Alea Reeves, vampire princess lost
Jahr 5 | Neue Vampirprinzessin!
So gingen die Jahre ins Land und obwohl es nun schon fünf Jahre her ist, dass ich meine Erinnerungen verloren hatte, kam es mir vor als wäre es erst gestern gewesen. Auch wenn ich es nicht wollte, es war wohl nicht zu verhindern gewesen, dass Ali und ich danach eher weniger Kontakt zu einander hatten. Dafür hatte ich wieder mehr Kontakt zu Justine, was auch gut war. Doch auch wenn man es im Moment nicht wirklich sehen konnte, Ali und ich würden immer beste Freunde bleiben. Das war uns beiden klar.
Und irgendwann hatten wir dann natürlich auch wieder mehr Kontakt zueinander. Auch wenn Ali es immer noch abstritt, ich erinnerte mich genau an den Moment, wo wir wieder öfter miteinander tratschten und schrieben.
Ich und Daniel kamen gerade von einem Besuch in der Eisdiele zurück und ich hatte beschlossen noch ein wenig zu Daniel zu gehen. Gerade als wir die Tür ins Wohnzimmer öffneten, erblickten wir Ali und Jared… auf der Couch… küssender Weise. Als sie die Tür ins Schloss fallen hörten, gingen sie zwar sofort auseinander, doch wir hatten natürlich trotzdem alles mitbekommen.
»Also das ist jetzt etwas anders als es vielleicht aussieht«, entgegnete Ali sofort. »Ach so«, lachte ich. »Wie ist es denn?« »Äh, also… das war nur jetzt… und ist nichts ernstes.«
Während Daniel schon den Weg hoch in sein Zimmer gesucht hatte, starrte ich die beiden weiterhin noch entsetzt an. Irgendwie hätte ich es nicht erwartet, gerade weil sich ja jetzt herausgestellt hatte, dass Jamie doch nicht tot ist. Jared schien sich anscheinend das Lachen verkneifen zu müssen. »Du hast sie gehört, Alea.« Auch wenn ich es an diesem Tag dabei belassen hatte, Daniel teilte mir mit, dass er die beiden immer öfter zusammen erwischte und Jareds Frauenbesuch ging auch rapide zurück. Also in meinen Augen – und auch in den Augen aller anderen – hatte das eindeutig etwas von einer Beziehung. Aber wahrscheinlich war es den beiden einfach nicht möglich, aufgrund der Vorkommnisse, eine normale Beziehung zu führen.
Aber seitdem erschien mir Ali wieder glücklicher. Und das war ja eigentlich die Hauptsache. Auch wenn es Jamie anfangs noch etwas schwer fiel, irgendwann fing sie an ein neues Leben aufzubauen. Allerdings hieß das nicht, dass sie keinen Kontakt mehr zu Daniel hatte – das schon. Anfangs besuchte Daniel zwar hauptsächlich Jamie, weil diese Angst hatte Ali und Jared über den Weg zu laufen. Aber inzwischen schien auch das kein Problem mehr zu sein.
Nachdem ich mit meiner geballten Faust gegen die Tür geklopft hatte, ertönte die vertraute zwitschernde Stimme: »Herein!«
»Lorena, du wolltest mich sprechen?« »Ja, setz dich doch, Alea«, sagte sie, während sie auf den Platz neben sich deutete, auf dem ich mich nun setzte. »Ich finde, es wird Zeit für eine neue Vampirprinzessin.« Bitte was? Das hatte sie jetzt nicht ernsthaft gesagt, oder? Nach alle dem was ich für Vellance getan hatte. Lorena schien meinen Blick schnell zu deuten, denn sie fügte als Erklärung hinzu: »Und dabei dachte ich an mich. Ich finde nämlich, jetzt wo du alt genug bist, hättest du es eher verdient Vampirkönigin zu sein.« Noch mal: Bitte was? Sie wollte mir ihren Platz geben… obwohl sie noch gar nicht tot war? »Hä? Aber warum?«, war das einzige, was ich hervor brachte. »Naja, vom Aussehen kann ich auch als Vampirprinzessin durchgehen oder nicht? Außerdem finde ich, dass du diesen Platz verdienst. Du hast ganz Vellance gerettet, Alea. Du hast mich gerettet! Obwohl ich vor hatte die Casses zu töten.«
Den Weg zurück in mein Zimmer brummte mir echt der Kopf. Ich und Königin? Ich wusste echt nicht, was ich von dem Gedanken halten sollte.
Naja, eigentlich wusste ich es. Königin zu sein, war schon immer ein kleiner Traum von mir gewesen. Aber irgendwie tat es mir auch Leid für Lorena. Sie hatte so viel geleistet und jetzt wieder einfach nur Prinzessin sein? Okay, ihre Bezeichnung wäre dann vielleicht offiziell Prinzessin, aber in unserer aller Herzen würde sie wahrscheinlich immer eine Königin sein.
Als ich mein Zimmer betrat wartete Daniel immer noch auf mich. »Und? Was wollte Lorena?« Ich war immer noch etwas sprachlos. »Ähm, naja, ich soll die zukünftige Königin von Vellance sein.« »Wow, das ist ja klasse! Herzlichen Glückwunsch! Du hast es total verdient«, rief er und fiel mir dabei in die Arme.
»Denkst du, ich werde eine so gute Königin wie Lorena werden?«, fragte ich zaghaft. »Das bist du doch bereits! Hast du etwa schon vergessen, was du in Vellance bewirkt hast?« »Ich weiß, aber ich bin doch noch so jung. Ich schätze, ich bräuchte dann jemanden als König an meiner Seite. Interesse?«
Daniel fing lautstark zu lachen an. »Ähm Alea, sollte das gerade etwa ein Heiratsantrag sein?« »Was? Wieso? Nein?« »Das will ich aber auch stark hoffen. Das sollte doch meine Aufgabe sein, findest du nicht?«