Wien Reiseführer Michael Müller Verlag

Annette Krus-Bonazza · Kapitel 236 von 309

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Fastfood

sche Restau rants er weitern das ku li na ri sche Spek trum der Do nau me tro po -

le, die Eiligen selbst ver ständ lich auch mit Fastfood dient.

 

Powidl, Paradeiser und Pompfinebrer Nachdem Kelten und Römer keine nen nens werten sprachli chen Spuren hin ter las sen hat ten, entwickelten sich auf der Ba sis der von den Bayern „im por tier ten “ ost mittel ba i ri schen Mund art etwa bis zum 13. Jh. die öster rei chi schen Landesspra chen. Am süd öst li chen Rand des deut schen Sprach raums ge legen und von fremd spra chi gen Ge bie ten „um zin gelt“, im Lau fe der Ge schich te zur Han dels-, dann Haupt- und kai ser li chen Resi denz stadt eines Viel völ ker rei ches avan ciert, durch Ein ge mein dung agra risch ge präg ter Land stri che und Zuzug nicht deut scher Be völ ke rungs -min der hei ten ver grö ßert, war Wien ganz besonders vielen un ter schied lichen (sprach) kul tu rel len Ein flüs sen ausgesetzt. Sein ganz spe zi fi scher, von Ex per ten in die drei Ent wick lungs pha sen Alt-(bis 1918), Neu-(bis 1945) und Jung wie ne risch (ab 1945) einge teilter Groß stadt dia lekt ist des -halb mit zahl reichen Vo ka beln sla wi schen und ro ma ni schen Ur sprungs an ge rei chert, von meh re -ren So zio lek ten (dem Schönbrunner- oder Komtesserl-Deutsch eben so wie den bäu er li chen Idiomen der Wein hauer) durch setzt und be son de ren Laut- und Wort bil dung s mus tern ge prägt. Pflau men mus heißt wie im Tsche chi schen Powidl und Pfann kuchen nach dem un ga ri schen pa la -czinca Palat schinke(n), Blu men kohl, grüne Bohnen und Au ber ginen wer den ita lie nisch in spiriert Karfiol, Fisolen und Melanzani ge nannt, wo hin ge gen To ma ten un ter Para deiser fir mie ren. Den An ge stell ten eines Be stat tungs unter neh mens be zeich net man in An lehnung ans Fran zösische als Pompfinebrer, den Solda ten im Grund wehr dienst als Prä senzdiener. Freunde wer den Haberer, Polizisten Kieberer, Pen ner und Obdach lose Sandler ge nannt, wo bei der ers te Be griff he bräi schen und der zwei te mittel hoch deutschen Ur sprungs ist. Et was Ab sto ßen des oder Häss liches ist schiach, was be geis tert und gut tut leiwand. Der be rühm te Schmäh, wo r un ter man so viel wie Witz oder Trick ver steht, lei tet sich vom jiddi schen schemá (Er zäh lung) ab, und zum Ab schied sa gen ech te Wie ner(in n en) nicht leise Ser vus, sondern zärt lich-schnod de rig „babaa“.

 

Fastfood

Fastfood „alla Viennese“ gibt es zu nächst einmal in Gestalt besagter Würs -

tel varianten, die am „Standl“ an fast jeder Ecke gebrüht und ge braten wer -

den, mancherorts sogar rund um die Uhr . Ganz wichtig sind auch die „un -

aus sprechlich guten Bröt chen “ (Wer be prospekt) von Trzesniewski, bei de -

nen es sich der Form nach eher um Schnitt chen handelt. Die eben so fein

wie dekorativ be leg ten, mund gerechten Ca napés er freuen die Gau men der

Wie ner schon seit 100 Jah ren und in mitt ler weile acht Filialen.

Mindestens ebenso lange erfüllt der Duft zahlloser kleiner Maroni- und

Kar tof fel pufferbratereien das herbst- und win terliche Wien. Weitaus

jünge ren Da tums sind dagegen die in ter na tio na len Schnellimbissimporte,

da run ter na he zu flächendeckend über die Stadt ver teilte Stehpizzerien,

Döner bu den und McDonald’s-Niederlassun gen. Da zu gesellen sich immer

mehr „Bio-Im bisse“, Tramezzini-, Tapas- und Sand wichbars, in denen

gesunde Bio bur ger zu genießen, aber auch drei stö cki ge Club sand wiches

mit Huhn, Salat, Speck und Mayonnaise zu haben sind.

 

Im Winter gibt’s Maroni

Einst Literatentreffpunkt: Café Central