Wien Reiseführer Michael Müller Verlag
Tour 4: Nordöstliches Zentrum und Weißgerberviertel
Im 1. und 3. Bezirk
Tour 4
Während im nordöstlichen Stadt zentrum in mittelalterliche
Mauern eingefasste Gassen und Höfe, historistische
Monumental bau ten und das erste raum greifende
Architekturdenkmal der Moderne für städ t e bau li che Ab -
wechslung sorgen, schließen sich jenseits des Stuben rings ein tö -
nige graue Häuserschluchten an, in denen Hun dert wassers
„Kunst am Bau“ nahezu die einzigen Farb- und For mak zente
setzt.
Dr.-Ignaz-Seipel-Platz, geschichtsträchtiges Terrain
Schönlaterngasse, nostalgisch-idyllisch
Georg-Coch-Platz und Stubenring, Historismus vs. Moderne
Weißgerberviertel, Hundert wassers buntes Erbe
Donaukanal, am und auf dem Wasser interessant
Malerisch antiquiert
Nordöstliches Zentrum und
Weißgerberviertel
Das mittelalterliche Handels- und Kauf manns viertel zwischen Wollzeile
und Do nau kanal, Rotenturmstraße und Stu benring wurde seit der zweiten
Hälf te des 14. Jh. um den Wis sen schafts be trieb der Alten Univer sität, ei -
nige ka tho li sche Klöster und die Ge bets stätten an de rer Glau bensgemein -
schaf ten be rei chert. So prägten einst orts ansässige und von weit her zu ge -
wan derte Ge wer be trei ben de, Glau bens hüter und Ge lehr te das Bild und die -
All tagskultur der bis heute ma le risch-antiquiert an mu ten den Sträß chen -
wie der Schön latern- oder Grie chen gasse, wo übrigens direkt ne ben dem -
orienta lisch überkuppelten Back stein bau einer griechisch-orthodo xen Kir -
che das wohl älteste Gasthaus Wiens nostalgische Gefühle weckt. Die re -
gen sich auch im lauschi gen Hei ligen kreu zerhof oder auf dem stim mungs -
vol len Dr.-Ignaz-Seipel-Platz, der von Je su i ten kirche und Alter Uni versität
flan kiert wird. Ar chi tekto nisch sach li cher gibt sich Otto Wag ners zu
Beginn des 20. Jh. er baute Post spar kasse, eher mar tialisch und Res pekt
ein flößend das qua si zeit gleich errich tete neo ba ro cke Do mi zil des k. u. k.
Kriegs mi nis te riums di rekt ge gen über. Daneben säu men die aus la den den
Häu ser fron ten von Hoch schu le und Mu seum für ange wandte Kunst seit -
den 1870er Jahren den Stu ben ring und schirmen das vornehme In nen -
stadt le ben vom proletarisch ge präg ten 3. Be zirk Land straße ab. Letz te rer
war 1850 aus ei nem Zu sam men schluss der einst vom Ge stank der dort an -
ge sie del ten Gerbe reien erfüllten, selbst stän di gen Ge mein de Weißgerber,
Erd berg und Land straße her vor ge gan gen und seit her rasterartig mit groß -
städ tischen Miets häu sern ver baut wor den.
Seit Friedensreich Hun dert was ser dort Mitte der 1980er Jahre ein
Gemeinde wohn haus ge stal te te und sich we nig spä ter mit dem Kunst Haus
Wien ein wei te res Denk mal setzte, gehört das un längst durch Um- und
Über bau des Bahnhofs Wien-Mitte und zeit ge mä ße Revi ta li sie rung der