsslich neben mir die übrig gebliebenen Maiskörner lutschen. „So richtig entspannend ist das aber nicht oder?“, flüsterte mir meine Freundin ins Ohr.

Ja, das fand ich wohl auch. Im Sekundentakt schrieen sich die rechte und die linke Seite des Kinos abwechselnd „Team Edward“ und „Team Jacob“ zu, wann immer einer der Beiden Hauptdarsteller auf der Kinoleinwand erschien.

Aber tapfer hielten Lena und ich uns bis zum Ende; denn selbst die erfahrensten Stimmen schienen nach eineinhalb Stunden schreien langsam heiser zu werden.

Am Ausgang gaben wir unsere 3d-Brillen ab und machten uns auf den Heimweg.