Alea Reeves, vampire princess lost

Annika Ha · Kapitel 4 von 46

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Alea Reeves, vampire princess lost

Tag 1 | Vom Tellerwäscher zum Millionär?

 

Ali machte auf mir auf den ersten Blick einen netten Eindruck. Ihr Blick war mitfühlend und ich verstand sofort, warum ich sie mir als meine beste Freundin ausgesucht haben soll. Ali schaute an mich herunter. »Okay, du weißt ja jetzt noch nicht wie das hier läuft. Aber deine Eltern dürfen nichts davon wissen, dass du da rumgeschnüffelt hast. Wir müssen den Hintereingang nehmen, damit du danach schnell in dein Kleid schlüpfen kannst.«

Aww, ich durfte anscheinend den ganzen Tag in hübschen Kleidern herumlaufen. Ich konnte das alles immer noch nicht glauben. In meinem Kopf war das alles ein unglaubliches Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Gefühl. »Halt mal. Wer weiß jetzt alles davon und wer nicht? Ich will mich ja nicht versehentlich verplappern.« »Du hast es kaum jemanden erzählt, weil der Rest es für zu gefährlich gefunden hätte. Verstehe mich nicht falsch: Ich finde es auch zu gefährlich! Aber Alea, du hast nun Mal einen Dickkopf und der lässt sich nicht umstimmen«, erklärte mir Ali. »Nur ich, Max und dein fester Freund Jayden. Aber irgendetwas musst du den anderen erzählen… wie das passieren konnte, dass du deine Gedanken verloren hast. Obwohl… eigentlich kannst du ja gar nichts erzählen, weil du dich nicht erinnerst. Okay, dann wäre das ja geklärt.« Ali sprühte nur so vor Energie und ich hatte das Gefühl, dass sie nie aufhören würde zu erzählen. Da hatten wir anscheinend viel gemeinsam, dachte ich grinsend.

Max räusperte sich. »Trotzdem würden sie sich wundern, warum Alea diese hässlichen Klamotten an hatte.« Ich schaute an mich runter und wunderte mich, da ich eigentlich eine ganz normale Jeans mit Top trug. Die Kleidung war sauer und nicht kaputt, also hässlich würde ich das jetzt nicht bezeichnen. »Ihr solltet euch beeilen und euch unbemerkt ins Schloss schleichen.«

Ali schien eine Meisterin in so etwas zu sein, denn sie sah jeden Vampir kommen. Wahrscheinlich, weil sie das schon so oft mit mir gemacht hatte… ich konnte mich nur nicht daran erinnern.

Als wir endlich die Geheimtür erreicht hatten, die laut Ali in mein Schlafzimmer führte, atmete ich erleichtert aus. Ich dachte echt, wir würden erwischt werden. Ich hatte nämlich sonst nie Glück.

Aber mein Zimmer… WOW, einfach nur WOW! Ich hatte sogar eine Rutsche, die von meinem Himmelbett nach unten führte… von einem begehbaren Kleiderschrank mal ganz zu schweigen. Es war einfach DAS Traumzimmer jedes siebzehnjährigen Mädchens. Schnell suchte ich mir ein rotes Kleid mit goldenen Steinchen an der Taille aus. Kleine Anmerkung: Mein Kleiderschrank bestand sowieso nur aus solchen Ballkleidern. »Habe ich denn keine normalen Sachen?«, fragte ich Ali. »Das sind normale Sachen. Aber als deine beste Freundin weiß ich, dass du auch eine Geheimschublade besitzt, wo du Klamotten für die Unterwelt aufbewahrst.« Ich musste lachen. Aha, dann waren Jeans und T-Shirt also Unterweltler-Kleidung. Hätte ich auch nicht vermutet. Als ich mich dann endlich sicher in meinem roten Kleid befand, zog mich Ali sofort auf das Sofa runter und raunte: »Mist aber auch, Maus. Was wird denn jetzt aus unserer Mission?« »Welche Mission?«, wollte ich wissen, doch Ali kam nicht dazu mir eine Antwort zu geben, denn im nächsten Augenblick tänzelte ein kleines Mädchen durch die Tür und sagte: »Wusste ich doch, dass ich Stimmen gehört habe.«

Puh, noch mehr neue Gesichter, die ich eigentlich kennen müsste. Und jetzt auch noch so eine kleine süße Vampirin, bei der ich es einfach nicht übers Herz brachte, ihr zu sagen, dass ich sie nicht mehr kannte. »Wo wart ihr denn erst?«, fragte sie jetzt. »Im Park spazieren… aber dann ist etwas ganz komisches passiert. Was genau, wissen wir beide selbst nicht. Jedenfalls kann sich Alea jetzt nicht mehr an ihre Vergangenheit und die Vampire, die sie kannte, erinnern.«

Das Mädchen schaute mich mit großen Augen an, die enttäuscht zu sein schienen. »Nicht mal an mich?« Ich schüttelte betrübt den Kopf. »Es tut mir leid. Nein. Aber ich versuche mich wieder zu erinnern. Aber vielleicht kannst du mir helfen und mir erzählen wer du bist.« »Mein Name ist Dana Reeves. Ich bin deine kleine Schwester. Du hast auch noch einen älteren Bruder… Max, aber der ist gerade… ach, keine Ahnung wo der sich wieder rumtreibt.«

»Ja, ich weiß. Max habe ich bereits getroffen. Draußen vor dem Schloss ist er irgendwo.« Dass ich ihn eigentlich schon eher getroffen hatte, verschwieg ich. Ich konnte mich erinnern, dass Ali mir gesagt hatte, nur drei Leute wussten über meine geheime Mission Bescheid – und Dana zählte nicht dazu. Was auch immer diese geheime Mission auch war. Ali war ja nicht mehr dazu gekommen mir eine Antwort zu geben.

Plötzlich musste ich mit ansehen, wie Dana keine Tränen übers Gesicht liefen. »Bitte nicht weinen!«, sagte ich hilflos. »Ich stell mir das gerade so vor. Dann weißt du ja gar nichts mehr! All deine tollen Erlebnisse mit uns… nie sind futsch. Und wer weiß, ob sie je wieder kommen werden.«

»Psst«, versuchte ich sie zu beruhigen. »Wir werden es irgendwie hinkriegen, dass ich meine Erinnerungen wieder bekomme. Wir geben nicht auf.« »Wie kann so was überhaupt passiert sein? Ich meine… gibt es überhaupt so eine starke Magie?«, fragte sich Dana. Es war anscheinend wohl wirklich schwer, denn Max hatte das zuvor auch gewundert.

»Mama wird durchdrehen, wenn sie das erfährt. Oh… und Königin Lorena und König Lian erst!«, rief Dana. »Dann sind unsere Eltern also nicht König und Königin? Ich dachte die Thronfolge hätte etwas mit der Familie zu tun.« »So ein Quatsch. Nein, das kann man nur werden, wenn man besonders starke Fähigkeiten hat – so wie du. Allerdings entstehen die Fähigkeiten durch die Findung seines Selbst. Da du aber keinen blassen Schimmer hast, wer du bist… Oh Gott, nicht, dass sie dir deinen Thron verweigern, Alea!« Dana schien über diesen Gedanken richtig aufgebracht.

Doch Ali beruhigte Dana: »Nie im Leben. Die brauchen doch Alea. Niemand kommt an ihr heran! Was auch immer ihr Geheimnis ist warum ihre Fähigkeiten so stark sind… sie muss dies wieder erlangen! Und darauf werden auch König Lian und Königin Lorena hoffen.«