Wien Reiseführer Michael Müller Verlag
Zur Hofburg
Be ginn des 20. Jh. ge rade we gen seiner Schlichtheit - vielen eher un -
angenehm - ins Auge stach.
Bevor wir durch das Michaelertor in die Welt der Habsburger eintauchen,
sei ei ne Ver schnaufpause im Klimt im his to ri schen Grien steidl, Central
oder Demel emp foh len. Alle drei tragen große Kaf fee hau s namen und sind
wegen ihrer einst illus tren Stamm kunden oder sü ßen Ver su chun gen ein
Begriff. Das heu tige Klimt bzw . ehemalige Grien steidl am Mi cha e lerplatz
war ebenso wie das Café Cen tral in der Herren gas se, in der üb ri gens en
passant → Glo ben- und Es pe ran tomuseum zu wür digen sind, um die
vor letzte Jahr hun dertwende ein gern fre quen tierter Li teratentreffpunkt.
Das De mel wu chert mit seiner k. u. k. Hof zu cker bä cker-Ver gangenheit und
stellt seine ka lo rien rei chen Künste an der ed len Ein kaufs- und Fla nier -
meile Kohl markt unter Be weis, wo mit dem Do mi zil der Buch handlung
Manz ein wei te rer Loos-Bau (1912) und dem in zwi schen eben falls als
Ladenlokal ge nutz ten Ar ta ria-Haus (1901) schräg vis-à-vis ein im
Jugendstildekor gehaltenes Werk von Wag ner-Schü ler Max Fabiani zu be -
gut ach ten sind.
Zur Hofburg
Nach den Abstechern zu Kohlmarkt und Herren gasse und eventuell zum
„ Zeit reise-Kino“ → Time Travel Vienna in der Habsburgergasse durch -
schrei ten wir das Michaelertor, um unter sei ner Kup pel den imperialen
„ Museums dril ling“ → Sil berkammer, → Kai ser ap par te ments, → Si si-
Museum und/oder di rekt vis-à-vis das Besucherzentrum der →
Spanischen Hofreitschule zu be tre ten. Unter dem Eindruck von der
Tisch, Re prä sen ta tions- und Wohn kul tur der Habsburger , dem Lieben und
Lei den der legendären Kaise rin und der an mutigen Lipizzaner erreichen
wir nach wenigen Schritten den Hof der Al ten Burg (Innerer Burg hof ),
der von Reichs kanzleitrakt, Kai ser ap parte ments, Leo pol dinischem Trakt
und Schwei zertrakt eingefasst ist. In seiner Mit te blickt Kaiser Franz I. von
einem So ckel auf das Schweizertor , das in ei nen gleich na migen kleinen
Sei ten hof führt, der nach einer Schwei zer gar de be nannt wurde, die im 18.
Jh. hier sta tio niert war. Von dort gelangt man in die → Schatz kammer, in
der die kost ba ren In sig nien geistlicher und welt li cher Macht aus mehreren
Jahr hun der ten zu be stau nen sind, und die klei ne → Hof mu sikkapelle,
die am Sonn tag mor gen von den glo cken rei nen Stim men der Wie ner Sän -
ger kna ben er füllt wird.
Eine der edelsten Flaniermeilen der Stadt
In den Hof der Alten Burg zurückge kehrt, geht es durch den Leopold ini -
schen Trakt auf den Heldenplatz, auf dem sich Prinz Eugen von Savoyen
und Erz herzog Karl - beide vom Bild hauer An ton Dominik Fern korn por -
trä tiert - stei nern reitend ge gen über ste hen. Wäh rend der Erste zum Volks -
gar ten schaut, hat der Zweite das aus ladende, heute von mehreren span -
nen den Museen bespielte Ge bäu de en sem ble der → Neu en Hof burg im Vi -
sier, ne ben dem das von Luigi Ca gno la und Pietro No bile kreierte Äu ße re -
Burg tor seit 1823 die südliche Gren ze des Hel den plat zes markiert. Ur -
sprüng lich als Denk mal für die Völker schlacht bei Leip zig kon zi piert,
wurde es 1933/34 zum Helden denkmal für die Ge fal le nen des Ersten