Wien Reiseführer Michael Müller Verlag

Annette Krus-Bonazza · Kapitel 70 von 309

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Wien Reiseführer Michael Müller Verlag

Wien Museum

Grün-weiß-goldene Architekturjuwelen

 

 

Wiens Geschichte und Gegenwart

 

Wien Museum

Das 1959 be zo ge ne his to rische Mu se um erzählt Wie ner Ge schich te von der

Prähistorie bis zur Gegen wart. Es prä sen tiert u. a. stei ner ne Hin ter lassen -

schaf ten der Rö mer, Bau teile früherer Va rian ten des Ste phans doms,

Gemälde von Ma kart, Schie le und Klimt sowie Bilder des Bie der meier -

künstlers Ferdi nand Georg Wald müller, Plas tiken von Franz Xaver Mes ser -

schmidt und Ein rich tungs- bzw . Ge brauchs gegenstände von Adolf Loos

und den Wiener Werk stätten. Flan kie rend sind regelmäßig informativ-un-

ter halt same Son der aus stel lungen zu ein zel nen Aspek ten der Stadt- und

Kul tur ge schichte zu sehen. Der Shop im Ein gangs bereich wartet mit einer

gut sor tier ten Auswahl an Wien-Literatur, Ka ta logen und Plaka ten auf. So

war es zu mindest, bevor das Museum in Um- und Ausbau ging, um

voraussichtlich bis 2022/23 außen wie innen zeitgemäß mo di fiziert als

„ Ort der Kom mu ni ka tion“ aus dem Bauschutt aufzuerstehen. Das bis lang

architek to nisch eher un auf fäl lige Domizil wird bis dahin um einen

„ schwebenden Pavil lon“ auf dem Flach dach sowie einen neuen Ein gangs -

ku bus nebst Café bereichert und zum Karls platz geöffnet sein. Der Ausbau

schafft Platz für eine neu konzipierte Dauer aus stellung zur Wiener Stadt -

ge schich te, die zugleich das Wesen der globalen Stadt im All ge meinen

thematisieren und zu sam men mit den auch künftig ge plan ten Son der -

ausstellungen als „Im puls geber für die Stadtentwicklung“ wirken soll. Bis

das so weit ist, werden vom Stadt mu se um konzipierte Son der aus stel -

lungen im MUSA zu sehen sein.

Karlsplatz, Tel. 5058747, www.wienmuseum.at.

 

„ Alles Walzer!“

Ein Wiener Ball beginnt mit ei ner Polonaise des Jungdamen- und -her ren ko mi tees, gefolgt vom Einzug der Ehren gäste. An schließend legen die De bü tan ten einen Links walzer aufs Parkett, nach dem mit den Worten „Alles Wal zer!“ die Tanzfläche freigege ben wird. Auf der drehen sich, seit Joseph II. (1765-1790) das Privileg des Adels auf höfische Bälle aufgehoben, Johann Strauß Va ter den Tanz erfunden und sein Sohn den berühmten „Donau wal zer “ kom po niert hat, Kaffee sie der, Zucker bäcker, Taxler, Jäger, Ärzte, Flie sen leger und Flei scher und die Größen aus Wirt schaft, Kultur und Poli tik. Sie tun es vor nehm lich im Januar und Februar, in Hof burg, Staats oper und Mu sikverein, in No bel ho tels, im Rat haus, in Schulen oder Ge mein de sälen. Zwi schen Eröff nungs -walzer und Mitter nachts quadrille, zu der die Tän zer ge mäß dem Proto koll eines echten Wiener Balles bei An bruch des neuen Ta ges Aufstel lung neh men, lockert sich die Atmo sphäre. Auf den meis ten Bäl len wird näm lich nicht aus schließ lich im Dreivierteltakt, sondern auch Tan go, Twist oder sogar Techno getanzt.

Damit sie in Frack und langem Ball kleid (zum Preis von 50 bis 250 € vie ler orts aus zuleihen) keine schlechte Figur machen, trainieren manche Wie ner re gel mäßig Technik, Taktgefühl und neue Tänze. Deshalb haben die zahl rei chen Tanzschulen der Do nau stadt rund ums Jahr Kon -junktur.

Glänzende Höhepunkte der win ter lichen Ballsaison sind der Philharmonikerball und der le -gendäre Opernball, auf denen die High So ciety das Tanz bein schwingt. Alternative Formen sind der schwule Rosenball (wechselnde Veran stal tungs orte), der Technoball in der Pratersauna oder der musikalisch multi kul tu rel le Flüchtlingsball im Rat haus. Unter den sai so nalen Nach züg lern sei der schril le Life Ball zu guns ten Aidskranker her vor ge hoben, der all jähr lich im Mai unter großer Pro mi nen ten betei li gung im Rathaus ausge richtet wird. Der Ball kalender und alle an de ren

Infor ma tio nen rund ums Tan zen sind on li ne ab zufragen (www .ballguide.at), bei der Stadt -information im Rathaus gibt’s die Termine auf Papier.