Wien Reiseführer Michael Müller Verlag
Schubert Sterbewohnung
Otto Wagners zwi schen 1898 und 1899 er baute Miets häu ser an der Linken
Wien zeile do ku men tieren seine end gül tige Ab kehr vom Historismus, weil
er sie gleich sam als Vorgriff auf die Mo der ne mit einer gänz lich glatten
Fas sa de ver sah und ei ne gleichmäßige Ver tei lung der Fens ter öff nungen
wähl te. Das De kor - auf Flie sen aufgemalte, von Alois Lud wig kre i er te
farbenfrohe Blu men mo tive auf dem einen (Ma jo li ka haus) und von Kolo
Mo ser ent wor fe ne gol dene Relief or n a men te auf dem an de ren Haus - orien -
tier te sich an den äs the ti schen Maß stä ben der 1897 ge grün de ten Künst ler -
ver ei ni gung Seces sion.
Musikergedenkstätte
Schubert Sterbewohnung
Das kleine städ tische Museum im Haus des Schu bert-Bruders Ferdinand,
bei dem Franz Schu bert seine letzten Le bens wochen ver brachte, bevor er
am 19. November 1828 starb, doku men tiert die letzte Pha se im Schaffen
des Kom ponisten.
Mi, Do 10-13, 14-18 Uhr, 5 €. Ketten brü cken gasse 6, Tel. 5816730,
www.w ienmuseum.at.
Sozialistische Tradition
Vorwärtsverlagshaus
Das architektur-, so zial- und politik ge schicht lich glei cher ma ßen bedeut sa -
me Ge bäude wur de zwi schen 1907 und 1909 von den Wag ner-Schü lern
Franz und Hubert Gess ner auf der Basis eines be reits be ste henden Ba u kör -
pers er rich tet. Es dien te seinerzeit als Do mizil der So zial de mokratischen
Par tei, der Ge werk schaft und als Redaktion und Dru cke rei der -
„ Arbeiterzeitung“ und wur de ent spre chend symbolträchtig de ko riert. Auf -
fälligste architektonische Ge stal tungs merk male seiner Fassade sind die -
klein teilig versprossten Erkerfenster („bay-windows“) im obersten Stock -
werk und der darüber aufsteigende ho he Trep pengiebel, der von einem de -
ko ra ti ven, grün gestrichenen Söller aus Me tall ge krönt wird. Rechts und
links des Trep pen giebels stehen die Figuren „Ar beiter“ und „Arbeiterin“,
die der Bild hau er An ton Hanak 1910 beisteu er te, wäh rend ei ne im