Wien Reiseführer Michael Müller Verlag
Wiener Küche
Die traditionelle Wiener Küche ist flei schig und deftig und verführt mit
eben so kalorienreichen Süß- und Mehl spei sen, worunter Kuchen, Teil chen
und Tor ten subsumiert werden . Sie ist mul ti ku linarisch und von den ehe -
ma li gen Kron ländern der Donau monarchie in fil triert, kommt in feinen
(Sterne-)Res taurants wie dem Stei rer eck am Stadt park raffi nierter und in
zeit gemäß ur banen In-Lokalen leichter und bis wei len medi ter ran oder
asia tisch inspi riert daher .
Herzhaft
Zu den herzhaften Klassikern der Wie ner Küche gehören das berühmte
Wie ner Schnitzel , im Original vom Kalb, das man sich in Mailand
abgeguckt hat , oder Gulasch, dessen Rezept ur sprüng lich aus Ungarn
stammt. Zum Ersten reicht man meist einen Kartof fel- bzw. Erd äpfel-
Gurken-Salat, zum Zwei ten Ge bäck, womit verschiedene Brötchen -
varianten gemeint sind. Zu ihrem Re per toire zählen Tafelspitz mit Kren,
also gekochtes Rindfleisch mit Meer rettich, bei Plachutta in der Wollzeile
übrigens besonders delikat, und diverse Gerichte mit Innereien. Letz tere,
etwa eine pikant ab ge schmeck te haschierte Kalbslunge namens Beu schel ,
erleben gerade eine Renaissance. Das gilt auch für Weinbergschnecken, die
man im katholischen Wien des 17. bis 19. Jh. über aus schätzte, weil sie
auch am fleisch losen Freitag nicht tabu waren . Auf na he zu jeder Beislkarte
stehen Back- oder Paprikahendl, Schinken- und Kraut fle ckerl, ein Auf lauf
mit klei nen qua dra tischen Nudeln. Als Bei la gen dienen Eier nockerln oder
(Sem mel-)Knödel, wo bei aus den übrig geblie benen vom Vor tag gern
„Gerös tete Knödl mit Ei und Salat“ gemacht wer den. Das Ge richt ist preis -
günstig und lecker und steht auf nahe zu jeder Kaffeehausspeisekarte.
Süß