Das Abendmahl im Zusammenhang mit dem Leben Jesu, Erstes Heft, Das Abendmahlsproblem
Viertes Kapitel.
Ueberblick über die Auffassungen mit Zugrundelegung des
Genussmoments.
Greift man aus der Geschichte der wissenschaftlichen Abendmahlsuntersuchung
die Werke heraus, welche in allgemeiner Weise das Genussmoment zu Grunde
legen, so fügen sich folgende Namen in bunter, zusammenhangsloser Reihe
aneinander: DAVID FR. STRAUSS, BRUNO BAUER, E. RENAN, ADOLF HARNACK, FR.
SPITTA, W. BRANDT, ERICH HAUPT, FRIEDRICH SCHULTZEN, RICH. AD. HOFFMANN und
ALBERT EICHHORN. In dieser Reihe haben wir keine natürliche Kontinuität, wie in
der vorher betrachteten. Bei näherem Zusehen ergeben sich zwei Epochen. Die
erste fällt in die Mitte des Jahrhunderts (FR. STRAUSS, BRUNO BAUER, E. RENAN).
Die zweite beginnt am Anfang der neunziger Jahre (HARNACK und SPITTA) und
kommt noch vor Ablauf des Jahrzehnts zu ihrem naturgemässen Abschluss (A.
EICHHORN).
STRAUSS, BRUNO BAUER, E. RENAN, W. BRANDT, SPITTA und EICHHORN bieten
Auffassungen mit einseitiger Herausarbeitung des Genussmoments. ADOLF
HARNACK, ERICH HAUPT, FRIEDRICH SCHULTZEN und R. A. HOFFMANN vertreten die
doppelseitigen Darstellungen mit Zugrundelegung des Genussmoments und
abgeleiteter Geltendmachung des Darstellungsmoments.