Wien Reiseführer Michael Müller Verlag
Jüdisches Museum
Ein barockes Kleinod: Peterskirche
Wiener Juden einst und jetzt
Jüdisches Museum
Der historische Vor läufer des Hauses wurde als erstes jü disches Museum
der Welt bereits im Jah re 1895 eröffnet und 1938 von den Na -
tionalsozialisten ge schlossen. 1990 neu gegründet, zog es 1993 in die
Räum lichkeiten des Palais Eskeles in der Dorotheergasse ein, die damals
vom Ar chitektenduo Eichinger oder Knechtl um gebaut und inzwischen
erneut re no viert wurden. Bei dieser Ge le genheit wur den die Bestände des
Mu seums neu ge ordnet und schließlich zu der Dau er aus stellung „ Unsere
Stadt! Jü di sches Wien bis heute“ komponiert, die das Erd ge schoss und die
zweite Eta ge, wo au ßer dem ein Atelier für Work shops Platz fin det, belegt.
Die Be le tage (1. Stock) ist für regelmäßige Sonder ausstellungen zu
politischen, so zialen und kulturellen The men reser viert, und im 3. Stock
be eindruckt das museums technisch über hol te Schau de pot, in dem man
von meh reren Pri vat samm lern gestiftete Ju daica, Kult objekte und
Kunstwerke aus Wie ner und öster reichischen Sy na gogen be wun dern und
einen virtuellen Rund gang durch längst verschwundene Wie ner Syna go -
gen un ternehmen kann.
Das nach Erst ein rich tung von der New Yorker Künstlerin Nan cy Spiro mit
Sze nen und Texten aus dem jüdischen Le ben freskenartig „bes tem pelte“
Atrium im Erdgeschoss, über dem hoch oben im gläsernen „Dachhimmel“
das Fahr rad von Theodor Herzl „schwebt“, ist der Zeit von 1945 bis heute
gewidmet. Die Exponate befassen sich mit der Prob lematik der Restitution
jüdischen Be sitzes und dem neu aufkeimendem An tisemitismus nach dem
Zweiten Welt krieg, beleuchten die „ Waldheim-Affä re“ und erzählen
zugleich ein Stück Wie ner Immigrationsgeschichte, weil sich die seit 1945
von 1000 auf heute 7000 Mitglieder angewachsene jü di sche Community