Alea Reeves, vampire princess lost

Annika Ha · Kapitel 38 von 46

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Alea Reeves, vampire princess lost

Nacht 17 | Hochzeitsglocken!

 

Heute sollte es dann endlich soweit sein. Max und Justine hatten die Hochzeit sofort eine Woche später angesetzt, weil sowieso schon alles durchgeplant gewesen war. Wir feierten natürlich im Garten des Schlosses, weil es kaum einen schöneren Ort gab. Aber auch, weil es ja unsere Heimat war.

Die aufgestellten Tische mit den Stühlen schienen sich langsam zu füllen. Nervös zuppelte ich an meinem rosa Kleid herum. In Gedanken ging ich immer wieder meine Hochzeitsrede durch. Ich wollte, dass sie perfekt wurde. Währenddessen schlenderte ich von Hochzeitsgast zu Hochzeitsgast, sodass ich gar nicht bemerkte, wie mir jemand von hinten auf die Schulter tippte.

Es war Ali, die ein langes rotes Bandeaukleid trug, dazu schwarze Highheels mit roter Sohle. Neben ihr stand Daniel, woraufhin ich schlucken musste. »Hi, ihr beiden«, begrüßte ich sie und zwang mich zu einem Lächeln. »Ich mag dein Kleid, Alea«, trällerte Ali. Ich lächelte. »Ich deins auch.«

»Sag mal, Alea. Wie kommt es eigentlich, dass ich gestern den braunen Stein, unzerstörter Weise, in deiner Hosentasche gefunden habe? Willst du deine Fähigkeiten etwa nicht vollständig zurückerlangen?« Natürlich hatte sie den Stein dort nicht gefunden. Sie wusste nur, dass er noch nicht zerstört war, weil die Person neben ihr noch lebte. Den braunen Stein hatte ich extra sicher bei Jared versteckt, weil ich wusste, dass sie andernfalls danach suchen würde. So dreist schätze ich Ali ein.

»Du weißt ja, dass ich vorher noch etwas erledigen wollte. Nun, ich bin dazu einfach noch nicht gekommen.« Ihr Blick verfinsterte sich und dann schienen ihre angestauten Gefühle zu explodieren: »Ich weiß, dass du mich anlügst. Die alte Alea hatte andauernd Geheimnisse vor mir. Ich hatte gehofft, als wir nur zusammen an deiner Mission gearbeitet haben, würde das aufhören, aber ich habe mich wohl geirrt.«

»Ach, und wenn ich dich anlüge. Du bist doch keinen Deut besser, Alissa Lester!« Sie schaute mich nur noch wütender an. »Was meinst du damit jetzt schon wieder?« »Tu nicht so scheinheilig. Das was du mir im Zelt versprochen hast… dass es nicht echt ist, nun Ali, gestehe es dir ein! Es ist verdammt echt! Was glaubst du denn woher deine Magie kommt?«

Ali schien anscheinend immer noch nicht zu begreifen, wovon ich sprach. Man, die war echt auf den Schlauch gefallen. Um mich etwas klarer auszudrücken, sagte ich noch: »Ihr zwei seid übrigens ein hübsches Paar«, auch wenn ich es nicht verhindern konnte, dass ich dabei etwas bissig klang. Aber damit machte ich mich dann auch vom Acker. Das hier war eine Hochzeit… eine besondere Hochzeit, wo ich mich nun wirklich nicht aufregen sollte.

Erst als ich mich wieder etwas abreagiert hatte, bemerkte ich, dass Daniel mir gefolgt war. Ich seufzte. »Was ist denn jetzt noch?« »Ich weiß zwar nicht genau, worum es da eben ging. Aber falls es um meine Beziehung zu Ali ging, dann magst du eventuell Unrecht haben. Ich schätze mal, für Ali war es nie etwas Ernstes. Vielleicht hatte sie Mitleid mit mir gehabt… keine Ahnung.«

»Nun, glaub mir, ich denke sie scheint doch etwas für dich übrig zu haben.« »Vielleicht fängt sie ja an mich zu mögen oder so… aber wenn sie mir selbst erzählt hat, dass sie eben nur bei meinem Vater Herzklopfen kriegt…«

Das hatte er jetzt nicht gesagt. Nein. Das war zu verrückt. Ali liebte… Nein. Oder doch? Wenn ich genauer darüber nachdachte, könnte es sogar Sinn ergeben. Ali erlangte ihre Magie noch vor meinem Geburtstag. In der Bar hätte sie sich natürlich auch schon in Daniel verlieben können, aber auch in Jared.

»Aber das ergibt doch keinen Sinn. Warum fängst du was mit ihr an, wenn sie dir sogar erzählt sie liebt Jared.« »Ja, ich weiß, dass das verrückt ist. Ich weiß auch nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Ich denke, wenn man verzweifelt ist, macht man manchmal verrückte Dinge. Naja, jedenfalls haben wir uns die meiste Zeit nur unterhalten. Ich denke, Ali wollte es so… aber es war vermutlich das Richtige.«

Ich konnte es immer noch nicht fassen. Arme Ali. Ich wusste ja, dass sie in Sachen Liebe nicht besonders viel Glück hatte. Aber sich in jemanden wie Jared zu verlieben übertraf echt alles.

Als die Glocken dann schließlich ertönten, stand ich mit Max und Benjamin schon vorne. Gegenüber von uns befand sich Caitlyn. Neben ihr hätte eigentlich Jayden stehen sollen…

Auch wenn Denice Jaydens Platz gerne eingenommen hätte, wollte Justine, dass er frei blieb. Das fand ich gut so, denn keiner konnte Jayden nun mal ersetzen. Ich konnte es nicht verhindern. Wieder lief mir eine kleine Träne die Wange hinunter. Zum Glück war das hier eine Hochzeit. Da weinte sowieso jeder, wenn auch aus anderen Gründen.

Jap, als Justine nun mit ihrem Vater durch die Menge ging, liefen auch ihr die Tränen. Unter den ganzen Tränen schien sie aber zu lächeln. Gut, es waren wohl Freudentränen. Vielleicht gemischt mit Tränen der Trauer, immerhin konnte ihr geliebter Cousin nicht bei ihrer Hochzeit dabei sein.

Ich musste zugeben, dass ich bei dem ganzen Gefasel des Pastors manchmal abschaltete. Natürlich nur bei den unwichtigen Stellen mit Gottes Hilfe blablabla. Nicht, dass ich nicht an Gott glaubte. Ich glaubte nur nicht daran, dass er uns helfen würde. Wir müssen unser Leben nun mal alleine durchstehen.

Schließlich kam er dann zum Punkt: »Maxwell Reeves, möchtest du die hier anwesende Justine Mayhew zu deiner Ehefrau nehmen, so antworte Ja, ich will.« Er grinste Justine breit an. »Ja, ich will.« »Justine Mayhew, möchtest du den hier anwesenden Maxwell Reeves zu deinem Ehemann nehmen, so antworte Ja, ich will.« Und wer hätte es gedacht, auch Justine antwortete: »Ja, ich will.« »Dann erkläre ich sie hiermit zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut jetzt küssen.«

Nach dem kurzen, dennoch innigen Kuss, fingen die Leute an zu klatschen und Justine und Max verließen, gefolgt von uns, die Bühne.