Wien Reiseführer Michael Müller Verlag
Ottakringer Brauerei
Auf dem 388 m ho hen Wil hel mi nen berg stehen ein gleich na miges, heute
als Hotel-Res tau rant ge nut z tes ansehn liches Schloss aus dem Jah re 1785,
eine städ ti sche Ju gend her ber ge und eine 1948 von Otto Koe nig gegründete
bio lo gi sche Station, in der auch Koenigs Leh rer Kon rad Lorenz gern wis -
sen schaft licher Gast redner war . Das For schungs zen trum wurde 1967 von
der Ös ter rei chi schen Aka de mie für Wis sen schaften über nommen, nach
Lo renz’ Tod anno 1989 in Konrad-Lo renz-Institut für Vergleichende Ver -
hal tens forschung (KLIVV) umgetauft, 2011 der Vete ri när medizinischen
Uni ver sität Wien an ge gliedert und beo bach tet nach wie vor das Leben und
Lie ben von Tie ren. Wiener wie Tou ris ten freuen sich auf dem Wil hel mi -
nen berg über viel Grün, fri sche Luft und eine passable Aussicht auf die
Stadt.
Ottakringer Brauerei
Den Grundstein für die Ottakringer Brauerei legte ein gewisser Heinrich
Plank, der 1837 vom Stift Kloster neu burg die Braugenehmigung im heu ti -
gen 16. Gemeindebezirk bekam, den Be trieb aber 1850 an die aus Süd mäh -
ren zugewanderten Cou sins Ignaz und Jacob Kuffner verkaufte. Die eigent -
liche Erfolgsgeschichte der Otta kringer Brauerei begann mit Igna zens
Sohn Moritz Kuffner, der zunächst (1882) die Geschäftsanteile seines
Vaters, spä ter (1891) dann auch die seines Onkels übernahm und die
Brauerei 1905 zum bör sen notierten Unternehmen machte. Nebenbei be -
tätigte sich Moritz Kuffner als Kunst sam mler und Wissen schafts mäzen,
war begeisterter Hobby astro nom und grün dete die noch heute be ste hende
Kuffner Sternwarte in Otta kring (Johann-Staud-Straße 10, www .kuffner-
sternwarte.at).
Die Zäsur in der Betriebsgeschichte er folg te 1938 nach dem „Anschluss“
Ös ter reichs an Hitler-Deutschland. Da die Kuffners Juden waren, wurden
sie nach massiven Einschüchterungen durch die Gestapo gezwungen, die
Brau erei weit unter Wert zu verkaufen, neuer Be sit zer wurde der
Spirituosen fa brikant Gus tav Harmer. Moritz Kuff ner konnte kurz nach
dem erzwun ge nen Verkauf seiner Firma noch recht zeitig in die Schweiz
fliehen, an dere Mit glieder der Familie wurden Opfer des Holocaust.