Wien Reiseführer Michael Müller Verlag
Hofmusikkapelle (Hofburgkapelle)
nate, zu de nen z. B. die al te Reichs kro ne aus dem 10. Jh. oder die In sig nien
des (bur gun di schen) Or dens des Gol de nen Vlie ses ge hören, die sich Ma xi -
mi lian II. via Ehe schlie ßung an ge eig net hat te.
Mo, Mi-So 9-17.30 Uhr, 12 €, Hofburg, Schwe i zerhof, Tel. 52524, www.kaiserliche-
schatzkammer.at, www.khm.at.
Hofmusikkapelle (Hofburgkapelle) Die Burgkapelle im Schweizerhof wur de En de des 13. Jh. ge gründet, von 1447 bis 1449 im goti schen Stil voll en det, spä ter barockisiert und im 19. Jh. neu go tisch umgestaltet. Sie gilt als Keim zel le der habsburgi schen Musik -kultur und wird bis heute regelmäßig von hoch karätiger Kirchen musik er -füllt, die von Mitgliedern des Staats opern chors und -orchesters (Hof mu -sik kapelle) und den Wiener Sän ger kna ben intoniert wird. Mo, Di 10-14, Fr 11-13 Uhr. Messen: Mitte Sept.-Ende Juni, So 9.15 Uhr. Kartenver-kauf: Fr 11-13 und 15-17, So 8.15-8.30 Uhr. Je nach Sitzplatz und Aussicht auf den Al -tar kostet das Ticket zwi schen 11 und 37 €, Steh plätze sind gratis und am So ab 8.30 Uhr einzuneh men. Das jeweilige Pro gramm liegt in der Ka pelle aus und kann unter
www.hofmusikkapelle.gv.at ab ge ru fen wer den. Karten gibt’s unter derselben Adresse
online oder bei den Bundesthea ter kassen (Operngasse 2).
Die Schätze der Habsburger im Paket (Kombitickets)
Die Schatzkammer wird zusammen mit den wertvollen Ex po naten des Kunst his to rischen Mu se -ums als „Die Schätze der Habsburger“ tou ristisch vermarktet, wo bei der Ein zel eintrittspreis
mittels Kombiticket (20 €) gesenkt wer den kann. Mit der Jah reskarte des Kunsthistorischen Mu -
se ums für 44 € (19-25 Jahre, 25 €) kann man außer o. g. die Wagenburg am Schloss Schön brunn,
das Öster rei chi sche The a ter mu seum, Weltmuseum inklusive Hof- und Rüstkammer und das
Schloss Am bras bei Innsbruck besichti gen (www.khm.at).
Neue Hofburg
An der Planung und Re a lisierung der Neuen Hofburg, die sich von 1869 bis
1913 hinzog, waren die be rühm ten zeit ge nössischen Ar chi tek ten Gott fried
Sem per, Carl von Ha se nauer, Emil Rit ter von Förster und Fried rich Oh -
mann be teiligt. Sem per, der 1869 vom Kaiser nach Wien be rufen wurde,
dach te da ran, den ge sam ten Helden platz mit der Neuen Hof burg zu um -
span nen und sie zum be herr schenden Bau werk ei nes gigan ti schen Kaiser -
fo rums zu er he ben. Ihm sollten alle wei te ren Bau pro jekte, et wa die
Museen am Ma ria-The resien-Platz, mit verbinden den Kon s truk tio nen wie
z. B. Bögen zu- bzw. un ter ge ord net wer den. Im Zuge der 1881 be gon nenen
Bau ar beiten un ter der Re gie von Carl von Hasenauer (bis 1893) und Emil
Ritter von Förster (ab 1894) kam es jedoch zu zahl reichen Ve r än de run gen
an den Sem perschen Ent würfen, die schließ lich un ter der Lei tung Fried -
rich Oh manns (ab 1899) in die Rea li sie rung ei ner deut lich klei ne ren
Variante ein mün deten. Gleich wohl präsentiert sich die im Stil der Re nais -
sance ge hal te ne Neue Burg als recht statt liches Ge bäu de, das heute u. a.
Papy rusmuseum und Ephe sos Mu seum, die Samm lung al ter Mu sik -
ins tru mente, die Hof jagd- und Rüst kam mer, das Welt mu seum und das
Haus der Geschichte Öster reich be her bergt, das anlässlich des 100. Ge -
burts tags jahres der ersten öster rei chi schen Republik im November 2018
er öffnet wurde.
Das Papyrusmuseum präsentiert fast aus schließlich aus Ägypten stam -
men de Schrift träger aus der Zeit vom 15. Jh. v . Chr. bis zum 16. Jh. n. Chr .,
neben Pa py rus u. a. auch Pergament, Papier, Holz, Stein und Knochen.
Im jüngst generalüberholten Ephesos Museum sind die Fundstü cke zu
be trach ten, die österreichische Ar chäo lo gen seit 1895 in den Ruinen der -
antiken Stadt zu Tage gefördert ha ben. Dazu ge hören Bronzeskulpturen,
Ar chitek tur fragmente und das sog. Par ther mo nu ment, das berühmteste rö -
mi sche Re liefbildwerk aus Klein asien.
Die Sammlung alter Musikinstru men te verfügt über den weltweit be -
deu tends ten Bestand an Musikinstru men ten der Renaissance und des
Früh ba rock, des sen Besichtigung durch ei nen aus leih baren Funkkopfhörer
akus tisch un ter malt wird.
Die Hofjagd- und Rüstkammer zeigt Waf fen und Ritterrüstungen wie aus
dem Bilderbuch.
„ Gut gerüstet“
Das Weltmuseum bzw . ehemalige Mu se um für Völkerkunde wurde 1928-
er öff net und ist aus der an thro po logisch-eth nografischen Ab tei lung des
Na tur his to rischen Muse ums her vor ge gan gen. Es versammelt teil wei se
jahr hun der te al te Ex ponate aus China, Ja pan, Korea oder Polyne sien, aus
Nord-, Mittel- und Süd amerika, Afrika und Au s tralien, aus dem
Kulturkreis der Azteken, In dia ner und Inuit und zeigt mit besonderem
Stolz ei nen mehr als 500 Jahre alten Penacho, eine Fe derkrone, die einst
das Haupt eines me xi ka ni schen Priesters ge schmückt hat. Alle die se
Preziosen werden im neuen Welt museum nicht mehr nur dekorativ
drapiert, sondern zeit gemäß interpretiert und in the ma ti sche Ins ze nie run -
gen integriert. Letzte re tragen Titel wie „Im Schat ten des Ko l onialismus“,
„1873- Japan kommt nach Europa“, „Sammlerwahn. Ich lei de an Mu seo -
manie“, „Der Orient vor der Haustüre“ oder „Kulturkampf in Wien“, um
nur einige wenige von ins gesamt 19 anschaulich und anregend
aufbereiteten Themenkomplexen zu nen nen, und entführen in insgesamt
14 Sälen in alle Welt.
Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) ist schon seit gut 20 Jahren
im kontroversen kulturpolitischen Ge spräch und wurde am 10. November
2018 zum 100. Geburtstagsjahr der ers ten österreichischen Republik
vorerst im imperialen Ambiente der Hofburg eröffnet. Es dokumentiert die
his to ri sche Entwicklung der Alpenrepublik seit Mitte des 19. Jh., legt den
Schwer punkt auf die Zeit von 1918 bis in die Gegenwart, reflektiert die
natio nal so zia listische Ära und die (mangelnde) Aus einandersetzung der
Österreicher mit dem Faschismus, wofür dort z. B. das sog.
„ Waldheimpferd“ steht. (Der vier mal vier Meter große, aus Holz
zusammengezimmerte Gaul gemahnte 1986 an die dunkle Vergangenheit
des damaligen Präsidentschaftskandidaten Kurt Waldheim, der Mitglied
einer NS-Reiterstaffel gewesen war .) Das or ga ni sa torisch der
Nationalbibliothek zu ge ord nete und mit der Son der aus stel lung „Aufbruch