Das Abendmahl im Zusammenhang mit dem Leben Jesu, Erstes Heft, Das Abendmahlsproblem
2. Der Verteidigungsplan. P. W. Schmiedel.
Abendmahlsfrage betreffen. Sie haben die Verteidigungsstellung eingerichtet.
2. Der Verteidigungsplan. P. W. Schmiedel.
Protestantische Monatshefte 1899: Die neuesten Ansichten über den
Ursprung des Abendmahls.
Dem etwas forschen Vorgehen EICHHORN's gegenüber unternahm es SCHMIEDEL
darzuthun, wie die Sachen eigentlich liegen. Er zeigt zunächst, dass die
chronologischen Gründe gegen die Möglichkeit, dass das letzte Mahl ein
Passahmahl war, zusammengenommen allerdings einen grossen Eindruck
machen. Betrachtet man sie aber einen nach dem andern, so verlieren sie
bedeutend an Energie. Die Annahme, dass Jesus das gesetzliche Passah feierte,
ist also nicht von der Hand zu weisen, da die entschiedenen Aussagen der
Synoptiker den chronologischen Einwürfen wohl das Gleichgewicht halten
können.
Ueberdies lässt sich der Passahgedanke in ansprechender Weise zur Erklärung
der historischen Feier heranziehen, wobei mit der Möglichkeit zu rechnen ist,
dass in Jesu Seele Passah- und Bundesgedanken zusammenflossen.
Was die Handlung betrifft, die er vorgenommen haben soll, ist anzunehmen, dass
das Bedeutsame mindestens in erster Linie das Brechen des Brotes und das
Ausgiessen des Weines aus dem Krug in den Becher sei. Das Austeilen dieser
Speisen zum Genuss schliesst sich als etwas Zweites an. „Um der Hauptsache
willen wäre es nicht nötig gewesen; aber da man einmal beim Mahle sass,
war es naturgemäss.“ Es dient demselben Zwecke wie das einem Bundesopfer
oder dem Passahopfer nachfolgende Mahl überhaupt, der gemeinsamen
Aneignung und Pflege des in dem Opfer vorkommenden Gedankens.
Die Frage, ob der Wiederholungsbefehl historisch ist oder nicht, bleibt hier in
der Schwebe. Wäre er sicher überliefert, so wäre er verständlich. Aber ebenso
begreiflich ist es, dass Jesus an eine Wiederholung nicht dachte.
Der genialen Unbesonnenheit gegenüber ist ruhiges Abwägen absolut
notwendig. S. 148: „Wir müssen noch darauf aufmerksam machen, wie dringend
es sich empfiehlt, auf jeden dem unsrigen ähnlichen Versuch wohlwollend
einzugehen, wenn man nicht in unlösbare Schwierigkeiten kommen will.“ Der
hohe Wert dieser Stellung beruht nämlich in der Stütze, die sie in einer
natürlichen Exegese unserer neutestamentlichen Abendmahlsberichte findet. Durch seine Geltendmachung des Darstellungsmoments kann SCHMIEDEL jeden