Das Abendmahl im Zusammenhang mit dem Leben Jesu, Erstes Heft, Das Abendmahlsproblem

3. Die Einzelfragen.

 

Liegt die Bedeutung der Gleichnisse darin, dass Jesus das Brot bricht und den

Wein im Kelch herumreicht? Oder beruht sie darin, dass die Jünger dieses Brot

essen und diesen Wein trinken?

 

Hat er die Worte über Brot und Wein als Gleichnisse gemeint, oder will er damit

andeuten, dass die Jünger seinen Leib und sein Blut durch den Genuss sich

irgendwie aneignen?

 

Fand das Mahl im Zusammenhang mit dem Passahmahl statt, sodass für die

Worte Jesu und ihr Verständnis Passahgedanken vorausgesetzt werden dürfen?

 

Erlaubt es die Chronologie der Evangelien, Jesum noch am Passahabend im

Kreise seiner Jünger zu sehen?

 

Hat er den Jüngern befohlen, die Feier zu wiederholen?

 

Was hat er ihnen zu wiederholen geboten?

 

Ist es möglich, dass der „Stifter“ ihnen zumutet, seine eigenen Worte zu

wiederholen, die nur in seinem Munde und in jenem historischen Momente einen

Sinn haben?

 

Angenommen, der Wiederholungsbefehl ist nicht historisch, wie kommen denn

die Jünger dazu, die Feier dennoch zu wiederholen?

 

Wie ist es möglich, dass im Urchristentum Paulus die Wiederholung als auf den

Herrn zurückgehend in die Darstellung der historischen Feier einträgt?

 

Wie erklärt sich das Fehlen des historischen Berichts im vierten Evangelium, da

doch Kap. 6 die Feier voraussetzt?

 

Steht es im allgemeinen nicht so, dass mit der Annahme des

Wiederholungsbefehls das psychologische Verständnis der historischen Feier

unmöglich wird, während unter Voraussetzung seines Fehlens die Wiederholung

in der ersten Gemeinde ganz unbegreiflich ist?

 

Hat sich das Abendmahl an ein Passahmahl angeschlossen, wie ist dann, mit

oder ohne Wiederholungsbefehl, die tägliche Feier in der urchristlichen Zeit

begreiflich?

 

Waren Agape und Herrenmahl getrennt, standen sie in irgend einem

Zusammenhang, oder waren sie identisch?

 

Wie verlief überhaupt die Herrenmahlsfeier im Urchristentum? Wie sind die Angaben der Didache mit den paulinischen Schilderungen und Forderungen in I