Wien Reiseführer Michael Müller Verlag

Annette Krus-Bonazza · Kapitel 189 von 309

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Ernst-Fuchs-Museum (Wagner-Villa I)

CEU dann im Wintersemester 2023/24 ih ren Vollbetrieb in 17 Pavillons

des ehe maligen Spitals aufnehmen soll. Auf dem Campus der neuen Uni -

ver si tät liegt übrigens auch das seit Jahren ge schlossene Jugendstiltheater ,

das 1904 als „Gesellschaftshaus“ für die Pa tien ten der psychiatrischen

Klinik er baut worden war und bis zum Einzug der jungen internationalen

For scher ge mein de wohl tatsächlich - wie schon seit Jahren angekündigt -

saniert wird. In seiner Nähe erinnert ein aus 772 fi li gra nen Lichtstelen

komponiertes Mahn mal an die Kinder und Jugend li chen, die hier

zwischen 1940 und 1945 im Rahmen des nationalsozialistischen Eu tha -

nasieprogramms ermordet wur den. Um deren Schicksal geht es auch in der

→ Gedenkstätte Steinhof im Pa vil lon V auf dem parkähnlichen Kran ken -

haus gelände, das wiederum nur we ni ge Bus haltestellen vom Wil hel mi nen -

spital ent fernt ist, wo mit dem → Lu pus pa vil lon ein weiterer Wa gner bau -

in Au gen schein zu nehmen ist. Der bis lang eben falls in mehrere Pavillons

auf ge teilte, seit 1888 gewachsene Kran ken haus komplex, der sich bis 2024

um ein neu erbautes Zentralgebäude grup pie ren soll, liegt wie der → Wil -

hel mi nen berg am grü nen Rand des stadt ein wärts von grau en

Zinskasernen aus dem 19. Jh. ge prägten, inzwischen vor neh m lich von Tür -

ken bewohnten Ar bei ter stadt teils Ot ta kring, wo seit 1837 das gleich na mige

Bier gebraut wird. Au ßer der → Ot takringer Brau e rei fin det man üb rigens

in dieser Gegend, schon auf dem Bo den des 17. Nach bar be zirks Her nals,

mit der → Manner-Scho ko la den fabrik ein wei teres Wiener Un ter neh -

men mit Tradition, denn bei de Firmen bieten ihre süßen und süffi gen Pro -

duk te schon seit dem vorletzten Jahr hun dert an.

 

Ernst-Fuchs-Museum (Wagner-Villa I)

Di e erste Wagner-Villa, in der der Ar chi tekt und seine Familie bis 1911

wohn ten, hat einen streng sym me tri schen Grund riss. Der do mi nie rende

qua dra ti sche Mit telbau wird von zwei nie d ri gen, üp pig verglas ten Ne ben -

trak ten flan kiert. Er be sticht durch eine re prä sentative klas si zi s ti sche Säu -

len log gia, von der zwei präch tige, von kunst voll geformten Ei senge län dern

ge säum te Frei treppen in den Gar ten füh ren. Die vollbusige und breit hüf -

tige, teil wei se vergoldete Bronze fi gur, die vor der Log gia ih re fleischigen

Ar me aus brei tet, stammt von Ernst Fuchs, dem Mit be grün der der Wiener

S chule des Pha nta stischen Rea lismus, der das Haus nach seinen Vor stel lun -