Leandro & Nanni, Bis zu den Sternen

Anna K. · Kapitel 16 von 35

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Leandro & Nanni, Bis zu den Sternen

Abschied von Lena

 

Leandro

Als Lena und Nanni heute morgen weder zum Frühstück noch zum Unterricht kamen, wunderte ihn das kaum. Ihm war klar, dass Lenas Abschied kurz bevor stand. Auch er saß hibbelig in seiner Schulbank. Eigentlich hätte er Lena auch gerne Tschüss gesagt, aber er konnte es sich nicht leisten, im Matheunterricht bei Mr. Dents noch einmal unangenehm aufzufallen. Der Vorfall letzte Woche hätte ihn fast seinen Hals gekostet; denn die Abschlussprüfung konnten nur die Guten schaffen. Und er war weit davon entfernt zu den Schülern zu zählen, die Lehrer sich in ihren kleinen roten Heftchen als Lieblingschüler notierten. Er meldete sich. „Dürfte ich die nächste Aufgabe an der Tafel vorrechnen?“ Ein kleines aber merkliches erfreutes Leuchten ging über das Gesicht seines Mathelehrers. „Gerne, Leandro.“ Ein wenig unsicher stand er auf und ergriff das Stück Kreide, dass Mr. Dents ihm hinhielt. Doch dann dachte er an Nanni und wie stolz sie auf ihn sein würde, wenn er sein Examen hätte, wenn sie in einer Woche zusammen nach Alaska aufbrechen würden. Und er schrieb. Mit ein wenig Hilfe von Lehrerseite stand die Aufgabe innerhalb fünf Minuten an der Tafel. Sein Mathelehrer nickte zufrieden. „Gut gemacht, Leandro!“

Und das Lob freute Leandro wirklich. Vielleicht würde er doch seinen Kriegsfuß beseitigen, auf denen er mit den meisten Lehrern stand. „Noch irgendjemand der sich freiwillig meldet?“.....

Als das Klingeln den Unterricht nach zwei Stunden wieder beendete, war Leandro froh endlich aufstehen zu könne. Er reckte sich. Vielleicht würde er ja doch noch auf Lena und Nanni treffen. Er guckte auf die Uhr, die ihm viertel vor elf meldete.

Schnell stopfte er sein Mathebuch und sein Etui in den Rucksack. Tatsächlich traf er noch auf Nanni und Lena, die vor der Eingangshalle des TPA’s standen und die Straße hinaufguckten. Als die Mädchen ihm bemerkten, wank er zur Begrüßung. „Ich hoffe ihr habt wasserfeste Wimperntusche aufgelegt?“ Lena lächelte traurig. „Klar, du auch?“

Er griff nach Nannis Hand und lachte schief. „Nein, danke, ich bevorzuge den natürlichen Look.“

Gemeinsam schauten sie die Straße hoch und runter. Er hatte heute morgen das erste Mal seine Winterjacke aus dem Schrank gezogen, als das Thermometer ihm frostige acht Grad gemeldet hatte. Auch Nannis Hand fühlte sich kühl in seiner an. „ Du hast den Zettel bekommen?“

Sie schenkte ihm ein Lächeln und nickte. „Wenn du mich schon nicht hier auf einer Wiese vor Fußbällen schützen kannst, wie soll es dann weitergehen?“

Leandro schaute sie unschuldig an. Auch Lena schien den Wortwechsel interessiert mitzuverfolgen, sagte aber nichts. Endlich hörten sie Autogeräusche und sahen ein schwarzes kleines Auto die Straße hinunter fahren. Das Auto sah gepflegt aus. Nanni wünschte sich alles Glück der Welt für Lena und dass sie glücklich werden würde.

Als das Auto anhielt, stieg eine junge Frau aus. Sie trug ihre braunen Haare zu einem Zopf gebändigt und hatte eine weiße Bluse ohne Kragen an.

Lena schien Leandro ein wenig unsicher, aber als die Frau sie herzlich umarmte, legten sich seine Zweifel wieder. „Schön dich zu sehen, Lena.“, sprach die Frau mit warmer Stimme. Sie hielt sie ein wenig von sich weg. „Du bist in den letzten zwei Jahren ordentlich gewachsen. Als ich dich das letzte Mal sah, warst du noch ein richtiges Kind.“

Lena lächelte tapfer. „ Wo ist Paul?“

Ihre Tante warf die Hände in die Luft. „Gott weiß, wo der Mann schon wieder steckt. Er ist irgendwo in Finnland auf einem Besprechungsseminar. Aber keine Sorge.“, sie kniff Lena in die Wange. „Er hat versprochen heute Abend vom Flughafen wieder zurück zu sein.

Lena nickte. „Kann ich mich noch kurz verabschieden?“ Ihre Tante beäugte Nanni und Leandro. „Ist gut, aber beeil dich.“