Wien Reiseführer Michael Müller Verlag

Annette Krus-Bonazza · Kapitel 80 von 309

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Museum am Judenplatz

sen thal (1908-2005). Die prak ti sche Um set zung von Rachel Whi te reads -

1996 ein gereichtem Ent wurf dau er te über vier Jahre, wo bei nicht nur die

sen sationelle Entde ckung der Rui nen der mit tel al ter li chen Syna go ge, son -

dern auch kon tro verse Dis kus sionen über Sinn und Un sinn von Standort

und Mo tiv des Mahn mals am Juden platz die Bau ar bei ten verzögerten. Erst

im Okto ber 2000 wurde das 7 m breite, 10 m lan ge und 3,8 m hohe Monu -

ment der englischen Bild hauerin (geb. 1963) ent hüllt. Der in nen hohle

Stahl be ton block ist gleich sam als her metisch ab ge schlos sene Bib liothek

ge staltet: An sei nen Au ßen wänden sind schier end lose Rei hen von

Büchern zu se hen, die alle samt mit dem Rücken zum In neren des Blocks -

ge kehrt sind, das - dem Be t rach ter durch grifflose Flü geltüren an ge deutet -

als dauerhaft unzugäng lich er schei nen soll. Dieses Bild soll an die mehr als

65.000 öster rei chi schen Ju den er in nern, deren rücken- und damit na men -

losen „Lebensbücher“ durch die Ter rorherr schaft der Nazis für immer zu -

geschla gen wurden.

 

Jüdisches Leben im Mittelalter

 

Museum am Judenplatz

Am heutigen Ju denplatz stand im Mit tel alter eine der größ ten Synagogen

Eu ropas. Sie bildete das geistige Zen trum einer blühenden jü dischen Ge -

mein de, die seinerzeit fünf Pr o zent der Stadt bevölkerung aus mach te. Im

Rah men der sog. „Wiener Ge se ra“ des Jah res 1421 wurden ihre Mit glie der

ver trie ben oder ermordet und auch die Sy na goge fiel der Zerstö rungs wut -

zum Op fer. Nachdem ihre Über res te im Zu ge der Bauarbeiten für das Ho lo -

caust-Mahn mal entdeckt und von Ar chäo lo gen freigelegt worden wa ren,

bil den sie nun den Mittelpunkt des Jü di schen Mu seums am Judenplatz

( Mis ra chi-Haus). Zu sehen sind die Grund mau ern, Teile des Fliesenbodens

und die Fun damente der Bima (Vor le se pult, von dem aus die Tora gele sen

wird). Da neben lädt eine Com pu ter an i ma tion zu ei n em vir tuellen Spa -

ziergang durch die mit tel al terliche Judenstadt ein.

So-Do 10-18, Fr 10-14 Uhr, 12 €. Judenplatz 8, Tel. 5350431, www.jmw.at (Kombiti cket

inkl. Jü di sches Museum).